Großeinsatz wegen zwei Jugendlichen

Segeltörn auf Chiemsee wird zum lebensgefährlichen "Abenteuer"

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Prien/Chieming - Zwei Jugendliche brachen am späten Samstagnachmittag zu einem Segeltörn auf dem Chiemsee auf. Einige Stunden später fanden sie sich auf einem manövrierunfähigen Boot in einem nächtlichen Sturm mit acht Beaufort wieder.

Die beiden Jugendlichen waren gegen 16 Uhr in Prien zu einem Segeltörn mit ihrer Jolle aufgebrochen. Die Wetterverhältnisse waren schlecht, ungewohnt große Wellen und starker, böiger Wind machte den beiden zu schaffen. Das Boot kenterte, die Segler konnten ihr Boot allerdings selbstständig aufstellen und blieben dank ihrer Trockenanzüge und der Schwimmwesten, die sie trugen, wohlauf. Erst als nach Einbruch der Dunkelheit gegen 19 Uhr ihr Ruder beschädigt wurde und das Segelboot nicht mehr zu steuern war, holte die Besatzung die Segel ein und wählte den Notruf.

Daraufhin wurden alle Wasserrettungskräfte am Chiemsee und eine Schnelleinsatzgruppe aus Obing alarmiert. Bei kompletter Dunkelheit suchten die Einheiten nach dem Segelboot südlich der Fraueninsel. Dieses war nicht beleuchtet, auf Rückrufe auf ihr Handy antworteten die Segler nicht. Die Suche wurde zudem durch stärker werdenden Wind mit Geschwindigkeiten bis zu 70 km/h und durch äusserst starken Wellengang erschwert.

Schwimmwesten als Lebensretter

Gerettet wurden die Segler wohl von den Reflexstreifen an ihren orangefarbenen Schwimmwesten. Nur durch diese wurde ein Rettungsboot der Wasserwacht mit einem starken Scheinwerfer auf das Segelboot aufmerksam. Nach einer Sichtung der Lage östlich der Fraueninsel konnten die Kräfte eine erste Entwarnung geben: Die Jugendlichen waren wohlauf, jedoch von ihrem abenteuerlichen Ausflug sichtlich strapaziert. Während weitere Wasserwachtboote die Rettung absicherten, wurde einer der Brüder auf das Rettungsboot aufgenommen, der zweite half den Rettungskräften beim Sichern und Abschleppen des kleinen Segelbootes. Das Boot wurde ans nächstgelegene Ufer in Gstadt geschleppt, die Segler brachte die Wasserwacht zurück zu ihrem Heimathafen in Prien. Insgesamt dauerte der Einsatz etwa zwei Stunden. Im Einsatz waren fünf Rettungsboote des Wasserrettungsdienstes am Chiemsee.

Der Einsatz kam für alle Beteiligten überraschend: Bei kalten Temperaturen, starkem Wind und kompletter Dunkelheit hätte niemand mit Wassersportlern auf dem Chiemsee gerechnet. Die hiermit verbundenen Gefahren werden immer wieder unterschätzt. Obwohl die Betroffenen Kenntnis von den schwierigen Bedingungen hatten brachen sie am späten Nachmittag zum Segeln auf und entfernten sich weit vom Ufer. Die Wasserwacht warnt in diesem Zusammenhang erneut vor der Überschätzung der Fähigkeiten des eigenen Bootes und der Mannschaft. Die Sturmwarnleuchten, die in zwei Stufen vor Unwettern am Chiemsee warnen, sind ab dem 1. April aktiv. Auch auf diese sollten Wassersportler dann wieder besonders achten.

Pressemeldung BRK Wasserwacht Chiemsee

Quelle: rosenheim24.de

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