Vollsperrung am Ortseingang

Prien saniert Weidachstraße: Fast drei Monate Umleitung über Rimsting

Wer im Priener Norden wohnt, muss sich ab 15. März wieder auf weite Wege einstellen. Die Gemeinde setzt die Sanierung der Weidachstraße fort und muss deshalb die beliebter Route von und nach Rimsting und ans östliche Chiemseeufer voraussichtlich bis Anfang Juni komplett sperren.

Prien – Kurz vor Weihnachten 2020 hatten der Markt Prien und die beauftragte Firma Speicher aus Altenmarkt nach drei Monaten den ersten, etwa 350 Meter langen Bauabschnitt zwischen der Prienbrücke an der Gemeindegrenze und der Bebauung in Westernach fertiggestellt. Jetzt geht es südlich davon weiter.

Offizielle Umleitung durch Rimsting

Die Vollsperrung, die auch für Radler und Fußgänger gilt, beginnt aber wieder an der Prienbrücke. Wer aus Norden kommt, wird dort über die Westernacher Straße bergauf in Richtung Rimsting umgeleitet und muss dann durch das Dorf und über die Staatsstraße weiter nach Prien fahren.

Auch Anwohner vom Priener Ortsteil Westernach, die „nur“ in den Ort wollen, müssen diesen weiten und zeitraubenden Umweg von mehreren Kilometern inkauf nehmen. Die Anwohner werden während der Bauzeit laufend über wechselnde Zu- und Abfahrtsmöglichkeiten informiert, kündigte Tobias Kollmannsberger, Tiefbau-Chef beim Markt Prien, im Gespräch mit der Chiemgau-Zeitung an.

Radfahrern und Fußgängern bleibt als Alternative der Umweg über Osternach auf dem ausgeschilderten Chiemsee-Uferweg. Während des ersten Bauabschnitts im Herbst hatten immer wieder Radwanderer die Absperrungen ignoriert und sich einen Weg quer durch die Baustelle gesucht.

Am südlichen Ende des gesperrten Bereichs bleiben die Zufahrten in die Neugartenstraße und in den Fliederweg frei.

Dass die Arbeiten voraussichtlich fast drei Monate dauern, obwohl der betroffene Straßenabschnitt nur zirka 350 Meter lang ist, erklärt sich mit den aufwendigen Maßnahmen im Untergrund. Bis zu vier Meter tief werde aufgegraben, um Rigolen für die Entwässerung, neue Leitungen und Kanäle zu verlegen, kündigte Kollmannsberger an.

Wasserleitungen werden größer

Die Wasserleitungen werden mit 100 Millimetern Innendurchmesser größer dimensioniert als die alten Rohre, die unter der Fahrbahn liegen. So werden größere Durchflusskapazitäten auch im Hinblick auf den Notverbund Priens mit der Nachbargemeinde Rimsting zur Frischwasserversorgung geschaffen. Für die Entwässerung müssen bis zu 1,5 Meter messende Betonteile an den Stellen der Absetzschächte verbaut werden.

Am östlichen Fahrbahnrand wird der schmale Asphaltstreifen, wie schon im ersten Bauabschnitt, zu einem zwei Meter breiten Gehweg ausgebaut. Mitgemessen werde die dreireihige Pflasterung am Hochbord, die bei solchen Baumaßnahmen vorgeschrieben sei, betont Kollmannsberger.

Wie auf der Fahrbahn fehlt auch auf dem Gehweg des ersten Bauabschnitts noch die vier Zentimeter dicke Asphalt-Feinschicht.

Ursprünglich stand ein kombinierter Geh- und Radweg auf dem Wunschzettel des Marktes Prien. Der muss aber 2,5 Meter breit sein und für diesen Ausbau hat die Gemeinde nicht den nötigen Grund bekommen. Deshalb kann der Weg an der Weidachstraße nicht als offizieller Radweg und Alternativroute zum Chiemsee--Uferweg ausgeschildert werden. Die Fahrbahn wird zulasten des breiteren Gehwegs in Zukunft ohnehin etwas schmäler sein als bisher.

Wenn die Weidachstraße im Sommer komplett saniert ist, plant die Gemeinde ein noch größeres Straßenbauprojekt. Rund zwei Millionen Euro sind veranschlagt für die Sanierung der Osternacher Straße auf 750 Metern Länge zwischen der sogenannten Eifertinger Kurve und der Einmündung des Spazierwegs in der Verlängerung der Carl-Braun-Straße. Derzeit läuft die Planung.

Fragezeichen hinter Förderantrag

Ob aber heuer gebaut wird, ist fraglich. Weil bei der Regierung Personal zur Bearbeitung der Corona-Anträge abgestellt wurde, sei offen, ob der Förderantrag der Gemeinde rechtzeitig bearbeitet werde, erklärt Kollmannsberger den Hintergrund. Prien hofft auf eine Kostendeckung von 40 Prozent durch Zuschüsse.

Für die Sanierung der Weidachstraße in zwei Bauabschnitten hatte der Markt Prien ursprünglich Gesamtkosten von 1,7 Millionen Euro angesetzt.

Dann konnte der Auftrag aber für 971.000 Euro vergeben werden. Wahrscheinlich profitiert die Gemeindekasse hier von den Auswirkungen der Corona-Pandemie, vermutet Bürgermeister Andreas Friedrich (ÜWG) bei der einstimmigen Vergabe im Marktgemeinderat: „Da hat sich gezeigt, dass den Baufirmen gerade die Aufträge von der öffentlichen Hand wohl fehlen. Diese hält sich mit Auftragsvergaben zurück, weil die Entwicklung der Steuereinnahmen nicht absehbar war und auch für die Folgejahre eine Prognose wohl eher schwierig ist.“

Rubriklistenbild: © Marc Tirl

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