DAV steht ohne Vorsitzenden da

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Prien - DAV ohne Vorsitzenden: Drei Tage vor der Jahreshauptversammlung der Sektion Prien des Deutschen Alpenvereins hat sich Paul Röger dafür entschlossen, bei der Wahl nicht mehr anzutreten.

Priens mitgliederstärkster Verein steht vorerst ohne Vorsitzenden da. Erst drei Tage vor der Jahreshauptversammlung der Sektion Prien des Deutschen Alpenvereins war in Paul Röger der Entschluss gereift, bei der turnusmäßigen Wahl nicht mehr anzutreten. Bis auf Weiteres übernimmt "Vize" Josef Buchner kommissarisch den Vorsitz.

"Ich habe nicht mehr die Kraft und den Willen, das Amt so auszuüben, wie ich mir das vorstelle", begründete Röger in der gut gefüllten Bauernstube des "Bayerischen Hofs" seinen Rückzug, mit dem er auch seine Vorstandskollegen überrascht hatte. War die Sektion für alle anderen Posten auf die Wahl bestens vorbereitet, fand sich trotz der humorig-einladenden Wahlleitung von Otto Dauer kein Kandidat für Rögers Nachfolge. Deshalb wird "Vize" Sepp Buchner kommissarisch den Vorsitz übernehmen. Spätestens in einem Jahr soll der Posten auch offiziell wieder besetzt werden. Sollte sich vorher ein geeigneter Bewerber finden, wird die Sektion eventuell eine außerordentliche Versammlung für die Wahl einberufen.

Röger hatte den Vorsitz erst vor zwei Jahren nach dem überraschenden Tod von Manfred Böse übernommen. Zuvor war er zehn Jahre stellvertretender Sektionschef gewesen. Er will dem Verein aber weiter mit Rat und Tat zur Seite stehen, versicherte er im "Bayerischen Hof".

Planmäßig war der Wechsel in einer weiteren Schlüsselposition. Nach über 30 Jahren gab Margrit Ossmann ihr Amt als Schatzmeisterin ab. Zum Nachfolger wählten die Mitglieder einstimmig Thomas Bohlen aus Marquartstein. Ebenso einstimmig und ohne Gegenkandidaten wurden Schriftführer Gerald Helbig, Jugendreferent Andreas Mayer, Hüttenwart Martin Loibl und Naturschutzreferent Martin Schmölling bestätigt.

In seinem letzten Jahresbericht hatte Röger unter anderem auf einen Mitgliederzuwachs von fast 100 auf nunmehr knapp 2800 verweisen können. Deutlich angestiegen war im Jahresvergleich auch die Zahl der Übernachtungen auf der sektionseigenen Priener Hütte unterhalb des Geigelsteins. Mehr als 5300 Bergfreunde hatten 2011 dort ihr Nachquartier bezogen - 1150 mehr als im Jahr davor.

Aber die Priener Hütte ist zugleich ein Sorgenkind. "Wir müssen uns was einfallen lassen", appellierte Hüttenwart Loibl, als er von diversen Reparaturen defekter Pumpen und geplatzer Schläuche im Jahresverlauf berichtete. So stand der Keller einmal voller Rapsöl (es wird in einem Blockheizkraftwerk zur Stromerzeugung verwendet).

Wirtin Conny Fellner und ihr Lebensgefährte Andreas Pohl berichteten von eklatanten Problemen der Energieversorgung. Der Strom und damit auch die Heizung der Zimmer sowie die Kühlung der Lebensmittellager fielen oft aus, das Wasser bleibe deshalb kalt. Ein Raum musste Fellner zufolge inzwischen wegen starken Schimmelbefalls gesperrt werden.

Im Sommer werde oft das Wasser knapp, weil es nach mehreren Filtervorgängen nicht schnell genug in ein Becken nachlaufe, die Heizung "geht, wann sie will" (Pohl). Ein grundsätzliches Problem haben Loibl und die Wirtin in dem Umstand ausgemacht, dass es für die Gerätschaften "zehn verschiedene Ansprechpartner" gibt.

"Wir wissen, dass wir was machen müssen", entgegnete Röger auf den Mängelbericht. Konkrete Pläne gibt es aber noch nicht. In der Versammlung wurde zumindest die Umstellung der Stromversorgung auf Fotovoltaik als mögliche Alternative angesprochen. Weil das Niederschlagswasser auf fremdem Grund gesammelt wird, gibt es keinen Platz für ein größeres Becken als Vorratsspeicher für die Wasserversorgung.

Anders als auf der Hütte stellt sich die Situation in der sektionseigenen Kletterhalle in Bernau dar. Vor einem Jahr hatte der Priener Alpenverein dort einen neuen Sektionsraum und Sanitärräume eingeweiht. Der Andrang zum Klettern unter Dach ist ungebrochen. Zweimal 20 Kinder trainieren wöchentlich in Gruppen, auch die Jugendgruppe erfreue sich weiteren Zulaufs, berichtete Jugendreferent Mayer. Um dem Bedarf nach Aufsichtspersonal zur Unterstützung der Hallenwarte Ralf Bayer und Roman Hauck gerecht zu werden, würden heuer einige Mitglieder eine Jugendleiterausbildung durchlaufen.

Auch die Berichte von Naturschutzrefrent Schmölling, von Wegewart Peter Wegewitz über erneute Sanierungen im Geigelsteingebiet, Horst Engel für die Seniorengruppe und der scheidenden Tourenwartin Barbara Dawid, deren Aufgabe in Personalunion Ausbildungsreferent Ludwig Buchner übernimmt, zeichneten ein Bild eines aktiven und vielseitigen Vereins.

Dessen Größe ließ sich auch aus den letzten Zahlen ablesen, die Ossmann präsentierte. Allein die Mitgliedsbeiträge werden sich heuer voraussichtlich auf 95000 Euro summieren. Allerdings muss die Sektion mehr als die Hälfte davon an den DAV-Hauptverein abführen.

db/Chiemgau-Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © dpa

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