Bauliches Ausrufezeichen für Prien

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Dieser Blick wird sich vom Sommer dieses Jahres an Autofahrern bieten, die auf der Bernauer Straße ortseinwärts fahren. Auf Höhe der Waldorfschule (links am Bildrand) entsteht rechter Hand ein dreigeschossiger Bau im klassizistischen Stil mit Läden, Praxen und Büros.

Prien - Ein markantes Gebäude im klassizistischen Stil soll ab August die Einfahrt ins Priener Zentrum markieren. An der Bernauer Straße entsteht gegenüber der Waldorfschule ein dreigeschossiger Bau mit Läden, Praxen und Büros.

Das Grundstück samt Altbau hatte die Gemeinde an die "Brigenna Baukonzept GmbH" von Bernd Jucht verkauft.

Durch Abriss und Neubau wird aus der bisherigen Kampenwandstraße 2 die Bernauer Straße 31. In dem mittlerweile leer stehenden Altbau, der bereits im Februar fallen soll, war früher auch die Kleiderstube der Gemeinde untergebracht.

Der Markt Prien hatte das Grundstück im Rahmen der so genannten Vermögensumschichtung an Bauträger Bernd Jucht verkauft - offenbar mit der Maßgabe, dort ein Gebäude zu verwirklichen, das für die Öffentlichkeit zugänglich ist. "Wir haben bei den Verkaufsverhandlungen viel Wert darauf gelegt, dass das Gebäude mit Leben erfüllt wird", sagte Bürgermeister Jürgen Seifert am Dienstagabend im Bauausschuss. Über den Preis ist nichts bekannt.

Bereits im Dezember hatte die "Brigenna GmbH" in nichtöffentlicher Sitzung vier Entwürfe präsentiert, von denen zwei in die engere Wahl kamen. Auf dieser Grundlage entstand die endgültige Planung, die nun mit einer Gegenstimme genehmigt wurde. Dr. Claudia Trübsbach (BfP) fand den Baustil unpassend für einen Ort wie Prien. Er gehöre in Metropolen wie Berlin.

Die große Mehrheit des Gremiums sah das anders. "Prien ist Schulzentrum, IC-Bahnhof, Klinikstandort und vieles mehr", hielt Seifert entgegen. Er lobte das Projekt als "großen positiven Schritt" und "bauliches Ausrufezeichen". Der Bauherr halte sich "zu mehr als 100 Prozent" an die Vereinbarungen.

Dieser Blick bietet sich Autofahrern heute an gleicher Stelle.

Eine weitere Auflage an den Käufer war es offenbar, eine nahtlose, stufenweise Einfügung in die benachbarte Bebauung zu realisieren. Das Gebäude wird deshalb niedriger als die Waldorfschule auf der anderen Seite der Bernauer Straße, aber höher als der Neubau mit der Geschäftsstelle der AOK auf der Ostseite der Kampenwandstraße. Das zweite Obergeschoss des 17 Meter breiten und knapp 30 Meter langen Komplexes wird mit einem Mansardendach versehen. Etwa mittig an der Westfassade, zur Bernauer Straße hin, entsteht ein turmartiger Vorbau, in dem ein Aufzug eingebaut wird. Im Norden, also ortseinwärts, wird ein acht Meter langer, erdgeschossiger Anbau den Komplex abschließen.

Die vier Einheiten im Erdgeschoss sind bereits verkauft, sagte Bauträger Bernd Jucht im Gespräch mit der Chiemgau-Zeitung. Demnach entstehen zur Bernauer Straße eine Kaffeerösterei sowie ein Wein- und Feinkosthandel, im rückwärtigen Teil zur Kampenwandstraße zwei Therapiepraxen. Auch zwei der Einheiten in den Etagen sind Jucht zufolge schon für Interessenten reserviert. Insgesamt wird das Gebäude gut 1000 Quadratmeter Nutzfläche haben. 26 Stellplätze entstehen rundherum auf dem Grundstück, Jucht zufolge sind das vier mehr als rein rechnerisch aufgrund der Nutzung erforderlich wären.

Er möchte, vorbehaltlich der endgültigen Genehmigung durch das Landratsamt, im Februar den Altbau abreißen, im März mit dem Neubau beginnen und ihn bereits im August vollenden.

Außer Trübsbach hatte in der Diskussion im großen Saal des Rathauses niemand etwas an der Planung auszusetzen. Positiv äußerten sich Alfred Schelhas (SPD) und vor allem Joachim Bensemann (FW): "Der Baustil gefällt mir 1000-prozentig. Er wird dem Ort würdig."

Über weitere Tagesordnungspunkte der Sitzung, unter anderem den Abschluss des Bebauungsplanverfahrens für das Behindertenwohnheim des Vereins "Leben mit Handicap" in Stauden, berichten wir noch gesondert.

db/Chiemgau-Zeitung

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