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Verkehrsprobleme treiben alle Fraktionen um

Priener Kommunalpolitiker wollen Parkplatzprobleme lösen und hoffen auf Umgehung

Eine Umgehungsstraße, ein Parkhaus, mehr Radwege und Beruhigung im Zentrum: Das sind Verkehrsthemen, die viele Priener Gemeinderäte umtreiben. Ein Jahr nach Beginn der Legislaturperiode hat die Chiemgau-Zeitung nachgefragt, wo bei den Parteien und Gruppierungen die Prioritäten liegen.

Prien – Vor ziemlich genau einem Jahr hatte der neue Marktgemeinderat seine erste Arbeitssitzung. Zwei Drittel des Gremiums waren nach der Kommunalwahl neu besetzt. In allen Wahlprogrammen war zuvor der Verkehr in und durch Prien ein wichtiges Thema.

Die Prioritäten in Sachen Verkehr

Zuletzt flackerte das Thema wieder auf, als der Rat über den Antrag aus seinen Reihen debattierte, die Wendelsteinstraße für Veranstaltungen temporär zu sperren. Die Mehrheit lehnte das ab.

Einen fraktionsübergreifenden runden Tisch Verkehr, wie in der vorausgegangen Legislaturperiode, gibt es in der laufenden – zumindest bisher – nicht. Die Chiemgau-Zeitung hat beim Bürgermeister und den Fraktionen per Mail nachgefragt, wo nach einem Jahr kommunalpolitischer Arbeit inzwischen die Prioritäten in Sachen Verkehr liegen.

Bürgermeister Andreas Friedrich (ÜWG):

Die Verkehrsproblematik lässt sich nicht mit der Sperrung einzelner Straßen lösen. Der Verkehr würde sich auf andere Straßen umverteilen. Auch lässt sich der Grund für breitere Geh- oder Radwege nicht herbeizaubern. Die Lösung kann nur sein, den Durchgangsverkehr über eine Umfahrung aus dem Zentrum herauszubringen, den restlichen Verkehr mittels Einbahnstraßenring zu lenken und auf der frei werdenden Fahrspur Verbesserungen für Fußgänger und Radfahrer zu schaffen.

An einer solchen Lösung muss man arbeiten und sich nicht zum Beispiel an der Frage „Tempo 30 Ja oder Nein“ festbeißen. Hier macht ohnehin der Bund die Vorgaben. Solange in der StVO innerorts Tempo 50 festgeschrieben ist und eine Abweichung nur bei konkreten Gefahrensituationen möglich ist, sind dem Markt Prien die Hände gebunden.

Annette Resch (CSU):

Besonders effektiv im Sinne einer Verkehrsberuhigung ist aus unserer Sicht, den Parksuchverkehr zu reduzieren, daher setzen wir uns für ein Parkdeck auf dem Beilhackparkplatz, ein Parkhaus am Bahnhof und ein Parkleitsystem ein.

Ein Ziel, für das bereits Vorbereitungen getroffen wurden, aber sich nicht kurzfristig umsetzen lässt, ist eine Ortsumgehung, um den Durchfahrtsverkehr zu reduzieren.

Um die Sicherheit der Radfahrer zu erhöhen, haben wir einen Radschnellweg zwischen See und Zentrum beantragt. Im Zuge von Straßensanierungen ist es uns wichtig, auch jeweils die Situation für Fußgänger und Radfahrer zu verbessern. Für Fußgänger möchten wir vor allem im Zentrum mehr Freiflächen und breitere Wege.

Dr. Simone Hoffmann-Kuhnt (Grüne):

Das Verkehrskonzept für Prien muss als zentraler Baustein in die kommunale Entwicklung eingebettet sein. Wir bauen auf die Ergebnisse der Bürgerwerkstätten und setzen uns ein für Profis, die mit uns Bürgern solide planen und die Umsetzung begleiten. Dafür gibt es Förderprogramme. Prien muss sich endlich trauen, dem guten Beispiel anderer Gemeinden zu folgen.

