Über 700 Traktoren stehen Spalier für Politiker

Landwirte bei Merkels Prien-Besuch: „Ohne uns geht es nicht“

links: Über 700 Traktoren haben die ankommenden Politiker in Prien begrüßt. rechts: Landwirtschaftsministerin Michaele Kaniber im Gespräch mit den Landwirten.
+
links: Über 700 Traktoren haben die ankommenden Politiker in Prien begrüßt. rechts: Landwirtschaftsministerin Michaele Kaniber im Gespräch mit den Landwirten.

Prien – Rund um den Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel haben Landwirte ihren Unmut über die aktuelle Situation auf einer Demonstration in Prien geäußert. Neben 50 zugelassenen Demonstranten haben sich auch über 700 Traktoren zusammengefunden.

„Wir wollten den Verbrauchern und der Politik zeigen, dass es ohne uns nicht geht. Wenn wir wegfallen, hat der Bürger keine Kontrolle mehr über das, was er täglich benötigt“, so Sepp Hofmeister aus Rimsting, aktiv bei "Land schafft Verbindung" und Versammlungsleiter der Demo in Prien, über die Veranstaltungsgründe. Man wolle die Verbraucher vor Importware schützen.


Es gibt Probleme, beispielsweise beim Umwelt- oder Artenschutz. Doch dafür müssten gemeinsame Lösungen gesucht werden und keine ideologischen Unwahrheiten verbreitet werden“, berichtet Hofmeister und nimmt die Politiker, die anlässlich der Kabinetttagung auf Herrenchiemsee gekommen sind, in die Pflicht. 

"Totengräber" in der Politik

Auch die Bayerische Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber suchte bei der Demo das Gespräch mit den Bauern. „Ich persönlich bin mit ihr nicht zufrieden. Der Strukturwandel kann sehr schnell kommen“, warnt Hofmeister. Die oft erwähnten Fördergelder würden auch nicht bei den Landwirten ankommen.


Eine klare Botschaft der Landwirte an die Politik.

Die Bauern ärgern sich auch über die jüngsten Verordnungen von der EU aus Brüssel und machen ihrerseits deutlich, dass sie Angst vor möglichen "Lippenbekenntnissen" der CSU-Politikerin haben. Dass sie als "Totengräberin der deutschen Landwirte" bezeichnet wird, sei für sie eine echte Watschn, betont Kaniber im Gespräch.

Mehr als 700 Traktoren begrüßen Politiker

Da am Kundgebungsort selbst aufgrund der Corona-Bestimmungen nur 50 Demonstranten zugelassen waren, ließen sich die Veranstalter noch etwas Besonderes einfallen. Von der Autobahnausfahrt Bernau weg bis hin zum Kreisverkehr am Ortseingang von Prien hatten sich entlang der gesamten Priener bzw. Bernauer Straße mehr als 700 Traktoren aufgestellt, um für die ankommenden Politiker Spalier zu stehen und ein Zeichen zu setzen.

Demo bei Merkel-Besuch: Landwirte begrüßen Politiker mit 700 Traktoren

 © jz
 © cz
 © cz
 © cz
 © cz
 © cz
 © cz
 © jz
 © jz
 © jz
 © jz
 © jz
 © jz
 © jz
 © jz
 © jz
 © jz
 © jz
 © jz
 © jz
 © jz
 © jz
 © jz
 © jz
 © jz
 © jz
 © jz
 © jz
 © jz
 © jz
 © jz
 © jz

„Ist der Bauer ruiniert, wird dein Essen importiert“, „Stoppt Merkel, was andere über Jahre schufen, zerstört Sie in Tagen!“, „Ihr solltet nicht vergessen, wir machen Euer Essen“, „Regionale Lebensmittel brauchen regionale Landwirte“ oder „Noch strengere Auflagen sind nicht mehr zu ertragen“ standen beispielsweise auf den Plakaten der Schlepper. Sogar ein Flugzeug flog seine Runden über Prien mit dem Spruch: „Redet mit uns - Eure Landwirte.“

Hofmeister: "Wir werden weiter kämpfen"

„Wir werden weiter für unsere Landwirtschaft einstehen und dafür kämpfen. In 20 Jahren möchte ich sagen können, dass wir alles versucht haben, die Landwirtschaft zu erhalten, die unsere Kulturlandschaft pflegt“, so Hofmeisters abschließend. Ob sie sich bei den Politikern mit ihren Aktionen Gehör verschafft haben, wird die Zukunft zeigen.

jz

Quelle: rosenheim24.de

Kommentare