Marktgemeinde soll attraktiver werden

Online-Umfrage des Jugendrats zeigt, was sich junge Priener wünschen

Der Priener Jugendrat hat eine Online-Umfrage gestartet und ruft alle jungen Leute aus Prien und Umgebung dazu auf, mitzumachen. Das Ziel: Prien soll für Jugendliche attraktiver werden. Schon jetzt zeigen die ersten Teilnehmerstimmen, wo der Schuh drückt.

Prien – Fahrradfreundlicher könnte Prien sein, mit mehr gesicherten Wegen für die, die umweltfreundlich unterwegs sind. Mehr nette, offizielle Treffpunkte für Jugendliche mit Sitzgelegenheiten bräuchte es. Und ein Jugend-Programm, das diesen Namen auch verdient.

Das sind die ersten Ergebnisse, die eine Umfrage des Priener Jugendrats ergeben hat. 35 junge Leute ab 15 Jahren haben bislang an der Online-Befragung auf dem Instagram-Profil „jugendratprien“ teilgenommen und allerhand Fragen beantwortet. „Wenn du etwas an Prien ändern könntest, was wäre das?“, lautet zum Beispiel eine. „Kannst du in Prien all deinen Hobbies nachgehen?“ oder „Was würdest du am Priener Nachtleben ändern?“ sind weitere.

Jugendprogramm im Sommer

Die Befragung soll noch einige Wochen laufen, mitmachen kann jeder, „der sich selbst zur Gruppe der Jugendlichen zählt, und egal, auf welche Schule er oder sie geht“, erklärt Projektleiter Alexander Badlo vom Jugendrat, der die Umfrage erstellt hat. Es soll sich ein buntes, vielschichtiges Bild ergeben, das möglichst viele Meinungen berücksichtigt.

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„Am Ende werden wir Kernpunkte aus allen Antworten herausgreifen“, so Badlo. Der 18-Jährige ist selbst Schüler, geht in die zwölfte Klasse des Ludwig-Thoma-Gymnasiums.

Jugendrat: Bar und Skateplatz wichtige Projekte

Er ermutigt auch Mittel- und Realschüler, sich einzubringen. Freilich sei es nicht schlecht für Jugendliche in Prien, meint man beim Jugendrat. Man könne an Angeboten anknüpfen, die es schon mal gab, etwa die Beach Bar am Wendelsteinplatz. „Die Bar und der Skateplatz sind zwei Beispiele, die es ohne den Jugendrat nicht geben würde“, sagt Vorsitzender Thomas Lange.

Er spricht für die Gruppe der 18- bis 21-Jährigen in Prien, während seine Kollegin Mascha Hoffmann-Kuhnt mit ihrem Jugendrat-Team für die 14- bis 17-Jährigen da ist. Da der aktuelle Jugendrat noch neu ist, konnte er bis dato noch kein eigenes Projekt abschließen, aber das soll sich laut Lange ändern.

Diskussionsrunden im Sommer

Eine Grundlage dafür könnten die Umfrageergebnisse sein. Die Initiatoren hoffen auf möglichst viele konstruktive Beiträge, um Vorhandenes noch besser zu machen und neuen Projekten Raum zu verschaffen. „Deutlich zeigt sich bei den 35 Teilnehmern bis jetzt bereits, dass die Schwerpunktthemen Feminismus, Rassismus und Klimaschutz bei Jugendlichen einen hohen Stellenwert haben und berücksichtigt werden sollen.“

Eine Idee, wie das gehen soll, hat der Jugendrat auch schon: „Im Sommer könnte es ein Jugendprogramm geben mit Diskussionsrunden, zu denen wir einen Experten einladen. Es soll dabei Platz sein für Meinungsaustausch und Kontakte.“ Ergänzend könnte es dazu kleine Kurse oder Workshops geben.

Apropos Raum verschaffen: Jugendzentren werden in der Regel von Gemeinden oder anderen Trägern wie Kirchen in bester Absicht geschaffen. Ob dieses Angebot am Ende auch gern angenommen wird und den Wünschen der Nutznießer entspricht, steht auf einem anderen Blatt.

Jugendliche finden Jugendzentrum nicht besonders attraktiv

Schwarz auf weiß jedenfalls bestätigen einige Teilnehmer der Jugendrat-Umfrage, dass sie das Priener Jugendzentrum nicht besonders attraktiv finden. Es könnte freundlicher gestaltet sein und gehöre renoviert. „Manche Teilnehmer meinen auch, das Zentrum könnte sein Image verbessern.“

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Der Jugendrat stehe einer engeren Vernetzung positiv gegenüber, sagt Badlo zum Thema Jugendzentrum. „Wir stellen uns zum Beispiel vor, dort eine unserer Sitzungen abzuhalten, die sonst im Rathaus stattfinden. Das könnte auch zum gegenseitigen, besseren Kennenlernen beitragen.“ Lange ergänzt, dass die Marktgemeinde den Jugendrat unterstütze. Auch die Kommunikation mit den Schulen verlaufe gut. Über das Endergebnis der Umfrage berichten wir, wenn diese abgeschlossen und ausgewertet ist.

Das ist der Jugendrat

Der Jugendrat wird alle zwei Jahre gewählt und setzt sich aus zwölf Mitgliedern in zwei Altersgruppen zusammen. Unterstützt werden sie von der Priener Jugend- und Schulreferentin Annette Resch in Zusammenarbeit mit den Vertretern der örtlichen Jugendarbeit.

Der Rat wurde 2009 gegründet, um Jugendlichen aus Prien und Umgebung bei allen kinder- und jugendrelevanten Themen, Projekten und Vorhaben der Gemeinde Gehör und Geltung zu verschaffen. Über den Marktgemeinderat können die Jugendlichen und jungen Erwachsenen Vorschläge einbringen.

Rubriklistenbild: © Jens Kalaene/dpa

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