Natürlich fordern wir mehr Raum und Sicherheit für Radlfahrer und Fußgänger, ganz besonders für unsere Kinder. Indem wir einzelne Straßen autofrei oder einspurig führen, können wir Platz für Menschen schaffen und Gewerbe und Tourismus im Ortszentrum beleben. Ein besserer ÖPNV und kluges Carsharing machen es leicht, auf umweltfreundliche Mobilität zu wechseln. Prien muss endlich durchstarten!

Peter Fischer (ÜWG):

Die ÜWG setzt sich bereits seit vielen Jahren vor allem für eine Lösung der Parkplatzproblematik im Ort ein. So hatten wir in der Vergangenheit einen Bürgerentscheid für den Bau einer Tiefgarage unter dem Wendelsteinplatz initiiert und gewonnen. Leider konnte diese Idee nicht umgesetzt werden, aber man wäre gut beraten, bei der Neugestaltung des Bahnhofsumfeldes auch unterirdisch Parkraum zu schaffen.

Das spart Fläche, die sinnvoller genutzt werden kann. Für eine Verkehrsberuhigung im Zentrum stellen wir uns einen Einbahnstraßenring vor, sehen aber das Problem, dass wir keinen direkten Einfluss auf die Staatsstraßen haben.

Julia Niemeyer (Bürger für Prien):

Als „Bürger für Prien“ gehen wir das Thema Verkehr mit einem ganzheitlichen und nachhaltigen Ansatz an. Oberste Priorität muss bei allen Überlegungen immer die Sicherheit und der Lebenswert für Bewohner wie für Touristen erhalten. Es geht also um das Sich-Wohlfühlen für alle und dabei zugleich um einen verantwortungsvollen Beitrag zum Schutz von Umwelt und Klima. Hier ist in Prien eine Menge zu tun!

Demgemäß steht für uns im Fokus: Grundsätzlich Tempo 30 innerorts, mehr Platz für Radfahrer und Fußgänger sowie Schaffung von aktiven Anreizen, auch mal aufs Auto zu verzichten. Das halten wir für verantwortungsvoll, zukunftsweisend und überfällig. Schließlich möchte sich Prien laut seinem Leitbild zur „attraktivsten Seengemeinde im Alpenraum“ entwickeln.

Michael Voggenauer (Freie Wähler/Freie Priener):

Wir setzen die Priorität auf die Planung und halten einen „Masterplan“ unter Einbeziehung sowohl der Nachbargemeinden (zum Beispiel für eine Ortsumfahrung), als auch aller Infrastruktureinrichtungen (Kanal, Wasser etc.) für erforderlich. Vorausschauend sollten bei jeder Straßenbaumaßnahme Leerrohre verlegt werden.

Konkret wünschen wir uns die Verbesserung der Aufenthaltsqualität im Innenbereich, die Entzerrung der Radwege (ältere Radfahrer fühlen sich oft unsicher und benutzen den Gehweg), Parkplatzbau für Pendelverkehr am Ortsrand, den Bau eines Parkhauses am Bahnhof und Beilhackparkplatz.

Lösungsansätze sehen wir unter anderem in der Bürgerbeteiligung, in einer Vorabdiskussion und Konsensfindung am „runden Tisch“ sowie mit der Erprobung neuer Verkehrsführungen (ohne bauliche Veränderungen).

Gabi Schelhas (SPD):

Das Ziel der Priener SPD ist Shared Space = gemeinsam genutzter Raum. Gleichberechtigt können alle Verkehrsteilnehmer das Zentrum betreten, nutzen, verweilen. Alle Barrieren wie Gehsteige, Verkehrsinseln und -schilder sollen weichen. Dies verringert die Geschwindigkeit des durchfahrenden Verkehrs kollossal, es schafft Sicherheit durch Verunsicherung. Schwerlastverkehr lässt nach.

Schritt für Schritt soll dies umgesetzt werden und kostenfreie Parkmöglichkeiten um dieses Areal geschaffen werden, denn parken ist nicht möglich, nur Anhalten zum Abholen oder Liefern.

Wir brauchen ein Prien zum Verweilen, zum Auftanken für alle, ohne Lärm und Gestank. Es ist mit Shared Space möglich. Unser Prien hat es verdient, geben wir etwas zurück.

Sepp Schuster (AfD) hat keine Stellungnahme abgegeben.

Rubriklistenbild: © dpa (Sympolbild)

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