+++ Eilmeldung +++

Große Trauer

Modeschöpferin Laura Biagiotti gestorben

Modeschöpferin Laura Biagiotti gestorben

"Bauboom" in Urschalling

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Für den Kirchweiler Urschalling gibt es bislang keinen baurechtlich festgelegten Innenbereich. Eine Satzung soll dies ändern: Dieser Planentwurf der Marktgemeinde Prien zeigt die zukünftigen Grenzen.

Prien - Drei Einheimische wollen im Priener Kirchweiler Urschalling bauen. Das wird aber nicht einfach, denn dazu müssten erst die rechtlichen Voraussetzungen geschaffen werden.

Die Geschichte des kleinen Kirchweilers Urschalling vor den Toren Priens beginnt laut Chroniken im 9. Jahrhundert. Anfang des 12. Jahrhunderts wurde die St.-Jakobus-Kirche erbaut, und 1804 gab es in dem landwirtschaftlich geprägten Dorf lediglich sechs Häuser. Nicht wesentlich größer präsentiert sich der Ort rund 200 Jahre später mit neun Wohngebäuden, einem Wirtshaus und der Kirche. Aber das wird sich bald ändern: Geht es nach Vorstellungen von drei einheimischen Bauwerbern, gibt es möglicherweise noch in diesem Jahr einen regelrechten "Bauboom" in Urschalling: Denn der Baubestand würde gleich um ein Viertel wachsen.

Für den Kirchweiler Urschalling gibt es bislang keinen baurechtlich festgelegten Innenbereich. Eine Satzung soll dies ändern: Dieser Planentwurf der Marktgemeinde Prien zeigt die zukünftigen Grenzen.

Dazu müssten aber erst die rechtlichen Voraussetzungen geschaffen werden, wie in der jüngsten Sitzung des Bau- und Umweltausschusses des Marktgemeinderats Prien erneut deutlich wurde. Die Bauverwaltung der Marktgemeinde sieht den derzeitigen Bebauungsbestand in Urschalling als Innenbereich an, in dem Vorhaben nach Paragraf 34 Baugesetzbuch zulässig sind. Somit liegen die drei betroffenen Grundstücke im Außenbereich, eine Bebauung ist eigentlich nicht zulässig. Allerdings gibt es für Urschalling keine rechtliche Regelung, denn es existiert kein Bebauungsplan, der Innen- und Außenbereich definiert.

Für Abhilfe soll jetzt eine Klarstellungs- und Ergänzungssatzung für Urschalling sorgen. In der Klarstellungssatzung legt die Marktgemeinde die Grenze für den Innenbereich fest, die sich aus dem bestehenden Bebauungszusammenhang ergibt. Alle erfassten Grundstücke besitzen damit grundsätzlich Baulandqualität. Mit der Ergänzungssatzung kann die Gemeinde einzelne, unbebaute Außenbereichsflächen als Innenbereich deklarieren, um dadurch einen abgerundeten Ortsrand zu bilden. Neue Baugebiete am Ortsrand lassen sich durch diese Satzung nicht entwickeln, dazu ist eine Bebauungsplanung erforderlich.

Vor diesem Hintergrund hatte der Bau- und Umweltausschuss in seiner Mai-Sitzung die Entscheidung über die Anträge der drei Bauwerber zurückgestellt. Mit ihnen sollte geklärt werden, ob sie mit den Satzungsaufstellungen einverstanden sind und ihre Vorbescheidsanträge für ihre geplanten Wohnhäuser solange zurückhalten.

Die Grundstückseigentümer hätten sich für diese Vorgehensweise entschieden, erklärte Laurentius Fischer von der gemeindlichen Bauverwaltung in der jüngsten Ausschusssitzung. Gegen die Stimme von Werner Waap (BfP) gab das Gremium grünes Licht für die Satzungsaufstellung entsprechend des Entwurfs der Bauverwaltung.

Waap begründete seine ablehnende Haltung damit, dass die vorgesehene Klarstellungsfläche für den Innenbereich nicht nur Urschallinger Bedürfnisse abdecke, sondern im Südwesten zusätzliche Bauplätze ermöglichen werde.

ul/Chiemgau-Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

Zurück zur Übersicht: Chiemsee

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser