Streit um nicht bezogenen Wohncontainer für obdachlosen Mann

Gemeinde Prien: "Wir wollen jetzt nicht noch unnötig Öl ins Feuer gießen."

Der Wohncontainer in Prien, in den der 28-Jährige hätte einziehen sollen. 
+
Der Wohncontainer in Prien, in den der 28-Jährige hätte einziehen sollen. 

Prien - "Alles nicht wahr, was die Marktgemeinde zu dem Fall des Wohncontainers sagt", betont der 28-jährige Obdachlose aus Prien. Im Gespräch mit der Redaktion erzählt er eine ganz andere Version, wie sich der Fall abgespielt haben soll. 

Update , 18 Uhr: Ordnungsamt Prien äußert sich 

Auf Nachfrage von rosenheim24.de erklärt Martin Plenk vom Ordnungsamt Prien, die Gemeinde werde sich zu den Vorwürfen des 28-jährigen Prieners bedeckt halten. "Wir wollen jetzt nicht noch unnötig Öl ins Feuer gießen." Sollte es zu einem Gerichtsverfahren kommen, werde die Verwaltung laut Plenk selbstverständlich Stellung beziehen.


Priener wehrt sich gegen Vorwürfe: "Die Gemeinde redet Quatsch!"

Der Anfang und die Hintergründe des Falls, den Martin Plenk vom Ordnungsamt Prien im Gespräch mit rosenheim24.de schilderte, seien laut dem 28-jährigen Betroffenen, der anonym bleiben möchte, noch korrekt gewesen. Der Mann sei plötzlich auf der Straße gestanden, nachdem er sich mit seinen Eltern überworfen habe. "Daraufhin habe ich mich im Sommer an die Gemeinde gewandt mit der Bitte auf eine Unterkunft. Doch die hat mir gesagt, es sei auf die Schnelle keine Unterkunft frei, weswegen ich das Wohnrecht eingeklagt habe", erzählt der betroffene Mann. 

"Nach dem Antrag des Verwaltungsgerichts hat die Gemeinde den Wohncontainer innerhalb einer Frist von zwei Wochen aufgestellt. Ich wurde schließlich kontaktiert, dass der Container bezugsfertig sei und wie es nun aussehe mit dem Einzug. Doch zu der Zeit war ich krank und hatte sogar einen Aufenthalt in einer Klinik hinter mir, weswegen ich nicht sofort einziehen konnte. Außerdem hatte ich inzwischen bereits eine alternative Wohnung in Aussicht und sogar einer Arbeitsstelle."


Daraufhin habe die Gemeinde ihm gesagt, er solle sich nochmal melden und als er dies getan habe, habe man ihm schließlich mitgeteilt, dass die Sache "hinfällig" sei. Der 28-Jährige vermutet, die Verwaltung sei verärgert gewesen über die Tatsache, dass er nicht einziehen werde. 

Unter seinen Kontaktdaten und der Handynummer sei er überdies "zu jedem Zeitpunkt" erreichbar gewesen und nicht, wie die Gemeinde behauptet habe, "untergetaucht". Er habe auch auf die Post von der Priener Verwaltung reagiert und sei in regem Kontakt mit den Gemeindemitarbeitern gestanden

"Das Ganze ging mir an die Psyche"

Der 28-Jährige, der in Prien aufgewachsen ist, wohnt und arbeitet inzwischen seit rund eineinhalb Monaten in Sachsen-Anhalt. Allerdings würden seine Freunde und Bekannten weiter in der Gemeinde am Chiemsee wohnen. Deswegen will der Mann nicht ausschließen, dass er beispielsweise in den Wintermonaten, beispielsweise für einen Job, nach Prien zurückkehrt.

"Als ich den Fall in der Presse gesehen habe, bin ich aus allen Wolken gefallen. Meine Geschichte wurde völlig falsch dargestellt. Ich habe dann auch sofort mit der Gemeinde geredet und sie gefragt, was die für einen Quatsch erzählen - das Ganze ging mir an die Psyche, ich konnte nicht schlafen und war wach gelegen und habe über diese Sache nachgedacht", unterstreicht der 28-Jährige, der inzwischen auch einen Anwalt eingeschaltet hat und gegen die Gemeinde mit rechtlichen Mitteln vorgehen will. Bei der Polizei habe er bereits eine Anzeige erstattet gegen die Marktgemeinde, teilte er im Gespräch mit rosenheim24.de mit.

Vorwürfe an Gemeinde im Umgang mit Bürgern 

Abschließend kritisiert der 28-Jährige die Sozialarbeit der Marktgemeinde und betont: "Die Gemeinde macht rein gar nichts und kümmert sich nicht - selbst wenn man mit ihnen redet. Ich kenne jemanden, der zwei bis drei Jahre um einen Container gekämpft hat, am Ende aufgegeben und sich was anderes gesucht hat. Das kann doch nicht sein. Deshalb habe ich auch eingeklagt, denn auf meine erste Anfrage auf Unterkunft wurde ich lediglich an die Diakonie verwiesen. Ich bin Priener Bürger und für ein paar Tage müssen sie mir eine Unterkunft geben."  

mb

Quelle: rosenheim24.de

Kommentare