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Die Priener und das leidige Thema Verkehr

Verschwundener Brief: Nun antwortet Bürgermeister Friedrich mit einem Knüller

Für viele Radler ist die Verkehrssituation in Prien wie hier an der Seestraße untragbar, finden die Autorinnen des offenen Briefs.
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Für viele Radler ist die Verkehrssituation in Prien wie hier an der Seestraße untragbar, finden die Autorinnen des offenen Briefs.

Dass er sich vor einem Thema drücken wollte, diesen Vorwurf lässt Priens Bürgermeister nicht lange auf sich sitzen: Nun antwortet er auf den offenen Brief, der nie angekommen sein soll. Mit einem kommunalpolitischen Knüller.

PrienEin offener Brief mehrer Priener Familien zum Thema Verkehr soll nie beim Priener Bürgermeister Andreas Friedrich (ÜWG) angekommen sein. Der Vorfall sorgte für Aufsehen in der jüngsten Gemeinderatssitzung. Offensichtlich will Friedrich den Vorwurf nicht auf sich sitzen lassen und hat nun in einem dreiseitigen Schreiben geantwortet.

Konkret geht es sogar um zwei Schreiben, die den Bürgermeister nicht erreicht haben sollen: eines vom 10. November 2021, das an Friedrich und die Gemeinderäte adressiert gewesen war, sowie eine weitere schriftliche Nachfrage von 2. Mai 2022. Ersteres sei nach wie vor unauffindbar, schreibt Friedrich in seinem Brief an die Autorinnen desselben. Jedoch habe die Suche im Rathaus ergeben, dass der zweite Brief – wie erwartet – im Ordnungsamt „gelandet“ sei.

Postverteilung soll besprochen werden

Friedrich bittet um Verständnis, dass es in der vergangenen Zeit einige Personalwechsel gegeben habe und will nun für Abhilfe schaffen. „Wir haben diesen Fall zum Anlass genommen, hausintern die Postverteilung zu besprechen“, heißt es weiter.

Weil den Schreibern zu wenig in der Verkehrspolitik in Prien passiert, kam es überhaupt zu dem offenen Brief. „Gerne erläutere ich Ihnen auch den Hintergrund, warum aus meiner Sicht eine Verkehrsberuhigung beziehungsweise eine neue Verkehrsführung im Zentrum nur in genau dieser Reihenfolge machbar ist“, schreibt der Bürgermeister. Aus seiner Sicht brauche es zunächst eine innerörtliche Umfahrung, dann einen Einbahnstraßenring und zuletzt Verbesserungen bei Geh- und Radwegen. Hintergrund sei, dass es sich bei den Priener Hauptverkehrsadern Alte Rathausstraße und Bernauer Straße um Staatsstraßen handle: „Der Markt Prien hat keinerlei Gestaltungs-, Regelungs- oder Eingriffsmöglichkeiten an diesen beiden Straßen.“

„Autos lösen sich nicht in Luft auf“

Straßen zu sperren, sei auch keine Lösung. Denn das würde den Verkehr nur auf andere Wege verlagern: „Die Autos lösen sich, salopp gesagt, nicht in Luft auf.“

Eine Alternativstrecke sei daher nötig. Zwar gebe es Planungen mit Dringlichkeitsstufe eins, jedoch wegen „massiver Einschnitte in die Natur“ und Erfahrungen mit der geplanten Ortsumfahrung für Prutdorf aber „utopisch“. Zwei Bürger haben gegen das Projekt geklagt, derzeit läuft das Verfahren. Nun gebe es jedoch eine Alternative, da der Markt eine innerörtliche Umfahrung plane. Und die klingt nach einer kommunalpolitischen Sensation: „In nicht-öffentlicher Sitzung wurde hierfür eine Grobtrasse festgelegt.“ Zudem habe man Beschlüsse gefasst, um Grundstücke kaufen und den Bau finanzieren zu können. Wesentliche Grundstücke habe man schon. Allerdings machte Friedrich keine Angaben wie viele Grundstücke noch notwendig seien oder wie der konkrete Zeithorizont aussehe.

„Anstatt Unsummen für Gutachten und Verkehrszählungen auszugeben, die dann wieder in irgendeiner Schublade verschwinden, wird tatsächlich – wenn auch für Außenstehende nicht ersichtlich – gehandelt“, so Friedrich weiter.

„Springt nicht zwei Meter zurück“

Dieser erste Schritt sei aber die Voraussetzung für alles Weitere. Hier klingt der Bürgermeister mitunter sarkastisch: „Leider springt die überall vorhandene Bebauung nicht einfach um zwei Meter zurück, nur, weil die Gemeinde einen neuen Radweg bauen möchte.“ Doch Friedrich will nicht den Eindruck erwecken, dass das Thema Verkehr damit erledigt sei. Für den Parksuchverkehr wolle man Lösungen finden, außerdem habe er die Neugründung des „Runden Tischs Verkehr“ 2021 initiiert. Abschließend bietet Friedrich den Autorinnen ein weiteres Gespräch an.

Ob die Melanie Rehn, Xenia Schleuning, Barbara Linser und Paula Mewes dieses Angebot annehmen werden, war bis Redaktionsschluss nicht in Erfahrung zu bringen. Auch Dr. Simone Hoffmann-Kuhnt (Grüne), die das Thema in den Marktgemeinderat in der jüngsten Sitzung eingebracht hatte, war telefonisch nicht zu erreichen.

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