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Festlicher Start

Mensch steht im Mittelpunkt: Neues Caritas-Zentrum in Prien eröffnet und gesegnet

Neues Caritas-Zentrum in Prien gesegnet
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Caritas-Vorständin Gabriele Stark-Angermeier, eingerahmt von Vorstandskollege Thomas Schwarz (l.) und Kreisgeschäftsführer Erwin Lehmann vor dem neuen Caritas-Zentrum in Prien.

Prien - Das neue Caritas-Zentrum ist Prien ist eröffnet worden.

Die Meldung im Wortlaut

Gemeinsam mit zahlreichen Gästen aus Politik, Kirche und Wirtschaft  haben die Vorstände des Diözesan-Caritasverbands München und Freising Gabriele Stark-Angermeier und Thomas Schwarz sowie Kreisgeschäftsführer Erwin Lehmann das neue Caritas Zentrum in Prien am gestrigen Dienstag feierlich eröffnet. Die neue soziale Anlaufstelle an der  Beilhackstraße 15 in Prien wartet mit einer Vielzahl an sozialen Dienstleistungen sowie drei Sozialwohnungen auf. Gebündelt sind hier die Interdisziplinäre Frühförderung, die „Priener Tafel“, Ämterlotsen, die Schuldner- und Soziale Beratung, Gemeindecaritas und bürgerschaftliches Engagement, die Beratungsstelle für Eltern, Kinder und Jugendliche, die Fachstelle für pflegende Angehörige sowie der Sozialpsychiatrische Dienst. „Der Neubau ersetzt die bisherigen drei Standorte in  Prien, die viel zu klein geworden sind“, so Stark-Angermeier.  

In einem Zwiegespräch erzählten Caritas-Vorständin Gabriele Stark-Angermeier und Caritas-Vorstand Thomas Schwarz von den Vorteilen und den Herausforderungen des neuen Caritas-Zentrums und dankten allen am Bau Beteiligten. Schwarz dankte „insbesondere allen Förderern und  Spendern, die dazu beigetragen haben, dass wir einen guten Teil des Baus durch Spenden und  Vermächtnisse finanzieren konnten.“ 

Steigende Armut: Immer mehr Tafel-Kunden und weniger Lebensmittelspenden

Die Caritas-Vorständin warnte vor einer rasant wachsenden Welle der Armut. Die Unterstützungsbedarfe stiegen. „Nicht nur durch die Herausforderungen, die die Covid-19-Pandemie mit sich  bringt, oder ausgelöst durch den Krieg in der Ukraine, sondern ebenso durch längerfristige ungünstige gesellschaftliche Entwicklungen.“ Durch die Belastungen der Jugendlichen und Familien in der  Coronazeit und insgesamt gebe es eine zunehmend stärkere Nachfrage in der Beratungsstelle für Kinder, Jugendliche und Familien.

Stark-Angermeier mahnt: „Bei der Tafel und in der sozialen Beratung erleben wir: Die Zahl der Haushalte in prekären Situationen nimmt zu. So hatte die Tafel in  Prien vor dem Ukraine-Konflikt ca. 360 wöchentliche Besucherinnen und Besucher, nun sind es über 500 und wir rechnen mit einem weiteren Anstieg.“

Gleichzeitig stagnierten die Lebensmittel spenden oder nähmen tendenziell ab. Auch in der Schuldnerberatung meldeten sich mehr Klienten/-innen zur Privatinsolvenz an. „Dem sozialen Abstieg entgegenzuwirken, dazu leistet die Caritas ihren Anteil mit all den Diensten unter einem Dach!“, betonte die Caritas-Vorständin. Bei der Fachstelle für pflegende Angehörige steige das Segment der Familienpflege ebenso stark  an wie der Unterstützungsbedarf für pflegende Angehörige und im Sozialpsychiatrischen Dienst. 

Frühförderstelle seit 1996

Mit sieben Mitarbeitenden bleibt die interdisziplinäre Frühförderstelle für Kinder mit Behinderungen  ein zentrales Angebot, betonte Schwarz. Der Mehrwert der Frühförderung, die seit 1996 vor Ort  sei, „besteht in der Bündelung in einem Haus mit seinen kurzen Wegen, was den verschiedenen  Fachdiensten eine schnelle Zuarbeit und gemeinsame Fallbesprechungen ermöglicht. So kann ein  Kind, das in der Spielgruppe betreut wird und von einer Behinderung betroffen ist, gleichzeitig von der interdisziplinären Frühförderung begleitet werden und die Eltern nehmen Erziehungsberatung  in Anspruch.“ Sollten zudem auch finanzielle Probleme hinzukommen, sei auch die Soziale Beratung oder die Schuldnerberatung oder, bei psychischen Problemen, der Sozialpsychiatrische  Dienst vor Ort.

