Jugendherbergswerk zu Votum in Prien

Alternativer Standort für Jugendherberge wird gesucht

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Auf dieser Wiese hätte eine Jugendherberge mit 200 Betten entstehen sollen
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Prien am Chiemsee - Am Sonntag, den 13. Mai, bekamen alle Priener die Chance, für oder gegen den Bau einer Jugendherberge an der Osternacher Straße zu stimmen. Das Ergebnis war eindeutig.

Update, 11.25 Uhr - Pressemeldung

Die Bürger Priens haben am 13. Mai in einem Bürgerbegehren abgestimmt und sich mit 53,9 Prozent gegen eine neue Jugendherberge in Prien entschieden. Die Verantwortlichen im Deutschen Jugendherbergswerk respektieren die Entscheidung der Bürger, bedauern jedoch, dass das Projekt in der Marktgemeinde Prien nicht umgesetzt werden kann. Nun wird ein Alternativstandort im Chiemgau gesucht.

Mit der Entscheidung am 13. Mai haben die Bürger der Marktgemeinde Prien gegen den Neubau einer Umwelt-Jugendherberge an der Osternacher Straße gestimmt. "Wir hatten ein besonderes, stimmiges Konzept und viele Pläne mit der Jugendherberge in Prien. Es ist sehr schade, dass wir es nun nicht umsetzen können. Aus unserer Sicht hat sich die Gemeinde Prien eine große Chance im Sozialtourismus entgehen lassen", sagt Vorstand Michael Gößl zu der Entscheidung. "Wir respektieren selbstverständlich die Mehrheitsentscheidung und möchten unseren ausdrücklichen Dank an die vielen Bürger, an den Bürgermeister und an die meisten Gemeinderäte richten, die uns über lange Zeit in einem schwierigen Prozess ausdauernd unterstützt haben."

Der Landesverband wird nun nach einem alternativen Standort im Chiemgau für das Konzept Umwelt-Jugendherberge suchen. Vorstand Winfried Nesensohn: "Für uns ist der Standort, die Destination Chiemgau, aus umwelt- und kulturhistorischer Sicht nach wie vor von höchster Bedeutung. Das Konzept der geplanten Jugendherberge ist stimmig und wird viele junge Gäste und Familien an den Standort holen. Daran halten wir weiter fest."

Pressemitteilung des Deutschen Jugendherbergswerks Landesverband Bayern e. V.

Vorbericht

Die Pferde auf dem 6.500 Quadratmeter großen Grundstück, auf dem das Jugendherbergswerk vier zweigeschossige Häuser mit Platz für 200 Betten errichten wollte, werden nun auch weiterhin dort weiden.

Die Priener haben nämlich am Sonntag in einem Bürgerentscheid der Herberge an dieser Stelle eine Absage erteilt

Das Grundstück ist bereits seit 2006 im Flächennutzungsplan für eine touristische Nutzung ausgewiesen. Das Herbergswerk braucht nach der Schließung seines Hauses an der Carl-Braun-Straße ein neues Gebäude und suchte sich den Standort an der Osternacher Straße dafür aus, was einigen Prienern nicht behagte. Sie beantragten ein Bürgerbegehren, dem der Gemeinderat im März diesen Jahres statt gab.

Enttäuschung vs. Jubel

Die Reaktionen auf das Ergebnis hätten nicht unterschiedlicher sein können. Während die Gegner der Jugendherberge am Sonntag Abend nach Veröffentlichung des Endergebnisses in der Aula der Franziska-Hager-Schule jubelten und sich gegenseitig beglückwünschten, waren die Gesichter bei Jugendherbergsvertretern und Bürgermeister eher lang.

Priens Erster Bürgermeister Jürgen Seifert verkündete nach dem Ergebnis: "Für mich und alle Mitarbeitenden im Gemeinderat ist das Ergebnis eine Enttäuschung, da mache ich keinen Hehl draus. Ich hätte gerne eine Jugendherberge gehabt." 

Vorstand Michael Gößl vom Jugendherbergswerk zeigte sich ebenfalls enttäuscht. "Ich kann nicht verleugnen, dass wir traurig sind, aber das war eine demokratische Abstimmung und die Bürger heben entschieden. Man hat hier eine Chance vertan, es war ein gutes Konzept." Man werde sich jetzt zeitnah nach einem anderen Sandort in einer anderen Gemeinde umsehen. 

Warum der alte Standort an der Carl-Braun-Straße nicht genutzt werden kann? "Das hat vor allem zwei Gründe: Zum einen befinden wir uns dort in einem reinen Wohngebiet, da hat eine Jugendherberge keinen Platz", so Gößl. "Zum Anderen gibt es dort nicht genügend multifunktional nutzbaren Freiraum."

Quelle: rosenheim24.de

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