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Veranstalter beraten noch

Trotz Corona-Lockerungen: Priener Marktfest steht vor der Absage

Das Priener Marktfest steht vor der offiziellen Absage. Zum zweiten Mal nach 2020 werden Trachtenverein und Skiclub Prien als gemeinsame Veranstalter auf die wichtige Einnahmequelle im August verzichten müssen. Die Risiken sind zu groß. Darin sind sich die Vorstände einig.

Prien – Endlich schlendern wieder Touristen durch den Ort. Für viele Urlauber gehört bairisches Brauchtum bei einem Chiemsee-Urlaub dazu. Aber wann wieder drahende Dirndl und plattelnde Buam in Prien zu sehen sein werden, ist noch ungewiss. Der Trachtenverein hofft aufs Preisplatteln Ende Juni. Dagegen steht das Marktfest vor der offiziellen Absage.

Nächste Woche will sich Vorsitzender Klaus Kollmannsberger mit seinen Vorstandskollegen vom Trachtenverein treffen und angesichts der jüngsten Corona-Lockerungen einen Plan für die nächsten Wochen entwickeln, sagte er im Gespräch mit der Chiemgau-Zeitung.

Die Absage des Marktfestes dürfte dabei nur noch eine Formalie sein. Darin waren sich Kollmannsberger und Uli Scheck, Zweite Vorsitzende des Skiclubs, bei einem Telefonat am Mittwoch Abend einig. Die beiden Vereine veranstalten das „Fest der Feste“, das bei gutem Wetter oft um die 10.000 Besucher aus dem ganzen Chiemgau anlockt, seit über 30 Jahren gemeinsam.

„Wir dürfen Mitglieder nicht gefährden“

Heuer steht der 8. August als Termin im Kalender – noch. „Wir müssen auch an unsere Mitglieder denken und dürfen sie nicht gefährden“, nannte Scheck einen Grund für die bevorstehende offizielle Absage. Viele Mitglieder beider Vereine packen beim Marktfest in vielerlei Funktionen ehrenamtlich mit an. Zudem werfe das Fest erst ab einer höheren Besucherzahl Gewinn ab für die Vereinskasse. Und die wäre für heuer wohl unrealistisch.

Das Marktfest sei eine „extrem wichtige“ Einnahmequelle, betont Kollmannsberger für den Trachtenverein, ohne Zahlen zu nennen. Derzeit „leben wir von den Reserven, die sind gottseidank gut“. Ein wesentlicher Teil des angesparten Geldes war eigentlich für den Bau eines Stadels neben dem Trachtenheim gedacht, der als Lager dienen soll und für den es schon lange eine Baugenehmigung gibt. Der Stadelbau liege nun erst mal auf Eis.

Seit Oktober 2020 haben Kinder, Jugendliche und Aktive des Trachtenvereins Prien nicht mehr proben dürfen. Das Trachtenheim im Sportpark ist verwaist. Wann dort wieder geplattelt und gedraht wird, das weiß Jugendleiterin Barbara Fischer noch nicht. An Tänze, bei denn sich die Kinder und Jugendlichen paarweise zusammentun, ist angesichts der aktuellen Corona-Bestimmungen noch nicht zu denken. Fischer tendiert deshalb dazu, momentan den Probenbetrieb noch nicht wieder aufzunehmen, sagte die Jugendleiterin der Chiemgau-Zeitung. Er ruht seit Oktober 2020.

Die Jugendleiterin will sich aber in den nächsten Tagen noch mit dem Zweiten Jugendleiter Christian Hofbauer und weiteren Helfern beraten. Neben den Corona-Vorschriften passen auch viele Dirndln und Lederhosen noch nicht. Ein Großteil der 60 Kinder und Jugendlichen leicht sich das G´wand vom Verein, damit die Eltern nicht jedes Jahr neu investieren müssen, wenn der Nachwuchs wieder ein paar Zentimeter gewachsen ist. Die Tauschtrachten wurden zwar Anfang dieses Jahres eingesammelt, aber ein Tag zur Anprobe war noch nicht möglich, bedauert Fischer.

Wenn überhaupt, kann sich Fischer Proben zurzeit nur im Freien vorstellen. Auch Kollmannsberger hat schon überlegt, die Bühne vom Marktfest notfalls vor dem Trachtenheim aufzustellen.

Das könnte auch eine Option fürs vereinsinterne Preisplatteln sein, das der Vorsitzende gerne noch vor den Sommerferien buchstäblich über die Bühne bringen möchte. „Der Wunsch, dass was passiert, ist groß“, weiß er aus vielen Gesprächen mit Mitgliedern.

Seit 8. März 2020 keine Veranstaltung im Trachtenheim

Ebenfalls noch vor den Sommerferien soll die Jahreshauptversammlung stattfinden, die eigentlich immer am ersten Freitag nach dem Fasching angesetzt wird. Im Gegensatz zu manch anderem Verein müssen die Priener Trachtler keine Lücken im Vorstand beklagen, weil Funktionäre ihre Ämter abgegeben haben und wegen der Pandemie keine Neuwahl stattfinden konnte.

Die Vorstandsreihen sind ebenso geschlossen wie die aller Mitglieder. Über 400 Personen stehen im Verzeichnis und während der Pandemie sei kein einziges Mitglied ausgetreten, freut sich der Vorsitzende, dass die Trachtler ihrem Verein auch ohne Proben und Veranstaltungen die Treue halten.

Fast noch mehr fehlen Kollmannsberger und sicher vielen Mitgliedern der Ratsch und die Geselligkeit. Die letzte Veranstaltung im vereinseigenen Trachtenheimwaren ein Hoagascht und am Tag darauf ein Preisschafkopfen – am 8. März 2020.

Rubriklistenbild: © hö

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