„Nach innen ist es die Zusammenarbeit zwischen unseren medizinischen Therapeuten, unseren pädagogischen Therapeuten. Ein Kind wird immer durch ein multiprofessionelles Team begleitet, das sich inhaltlich zuarbeitet“, erklärte Schwarz und weiter: „Nach außen ist es die  Zusammenarbeit mit Schulen, Haus- und Fachärzten und mit externen Therapeutinnen und Therapeuten.“ 

Vorteil: Synergien und Interdisziplinarität

Von den knapp 10.000 Menschen, die 2021 von den Fachdiensten des Caritas-Zentrums beraten  oder betreut wurden, kämen 1.566 Menschen aus dem Dekanat Chiemsee, rechnete Stark-Angermeier vor. Das neue und flexible Raumkonzept mit multifunktionaler Ausstattung ermögliche das  Arbeiten in unterschiedlichen Settings, unterstütze die Synergien der Zusammenarbeit der unter schiedlichen Fachdienste und spiegele die konzeptionelle Weiterentwicklung der Caritas-Zentren wider. „Dies bedeutet aber keine Einschränkung, sondern im Gegenteil bedingt durch den Neubau mehr Platz – und mehr Interdisziplinarität durch die Anbindung der vielen Fachdienste im Haus“,  unterstrich die Caritas-Vorständin. 

Integrative Spielgruppe

Für zwölf Kinder im Alter von 1 bis 3 Jahren steht im Haus eine integrative Spielgruppe zur Verfügung. Dafür dankte Annette Resch, Vorständin des Sozialdienstes katholischer Frauen (SkF) Südostbayern, in dessen Händen die Spielgruppe liegt. Resch unterstrich, wie wichtig es sei, dass die Kinder „in einem christlichen Haus“ betreut werden können. Resch betonte, dass die Kinder auch  nur an einem, zwei oder drei Tagen in der Woche gebracht werden können.  

Ein Meilenstein

Bürgermeister Andreas Friedrich sprach von einem „sehr besonderen Haus für Prien, weil hier der  Mensch im Mittelpunkt steht und Hilfe und Anleitung zur Selbsthilfe, Hoffnung und Halt findet“. Vis a-vis des Naturparadieses Eichental sei eine neue soziale Heimat für Prien und die Chiemseeregion geschaffen worden. Der Bau sei ein Meilenstein, der ihn als Bürgermeister sehr froh stimme,  weil bislang die sozialen Dienstleistungen für die Familien und Menschen mit unterschiedlichen  Problemlagen sehr verstreut und teilweise auch beengt gewesen seien.  

Ein Solitär mit Photovoltaik und Wärmepumpe

Architekt Hansmartin Jahn dankte allen Gewerken und hob den Willen der Verwaltung hervor, das Haus inklusive drei Wohnungen und 18 Stellplätzen ermöglich zu haben. Der Bau mit insgesamt 833 Quadratmetern Nutzfläche und 150 Quadratmetern Wohnraum sei einfach und dauerhaft – und jederzeit anpassbar. „Der Standort mit seiner Nähe zu Zentrum und Bahnhof geradezu ideal“,  so Jahn. Das Caritas-Zentrum füge sich in den Dreiklang mit Lechner-Haus und Schmidtscher Kartenfabrik und sei dennoch ein Solitär. „Das Gebäude wird in Prien Identität schaffen und hat einen hohen Wiedererkennungswert“, ist Jahn sicher. In weiser Voraussicht setzte der Architekt auf eine  regenerative Energieversorgung mit Photovoltaik und Wärmepumpe – statt auf Erdgas. „Als ehe maligem Zivi war es mir eine Freude, für die Caritas zu arbeiten“, schloss Jahn. 

Ökumenische Segnung 

Reichen Segen erhielt das Haus gleich von drei Kirchenvertretern: Vom katholischen Pastoralreferenten Werner Hofmann, vom evangelischen Pfarrer Karl-Friedrich Wackerbarth sowie von Rita  Sandig von der Neuapostolischen Kirche. Wackerbarth sprach vom „großen Glück, dass die Caritas da ist“. Auch Hofmann zeigte sich froh, „dass wir die Caritas an unserer Seite haben“, die für  alle da sei und äußerte den Wunsch: „Schenk allen ein offenes Herz, die Hilfe suchen.“ (beb)

Pressemitteilung Caritas Rosenheim

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