Infogruppe: "Mord wird für antimuslimischen Rassismus instrumentalisiert"

Gedenkmarsch für die in Prien ermordete Farima S.

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Zahlreiche Blumensträuße wurden nach der Tat vor dem Priener Supermarkt niedergelegt.
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Prien am Chiemsee - Am 29. April jährt sich der Todestag der vor einem Priener Supermarkt ermordeten Christin Farimah S. Das „Bündnis Chiemgau gegen Gewalt" veranstaltet zu diesem Anlass am Montag einen Gedenk- und Schweigemarsch.

Knapp ein Jahr ist es nun her, dass die zum Christentum konvertierte Afghanin Farimah S. von ihrem Landsmann Hamidullah M. vor dem Lidl Supermarkt in Prien brutal ermordet wurde. Der 30-Jährige wurde vor dem Landgericht Traunstein deshalb zu lebenslanger Haft verurteilt. Der Fall hatte deutschlandweit für Aufsehen gesorgt. 

Gedenkmarsch anlässlich des Todestages von Farimah S.

Mit einer Facebookveranstaltung lädt das sogenannte „Bündnis Chiemgau gegen Gewalt“ am Montag zu einem Gedenk- und Schweigemarsch in Prien ein.

"Anlässlich des 1. Todestages von Farima, ermordet am 29.04.2017 und stellvertretend für alle weiteren Opfer… Kommen Sie bitte zahlreich und gedenken Sie aller Gewaltopfer! Es handelt sich um keine politische Veranstaltung Alle sind herzlich eingeladen! Veranstalter: Bündnis Chiemgau gegen Gewalt", heißt es in der Einladung.

Im Gespräch mit chiemgau24.de wird Brigitte Müller vom "Bündnis Chiemgau gegen Gewalt" noch konkreter: "Das ist keine Veranstaltung der AfD! Es geht nicht um politische Meinungsmache, Parteiabzeichen sind verboten. Aber jeder, der sich an die Regeln hält, darf sich unserem Gedenkmarsch anschließen."

Infogruppe: "Rechter Trauermarsch"

Die Veranstaltung schlägt bereits Wellen im Netz. Die Infogruppe Rosenheim veröffentlichte auf ihrer Homepage eine Meldung, dass der Trauermarsch dem rechten Spektrum zuzuordnen sei. In der Meldung der Infogruppe heißt es: "Rechter Trauermarsch in Prien geplant. Am Montag, 30.04.18 wollen Personen aus dem Umfeld der AfD den Mord an Farima für ihren antimuslimischen Rassismus instrumentalisieren."

Das Facebook-Event trage das Label „überparteilich“, sei aber laut Infogruppe über ein Profil erstellt, für das der Bezirkstagswahlkandidat der AfD im Stimmkreis Rosenheim-West presserechtlich verantwortlich zeigt.

Weiter heißt es: "In sozialen Netzwerken wird zu einem "Schweigemarsch zum Gedenken der ermordeten Farima in Prien" mobilisiert. In sozialen Netzwerken haben Personen aus der AfD und aus den Kreisen der bei PEGIDA München Mitmarschierenden Interesse an der Veranstaltung bekundet. Die stellvertretende AfD-Landesvorsitzende, Katrin Ebner-Steiner (Metten), hat dort ihr Kommen angekündigt."

Auch in Flugblättern, die in Prien jetzt an die Haushalte verteilt wurden, wird zum Protest „Gegen den AfD-Schweigemarsch in Prien am Chiemsee“ aufgerufen, berichtet die Chiemgau-Zeitung

Familie und Asylhelfer distanzieren sich von Gedenkmarsch

Wie die Zeitung weiter berichtet, distanzieren sich die Familie von Farimah und auch der "runde Tisch Asyl" von dem Trauermarsch. 

„Maßgebliche Bedeutung hat für uns hier der unbedingte Wunsch der hinterbliebenen Familie nach absoluter Ruhe. Dies zu respektieren ist für uns und sollte für jeden selbstverständlich sein! Unabhängig von jeglicher politischen Ausrichtung werden und möchten wir in keinem Fall und unter keinen Umständen die Instrumentalisierung des Todes von Farimah unterstützen", heißt es in einer Erklärung gegenüber der Chiemgau-Zeitung.

Zwei Veranstaltungen beim Landratsamt bereits angemeldet

Wie uns Pressesprecher des Landratramtes Rosenheim, Michael Fischer auf Nachfrage mitteilte, sind für den Montag zwei Veranstaltungen angemeldet und genehmigt. Um Märsche, wie im Internet angekündigt, handle es sich jedoch nicht.

Quelle: rosenheim24.de

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