Petition für von Abschiebung bedrohten Flüchtling

"Herr Ahmadi soll in Prien bald wieder ganz große Brötchen backen"

+
Martin Hagen, Martina Blank (Ortsvorsitzende FDP Chiemgau), Naseer Ahmadi und Luitpold Müller (v.l.n.r.)
  • schließen
  • Markus Zwigl
    Markus Zwigl
    schließen

Prien am Chiemsee - Naseer Ahmadi kam 2013 nach Deutschland und lebt seither in Prien. Er arbeitete drei Jahre lang in einer Bäckerei - doch jetzt soll er abgeschoben werden. Unterstützer haben jetzt eine Petition für Naseer ins Leben gerufen.

UPDATE, Donnerstag, 8 Uhr - Petition für Naseer Ahmadi

Auf Open Petition wird eine Arbeits- und Aufenthaltserlaubnis für Ahmadi gefordert. Am Donnerstagmorgen hatte die Petition bereits 347 Unterstützer (Stand: 8 Uhr).

Zur Begründung hieß es: "Herr Ahmadi hat sich völlig in unsere Gesellschaft integriert und kommt komplett für seinen Lebensunterhalt auf. Er arbeitete mehrere Jahre als Bäcker in der Bäckerei Müller. Der Inhaber, Luitpold Müller, würde Herrn Ahmadi gerne zum Bäcker ausbilden, jedoch wurde dies von der zuständigen Behörde untersagt.

Ich kann nicht verstehen, dass solche Menschen, die unsere Gesellschaft braucht und die mit beiden Beinen im Leben stehen, ausgewiesen werden sollen. Das ist für mich eine Ungerechtigkeit, die ich nicht hinnehmen möchte. (...) Mir ist es ein Herzensanliegen und ich werde mich stark machen, dass Naseer Ahmadi in Deutschland bleiben darf und in der Bäckerei Müller in Priem weiter arbeiten kann. Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, ich bitte Sie aus tiefster Überzeugung, mich bei dieser Petition zu unterstüzen. Herr Ahmadi soll in Prien bald wieder GAAAANZ GROSSE Brötchen backen."

Die Petition wurde von Frank Häring aus Kempten ins Leben gerufen.

Die Erstmeldung:

In Prien droht dem gut integrierten Afghanen Naseer Ahmadi die Abschiebung. Deshalb machte sich Martin Hagen, Spitzenkandidat der bayerischen FDP zur Landtagswahl, auf den Weg diesen zu besuchen und herauszufinden was dahinter steckt. 

Im Gespräch mit Luitpold Müller, dem Geschäftsführer der Priener Bäckerei Müller, und Naseer Ahmadi wurde deutlich, wie gut sich dieser in den vergangenen Jahren in seiner neuen Heimat eingliedern konnte. Herr Müller wollte Naaser gerne zum Konditor ausbilden, doch die Behörden verweigerten eine entsprechende Genehmigung. Obwohl der Flüchtling drei Jahre lang gewissenhafte Arbeit in der Bäckerei ablieferte. Durch den Job konnte er seinen Lebensunterhalt bestreiten, zahlte Steuern und Sozialversicherungsbeiträge.

"...brauchen dringend ein Einwanderungsgesetz"

Weil Herr Müller händeringend Azubis sucht, wäre Naseer die perfekte Lösung gewesen. Neben dem nun fehlenden Job und Geld hat der gebürtige Afghane ein noch viel größeres Problem: Er muss mit seiner Abschiebung rechnen. "Bayern fährt diesbezüglich die restriktivste Linie aller Bundesländer, obwohl die Wirtschaft bei uns besonders stark unter dem Fachkräftemangel leidet", kritisiert in diesem Zusammenhang Martin Hagen. Unter dem Strich eine bedauerliche Situation für beide Seite - Herrn Müller fehlt in der Hochsaison eine wichtige Arbeitskraft und Naseer Ahmadi hat wohl bald kein Zuhause mehr.

Der FDP-Politiker Hagen fordert deshalb eine Änderung der Flüchtlingspolitik: "Wir müssen die Hürden in den Arbeits- und Ausbildungsmarkt abbauen und brauchen dringend ein Einwanderungsgesetz, das auch Menschen wie Ahmadi den 'Spurwechsel' vom Flüchtling zum Arbeitsmigranten ermöglicht!"

mz mit Material von Martin Hagen

Quelle: rosenheim24.de

Zurück zur Übersicht: Prien

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser