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Hohe Benzinpreise

Wenn die Heidi mit der Rosi fährt – OVB-Reporterin testet neuen Rufbus am Chiemsee

619 Haltestellen in elf Gemeinden verbindet Rosi. Redakteurin Heidi Geyer ist von Prien nach Urfahrn an die Badestelle gefahren.
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619 Haltestellen in elf Gemeinden verbindet Rosi. Redakteurin Heidi Geyer ist von Prien nach Urfahrn an die Badestelle gefahren.

Autofahren wird zum Luxusgut, aber irgendwie muss man ja von A nach B kommen. OVB-Reporterin Heidi Geyer hat in Prien den neuen Rufbus „Rosi“ ausprobiert. Kann ein Rosi das Auto ersetzen?

Prien/Breitbrunn – Mir geht es so wie vielen: Bei den hohen Spritpreisen tröpfeln einem die Augen. Fahrrad fahre ich ehrlich gesagt nicht so gern, gelinde ausgedrückt. So bleibt es doch meist dabei, dass ich versuche, Fahrten zu bündeln, aber letztlich doch meine Vespa oder das Auto nehme. Doch seit Kurzem kann man in Prien den Rufbus Rosi nutzen – klar, dass ich das testen musste.

Der Rufbus ist seit Mai am Start und verbindet 619 Haltestellen in elf Gemeinden. Die dazugehörige App habe ich mir schon runtergeladen und meine Daten eingetragen. Sehr unkompliziert war das und ging schnell. Über die App buche ich mir eine „Rosi“ ans Priener Rathaus und zwar schnellstmöglich. Die App sagt mir sogar, wie weit ich zur Haltestelle gehen muss. Natürlich muss ich auch eingeben, wo ich hinfahren möchte, nämlich nach Urfahrn an die Badestelle. Frei nach dem Motto: Arbeiten, wo andere Urlaub machen.

Erst mal ins falsche Auto

Dass es Haltestellen gibt, weiß ich ehrlich gesagt zu dem Zeitpunkt gar nicht. Ich denke mir „Priener Rathaus, wird schon passen“, und stelle mich davor. Dann sehe ich eine „Rosi“ auf der anderen Straßenseite und freue mich, dass sie schon da ist, obwohl die App eine Verspätung von sieben Minuten ankündigt.

Ich spurte rüber, reiße die Tür auf – nur um vom Fahrer zu erfahren, dass ich in der falschen Rosi bin. Peinlich! Die richtige kommt kurze Zeit später und hält in einer Seitenstraße. Dort entdecke ich dann auch ein kleines Schild.

4,50 Euro kostet die Fahrt

Die Fahrerin kassiert mein Fahrgeld in bar. 4,50 Euro sind es von Prien nach Breitbrunn. Dann erklärt sie mir, dass jede Haltestelle ein eigenes Schild habe und dass das noch nicht alle Kunden verstehen. Tja, die Rosi ist eben kein Taxi, sondern ein öffentlich gefördertes Angebot.

Wir ratschen ein bisschen, und ich erfahre, dass ganz viele Altersklassen „Rosi“ nutzen: von älteren Herrschaften, die zum Einkaufen fahren bis zum Schüler, der zum Musikunterricht muss.

Kurze Zeit später sind wir in Urfahrn angekommen. Ich strecke kurz die Beine in den See, setze mich auf eine Bank und lese den Text eines Kollegen Korrektur. Dann wird es Zeit für mich, Feierabend zu machen. Zurück soll es wieder mit Rosi gehen, diesmal buche ich mir die Fahrt im Voraus und stelle mich dann zum vereinbarten Zeitpunkt an die Haltestelle.

Eine App berechnet die optimale Route für die Fahrer und prompt holt mich Rosi pünktlich bis auf die Minute wieder ab. Dummerweise habe ich nur einen 50- Euro-Schein und noch keine Kreditkartendaten in der App hinterlegt. Sonst könnte ich auch einfach bargeldlos zahlen. Mit etwas Mühe klappt es jedenfalls, und ich bekomme mein Wechselgeld zurück. Nach kurzer Zeit bin ich wieder in Prien und steige diesmal an der Haltestelle am Bahnhof aus.

Neun Euro habe ich für die zwei Fahrten insgesamt bezahlt. Mein Fazit lautet: Rosi ist eine feine Sache! Für Termine, die ich beruflich wahrnehmen muss, werde ich das Projekt definitiv im Hinterkopf behalten. Schade, dass es so etwas im Landkreis Traunstein, wo ich lebe, noch nicht gibt. Da muss ich vielleicht doch noch mal meine Abneigung gegenüber Fahrrädern überdenken. In Sachen Umwelt und Klimaschutz wäre das zugegebenermaßen der beste Weg.

So können Fahrten bei Rosi gebucht werden

Zwei Wege führen nach Rom, oder in diesem Fall, zur „Rosi“: Entweder man lädt sich die App herunter und bucht dort Fahrten, nachdem man ein eigenes Profil angelegt hat. Oder man ruft Rosi unter Telefon 08031/40 0700 und bucht dort eine Fahrt.

Rosi holt die Kunden an einer Haltestelle ab und zwar zu folgenden Zeiten: Montag bis Donnerstag von 7 bis 22 Uhr, Freitag von 7 bis 3 Uhr, Samstag von 9 bis 5 Uhr sowie am Sonntag von 9 bis 20 Uhr.

Die Preise für die Fahrten sind nach Entfernungen gestaffelt und liegen zwischen 2,50 Euro für vier Kilometer bis zu 6 Euro ab 15 Kilometern Fahrtstrecke, hier kommen dann für jeden weiteren Kilometer noch 1,10 Euro dazu.

Kinder im Alter von null bis einschließlich sechs Jahren werden unentgeltlich befördert, müssen aber bei der Buchung mitangegeben werden. Schwerbehinderte mit gültiger Werktmarke fahren ebenso kostenlos.

Bei Gruppenfahrten in einer gemeinsamen Buchung entrichtet der erste Fahrgast 100 Prozent des Fahrpreises. Jede weitere Person bezahlt die Hälfte des Fahrpreises. Voraussetzung ist, dass Start- und Zielort der Gruppe identisch sind.

Rosi fährt in folgenden Ortsgebieten: Aschau im Chiemgau, Bad Endorf, Bernau, Breitbrunn, Eggstätt, Frasdorf, Gstadt am Chiemsee, Höslwang, Prien am Chiemsee, Rimsting und Samerberg.