Wie ist das so als Almbauer?

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Prien am Chiemsee/Hochries -  Einen Einblick in die Arbeit eines Almbauern vor dem Auftrieb gibt der Vachendorfer Josef Stuffer.

Was in der Landwirtschaft im allgemeinen gilt, das gilt auf den Almen und in den Bergen im Besonderen, wenn es um die arbeitsintensive Landschaftspflege geht. Meist ist es für die vielen Freizeitnutzer unsichtbar, wie die vorzüglichen Vorteile nach getaner Arbeit fast wie selbstverständlich vorhanden sind. Die Weiden-Instandhaltung auf einer Hochalm im Hochriesgebiet ist ein Beispiel von vielen Aufgaben, die zum Wohle von Landwirtschaft und Tourismus gemeistert werden müssen.

Josef Stuffer aus Vachendorf in der Gemeinde Prien ist einer von fünf Bauern, die im Hochriesgebiet eine Weide-Gemeinschaft bilden und rund 80 Jungkühen im Sommer eine hochgelegene Heimat auf Zeit bieten. Grundstücksbesitzer ist Baron Rasso von Cramer-Klett in Hohenaschau. Mit ihm sind die Weiderechte in Form eines Almbriefes urkundlich geregelt.

In den Almbriefen sind alle Rechte und Pflichten sowie die Pachthöhe festgehalten. Diese Almbriefe gibt es schon seit dem Jahre 1430. Ein sogenanntes dingbares Almrecht fällt an den Besitzer zurück, wenn die Bewirtschaftung zehn Jahre unterbleibt. Josef Stuffer ist Besitzer einer Hütte im Hochriesgebiet zwischen Hochriesgipfle und Riesenhütte. Sein Weidegebiet vom Hochriesgipfel bis zum Ebersberger Weg umfasst mehr als fünf Kilometer Zaunlänge. Diese Zäune erleiden gerade im Winter immer wieder Schäden, so dass im Frühjahr nach der Schneeschmelze und vor dem Auftrieb die Zäune vielfach repariert werden müssen.

Weiden-Instandhaltungs-Pflege auf der Hochries

„Manchmal machen auch unvernünftige Bergwanderer die Zäune kaputt“, so der Almbauer, der auch im Herbst nach dem Abtrieb Zaun-Vorkehrungen trifft, damit die zu erwartende Schneelast nicht zu viele Schäden anrichten kann. Drei Tage mitsamt einem Helfer ist Josef Stuffer vor dem Almsommer mit dem Herrichten der Weidezäune beschäftigt. Eine schweisstreibende Arbeit mit dem schweren Arbeitsmaterial. Zum Teil ist der Transport von Locher, Schlegel , Motorsäge und weiterem Gerät noch mit dem Auto über normalerweise unwegsames Gelände möglich, aber den größten Teil der Strecke müssen die Arbeiter mühevoll zu Fuß erledigen. „Almbauer zu sein ist kein Beruf, sondern eine Berufung“ – so Josef Stuffer ganz grundsätzlich zum Almleben, das weitaus weniger romantisch ist als viele Leute meinen.

Aber Josef Stuffer sagt auch: „Manche Blicke ins Tal und das Zusammensein mit dem anvertrauten Vieh belohnen immer wieder die Anstrengungen auf dem Berg“. Eine weitere Feststellung von Josef Stuffer in Verbindung mit der Klimaerwärmung ist, dass der Almauftrieb gegenüber früher um rund zwei Wochen eher erfolgen kann und dass die Almweiden immer höher hinauf gehen.

Quelle: rosenheim24.de

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