Carmen Rohrbach versuchte seinerzeit, aus der damaligen DDR zu fliehen - Zu Besuch in Prien

Mit dem Schlauchboot über die Ostsee

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Prien - Im Rahmen der Vortragsreihe "Grenzerfahrungen" war Carmen Rohrbach zu Gast in Prien. Sie berichtete über ihre spektakuläre Flucht aus der DDR.

Im Rahmen der Vortragsreihe "Grenzerfahrungen" der Priener Tourismusgesellschaft sprach Carmen Rohrbach über ihren gescheiterten Fluchtversuch aus der damaligen DDR. Vor rund 70 Zuhörern im Foyer des kleinen Kursaals las sie aus ihrem Buch "Solange ich atme - Flucht durch die Ostsee".

Zunächst erzählte Rohrbach von ihrer Kindheit und Jugend in der damaligen DDR. "Es ist wichtig, immer wieder über die Vergangenheit zu sprechen und dabei über das eigene Leben nachzudenken", stellte sie fest. Ihr Vater, ein Lehrer, habe fest an den Kommunismus geglaubt, so sei während ihrer Schulzeit das Positive des Regimes vordergründig gewesen.

"Von der Wiege bis zur Bahre, die Partei tut für Dich das Wahre" - An diesem Spruch habe auch sie festgehalten, bis sie während des Biologie-Studiums die "Verlogenheit des DDR-Systems" erkannt habe und die Sehnsucht nach Freiheit in ihr erwacht sei.

Sie las Bücher und sah Filme über Entdeckungen. Vor allem die Galapagos-Inseln hatten es ihr angetan. Dann lernte sie in einem Tauchlager an der Ostsee Jürgen kennen. Und sie entschloss sich, zusammen mit ihm die Flucht Richtung Dänemark in einem Paddelboot zu wagen.

Boot versenkt

Weiterer Vortrag zu "Grenzerfahrungen":

Carmen Rohrbach schilderte minutiös diese Fahrt mit dem Schlauchboot. Jürgen und sie mussten es versenken, da sie sonst entdeckt worden wären. Schwimmend setzten sie die Flucht fort. Claudia Rohrbach schilderte die Geschehnisse in Textauszügen aus ihrem Buch mit dem Titel "Solange ich atme" auch das kleinste Detail, spannend und beinahe poesievoll zugleich. Schließlich wurden Jürgen und sie dann doch aufgegriffen, obwohl sie sich bereits im internationalen Hoheitsgewässer befanden.

Nicht ganz so ausführlich, doch auch bewegend erzählte Rohrbach von ihrer Gefangenschaft. Der feste Vorsatz, sie später in einem Buch festhalten zu können, gaben ihr die Kraft zum Durchhalten.

Nach ihrer Ausweisung nach Westdeutschland konnte sie dann endlich ihre Träume verwirklichen. Sie promovierte am Max-Planck-Institut für Verhaltungsforschung und durfte ein Jahr lang das Leben der Meeresechsen auf einer unbewohnten Galapagos-Insel dokumentieren. Weitere abenteuerliche Reisen auf der ganzen Welt folgten, die sie in fesselnden Büchern beschrieb. Heute ist Carmen Rohrbach eine der erfolgreichsten Reiseschriftstellerinnen Deutschlands.

Abenteuerliche Reisen

Nach ihrem Vortrag stellte sie sich den Fragen ihrer Zuhörer. Bescheiden und humorvoll berichtete sie von ihren Abenteuern bis tief in die Mongolei. Ihre nächsten Ziele heißen Sibirien und Patagonien.

gf/Chiemgau-Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © dpa

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