Bundesverdienst-Orden für Professor Goebel

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Prof. Dr. Gerhard Goebel (rechts), Schön Klinik Roseneck, erhielt von Staatsminister Dr. Marcel Huber den Bundesverdienstorden und damit eine Auszeichnung des Bundespräsidenten für sein Engagement für Tinnitus-Patienten.

Prien - Dr. Marcel Huber zeichnete den Chefarzt der Schön Klinik Roseneck, der mittlerweile im Ruhestand ist, für seine Arbeit für Tinnitus-Patienten aus.

Am 16. Dezember erhielt Prof. Dr. Gerhard Goebel den Bundesverdienstorden – überreicht von Staatsminister Dr. Marcel Huber. Mit dieser Auszeichnung würdigt der Bundespräsident besonderes bürgerschaftliches Engagement.

Professor Goebel engagiert sich seit über 25 Jahren für Menschen, die unter quälenden Ohrgeräuschen leiden und darüber oft eine Depression entwickeln. Als Vize-Präsident der „Deutschen Tinnitus-Liga“ (DTL) mit ihren 14.000 Mitgliedern möchte er über Ursachen und Therapien informieren und die Arbeit der Selbsthilfegruppen fördern. Dr. Matthias Janta, Klinikleiter der Schön Klinik Roseneck, gratulierte im Namen aller Mitarbeiter zu dieser Auszeichnung.

Engagement für die Selbsthilfe

„Diese Auszeichnung würdigt die Arbeit unserer Selbsthilfegruppen und ihre Erfolge“, freut sich Professor Goebel. Als er sich vor einem Vierteljahrhundert erstmals mit dem Thema Tinnitus befasste, wurde dies noch als reine Erkrankung des Innenohrs interpretiert. Aber Versuche, mit Innenohrmedikamenten dem quälenden Pfeifen ein Ende zu bereiten, schlugen fehl. Die Betroffenen verzweifelten. Heute weiß man, dass Ohrgeräusche auch bei gesunden Menschen vorkommen, aber von Tinnitus-Patienten gesteigert wahrgenommen werden. Deshalb ergänzt die Psychotherapie die HNO-Medizin und hilft Patienten, mit den Ohrgeräuschen besser umzugehen. „Wir behandeln die Begleiterkrankungen wie die Depression und zeigen Betroffenen auf, wie sie ihre Wahrnehmung umlenken können – weg vom Pfeifen hin zu positiven Alltagserlebnissen“, erklärt Professor Goebel.

Wissenschaftliche Studie

Der Arbeit von Selbsthilfegruppen kommt aus seiner Perspektive eine besondere Bedeutung zu. In einer großen wissenschaftlichen Studie untersucht die „Deutsche Tinnitus-Liga“ zusammen mit der Universität Hamburg jetzt, ob Menschen, die eine Selbsthilfegruppe besuchen, ihre Erkrankung besser bewältigen als andere Patienten. „International wurde der Einfluss von Selbsthilfegruppen auf die Gesundheit bisher kaum untersucht. Wir sind gespannt auf die Ergebnisse“, so Professor Goebel.

Fortschritte in der Tinnitus-Therapie

Er ist Professor für HNO-Heilkunde, Facharzt für Innere und Psychotherapeutische Medizin und blickt auf 28 Jahre Engagement zurück. Als Oberarzt und seit 1999 als Chefarzt der Schön Klinik Roseneck in Prien am Chiemsee hat er neben seiner Selbsthilfearbeit den Schwerpunktbereich Tinnitus der Klinik aufgebaut. Hier bekommen jedes Jahr etwa 500 Tinnitus-Patienten eine psychosomatischen Krankenhausbehandlung. Im Ruhestand engagiert sich Professor Goebel als Berater der Klinik und weiterhin als Vizepräsident und Vorsitzender des Fachlichen Beirat der DTL. Er ist Autor zahlreicher Fachbücher zum Thema Tinnitus und bereitet derzeit das XI. International Tinnitus Seminar an der Charité in Berlin mit vor. „Rückblickend betrachtet haben wir riesige Fortschritte gemacht. Unser Behandlungskonzept ist sozusagen führend“, zieht Professor Goebel ein Fazit. „Dies enthebt uns natürlich nicht von der Aufgabe, zum Thema Tinnitus-Therapie weiter zu forschen.“

Pressemeldung Schön Klinik Verwaltung GmbH

Quelle: rosenheim24.de

Zurück zur Übersicht: Prien

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser