Wohnprojekt für behinderte Menschen in Prien

"Leben mit Handicap" - Besuch von Stewens

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Von links: Stefan Mayer von "Mayer und Reif - Ambulante Pflegedienste", CSU-Landtagsabgeordneter Klaus Stöttner, die ehemalige Bayerische Sozialministerin Christa Stewens, die Leiterin der Wohnanlage "Leben mit Handicap" Anita Read, Geschäftsführer "Leben mit Handicap" Günther Bauer und Alois Reif von "Mayer und Reif - Ambulante Pflegedienste"

Prien - Mehr Unterstützung für Menschen mit Behinderung fordern die Betreiber des Wohnprojekts. Klaus Stöttner besuchte die Einrichtung mit der ehemaligen Sozialministerin Stewens.

Das Modellprojekt „Leben mit Handicap“ in Prien am Chiemsee möchte Menschen mit Behinderung in ihrer Eigenständigkeit stärken. Unterstützung finden die Betreiber der Wohnanlage in der ehemaligen Sozialministerin Christa Stewens und dem CSU-Landtagsabgeordneten Klaus Stöttner. Dieser setzte sich bereits vor dem Bau der Einrichtung tatkräftig für das Projekt beim Bezirk Oberbayern ein.

Stewens und Stöttner besuchten nun die Vorzeige-Einrichtung, um den Behinderten finanzielle Hürden zu nehmen, die sie bewältigen müssen, wenn sie sich aus dem Elternhaus lösen möchten. Auch eine neue Förderstätte für Schwerbehinderte in der Nähe der Wohneinrichtung war Thema.

30 Mieter in drei Wohngemeinschaften

Vor rund einem Jahr wurde die Einrichtung im Herzen von Prien eröffnet. Mittlerweile beherbergt das Vorzeigemodell 30 Mieter mit überwiegend Körper- und Mehrfachbehinderung in drei Wohngemeinschaften. Der Weg in die Eigenständigkeit ist für die meisten Menschen mit Behinderung allerdings kein leichter Schritt. Viele Dinge müssen im Vorfeld geklärt werden, darunter die Art der Einrichtung und das sogenannte Persönliche Budget zur Finanzierung der neuen Wohnstätte.

Beratung in diesen Punkten erhalten die Betroffenen von öffentlicher Seite in München beim Bezirk Oberbayern. Hier konnte der Landtagsabgeordnete Stöttner bereits erfolgreich zwischen der Einrichtung, den Betroffenen und der Behörde vermitteln. Dies war nur der erste Schritt, so Stöttner: „Nun müssen Bedingungen geschaffen werden, um die Menschen mit Behinderungen direkt vor Ort oder in der Nähe ihres Heimatortes kompetent über die passende Wohnform und die Finanzierung beraten zu können.“

Diese Aussage begrüßte der Geschäftsführer der Wohnanlage, Günther Bauer: „Für Menschen mit, vor allem körperlicher, Behinderung ist es schwer, in jeder Beratungsfrage den Weg nach München anzutreten.“ Deshalb würden Eltern meist Hilfe durch eine Sozialpädagogin in Anspruch nehmen, die sich zum Beispiel um den Antrag eines persönlichen, finanziellen Budgets beim Bezirk Oberbayern kümmere.

Dies sei wiederum eine Kostenfrage, da für die Antragsphase, also von der Stellung eines Antrags auf finanzielle Unterstützung bis zum ersten Bescheid, etwa 30 bis 40 Stunden Aufwand eingerechnet werden müssten.

Unterstützung von Stewens

In der Priener Wohnanlage werden diese Leistungen einer Beratung vorläufig vom Betreiber übernommen. „Im Optimalfall übernimmt der Bezirk Oberbayern künftig die Kosten für eine beratende Assistenz als pädagogische Begleitung beim Übergang aus dem Elternhaus ins ambulant-betreute Wohnen“, so der Geschäftsführer der Wohnanlage „Leben mit Handicap“, Günther Bauer. In anderen Bundesländern wie Nordrhein-Westfalen sei dies eine gängige Praxis. Die ehemalige Sozialministerin Christa Stewens hat bei der Umsetzung der Kostenübernahme einer beratenden Assistenz ihre Unterstützung zugesagt.

Die ehemalige Sozialministerin begrüßte auch die Idee einer neuen Förderstätte in der Nähe der Wohnanlage „Leben mit Handicap“. Nur 300 Meter von der Einrichtung entfernt stünde eine Lagerhalle frei, die für Menschen mit Behinderung umgebaut werden soll, die nicht in einer Werkstatt arbeiten können, das heißt schwer- und schwerstmehrfach behindert sind.

Lange Fahrzeiten

Zwei Menschen beherbergt das „Leben mit Handicap“ derzeit, die deshalb jeden Tag in die Förderstätte der Caritas Wendelstein Werkstätten nach Raubling gebracht werden müssen, da es keine derartige Einrichtung in der Nähe gibt. Dabei sind die beiden Betroffenen jeden Tag rund drei Stunden in Minibussen unterwegs und müssen dafür teilweise bereits um fünf Uhr morgens geweckt werden.

Weil es in Prien noch weitere schwer- und schwerstmehrfach behinderte Menschen gibt, die dieses Angebot nutzen würden, wurde nun die Einrichtung einer eigenen Förderstätte durch den Verein „Leben mit Handicap“ angedacht. Christa Stewens regte in diesem Punkt an, eine Werkstatt an die Förderstätte anzugliedern, da „es immer noch zu wenige Werkstätten für Menschen mit Behinderung in Bayern gibt“. Dafür wollen sich Christa Stewens und der Abgeordnete Klaus Stöttner in Zukunft verstärkt einsetzen.

Pressemitteilung CSU-Bürgerbüro Rosenheim

Quelle: rosenheim24.de

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