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Baustelle auf Areal der ehemaligen Jugendherberge

Wohnraum für Einheimische: Zehn Reihenhäuser im Priener Birkenweg decken den Bedarf lange nicht

Nach drei Jahren ist es soweit: Der Bau auf dem ehemaligen Jugendherbergsgelände im Priener Birkenweg beginnt. Auf dem Areal sollen drei Mehrfamilienhäuser für den normalen Verkauf und zehn Reihenhäuser für Einheimische entstehen. Die Warteschlange ist um ein vielfaches länger.

Prien – Eine Handvoll große Erdhügel, ein paar Bagger und Bodenlöcher mit Regenwasser gefüllt: So sieht das Grundstück an der Ecke Birkenweg/Carl-Braun-Straße momentan aus. Das soll sich jetzt ändern. Mit dem Spatenstich beginnen die Bauarbeiten offiziell. Kosten: über 20 Millionen Euro. Im Sommer 2023 sollen auf der 5000 Quadratmeter großen Fläche insgesamt zehn Reihenhäuser, drei Mehrfamilienhäuser mit 31 Wohnungen (mit 60 bis 180 Quadratmeter Grundfläche) und eine Tiefgarage mit 66 Stellplätzen fertiggestellt sein.

Innenleben der Häuser selbst gestalten

Jedenfalls wenn es nach Martin Eisenberger geht. Er ist Geschäftsführer der Planungsgruppe Strasser aus Traunstein und gleichzeitig Chefplaner des Bauprojekts. Eisenberger deutet auf einen der Erdhügel. „Die Reihenhäuser bauen wir in einer Siebener- und einer Dreier-Spange, von Norden nach Süden“, sagt er.

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Die Besonderheit: Das Innenleben der Häuser können die künftigen Eigentümer ab kommenden Sommer selbst gestalten. Die Baufirmen, von denen laut Bauträger Heinrich Wittmann, Geschäftsführer der Chiemgau Residenzen, bisher alle aus der Region kommen, errichten nur die „äußere Hülle“.

Alle Reihenhäuser sind bereits verkauft

Acht der Häuser seien bereits an Einheimische verkauft, sagt Wittmann. Die übrigen zwei folgten gegen Ende des Monats. Die Käufer habe der Markt Prien vermittelt. Der Andrang zeigt: Der Bedarf ist groß. Und die Warteliste lang. Waren es im vergangenen Juni noch 146, sind es laut Bürgermeister Andreas Friedrich (ÜWG) nun 170 Interessenten. Diese hätten zwar einen Antrag auf Einheimischengrund gestellt, seien aber noch nicht geprüft worden.

Wer sich dafür bewirbt, muss verschiedene Kriterien erfüllen. Parameter sind zum Beispiel eine Einkommensgrenze von 51 000 Euro pro Person oder die Höhe des Vermögens. Auch soziale Kriterien spielen eine Rolle. Laut dem Bürgermeister beträgt der Preis des Baugrunds für eines der neuen Reihenhäuser im Birkenweg ein Drittel des üblichen Marktpreises. Baugrund ist in Prien aufgrund der Chiemseeschutzverordnung rar und dementsprechend auch teuer. In guten Lagen kann der Quadratmeterpreis schon einmal deutlich im vierstelligen Bereich liegen. Zurzeit verfüge der Markt über keine eigenen Grundstücke, sagt Friedrich.

Bauland wird für Einheimische reserviert

Aus diesen Gründen wird laut Melanie Maier von der Priener Bauverwaltung bei solch großen Bauaktionen auch Platz für Einheimische zur Verfügung gestellt. Seit einem Grundsatzbeschluss des Marktgemeinderats vor einigen Jahren sind 40 Prozent der Bauten verpflichtend für die Menschen reserviert, die schon in der Marktgemeinde leben.

Bevor diese einziehen können, gibt es aber noch einiges zu tun. Erst einmal muss die Spundwand errichtet werden. Das ist eine spezielle wasserdichte Wand, die rund um die Baugrube in den Boden gerammt wird. Denn auf der Baustelle sei es notwendig, ins Grundwasser hinein zu bauen, sagt Eisenberger. Die Wand diene dem Schutz der Gebäude. Bis sie errichtet ist, dauere es sechs Wochen.

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Anschließend werden laut Christine Daurer, Projektleiterin bei den Chiemgau Residenzen, über 500 Bohrpfähle mit einem Durchmesser von 60 Zentimeter in den Boden eingesetzt. Auch sie tragen dazu bei, die Baugrube zu sichern. Die Pfähle sollen Daurer zufolge das Gebäude tragen und gleichzeitig verhindern, dass die Bodenplatte vom Wasser nicht hochgedrückt wird. „Statisch ist das eine Herausforderung“, sagt sie.

Rohstoffmangel wegen der Pandemie

Anschließend wird die Tiefgarage gebaut, dann die Häuser. Die Reihenhäuser hätten insgesamt zwei Geschosse und ein Dachgeschoss. Die Mehrfamilienhäuser würden ebenfalls dreigeschossig gebaut, mit Penthouse auf dem Dach. Die Arbeiten beginnen – trotz Rohstoffmangel, der laut Bauträger Wittmann aktuell auf dem Markt herrscht. „Das sind Restauswirkungen von Corona.“ Es fehle momentan an Holz, Stahl und Dämmmaterial, fügt Martin Eisenberger hinzu. „Die Bauaufträge bis ins nächste Jahr sind aber gesichert.“ Zu diesem Zeitpunkt werden sicher keine Erdhügel mehr zu sehen sein.

Rubriklistenbild: © dpa

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