BI Chiemsee-Westufer unterstützt Proteste gegen geplante Erdgasbohrungen

Gasbohrung: "Hände weg vom Naturschutzgebiet"

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Prien - "Es darf am Langbürgner See keine Erdgasbohrung geben". Das war der einhellige Tenor der Jahreshauptversammlung der Bürgerinitiative zur "Landschaftserhaltung des Chiemsee-Westufers".

"Hände weg vom Naturschutzgebiet, es darf am Langbürgner See keine Erdgasbohrung geben." Das war der einhellige Tenor in der Jahreshauptversammlung der Bürgerinitiative (BI) zur "Landschaftserhaltung des Chiemsee-Westufers".

An der sehr gut besuchten Versammlung im Hotel "Bayerischer Hof" nahmen auch zahlreiche Mitglieder der BI Breitbrunn mit Sprecher Gerhard Kolbeck und der neu gegründeten BI "Chiemgauer-Seenplatte - gegen Gasbohren" mit Sprecherin Mary Fischer teil.

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Der Bericht von Kolbeck über seine Erfahrungen mit der österreichischen Rohölaufsuchungsgesellschaft (RAG), die ursprünglich auf Breitbrunner Gebiet am Rande des Naturschutzgebiets eine Bohrstelle einrichten wollte und zwischenzeitlich dafür ein Grundstück im Bad Endorfer Ortsteil Mauerkirchen angepachtet hat (wir berichteten wiederholt), nahm breiten Raum ein. Er freute sich, dass sich schon über 6000 Bürger über Gemeindegrenzen hinweg in Unterschriftenlisten gegen eine Bohrung ausgesprochen haben. Die Bürger befürchten unter anderem eine Gefährdung des Trinkwassers, in der Nähe liegen einige Brunnen. Nach Kolbecks Überzeugung gibt es keine rechtliche Grundlage, in einem Naturschutzgebiet Erdgasbohrungen durchzuführen. Die Regierung könnte dieses Vorhaben deshalb sofort stoppen.

Hart ging Kolbeck mit der Politik ins Gericht: "Was sie weiß, ist zwar nicht viel, aber was sie wissen, sagen sie uns nicht." Einzige wirkliche Entscheidungsgewalt nach einem Antrag auf Bohrgenehmigung, der bisher noch nicht gestellt wurde, sei die Stellungnahme der Wasserschutzbehörden, fuhr Kolbeck fort.

Wiederholt wurde in der Diskussion das Bergrecht kritisiert, das auf einer uralten gesetzlichen Grundlage beruhe. Deshalb sei das Bergamt Genehmigungs- und zugleich Überwachungsbehörde.

Der Rimstinger Karl Lindner berichtete, dass der Grundwasserstrom des Langbürgner Sees nach der Meinung des renommierten Limnologen Dr. Otto Siebeck in jede Richtung fließe. Es müsse daher jedes Risiko für eine Gefährdung des Trinkwassers ausgeschlossen werden.

Aus dem Archiv: Protest gegen RAG

Protestaktion gegen RAG

Helge Holzer, Vorsitzende der gastgebenden BI, die sich für das Chiemsee-Westufer einsetzt, empfahl den beiden Initiativen gegen die Bohrungen eine Fusion, denn "in der heutigen Zeit sollen alle Kräfte gebündelt werden".

Holzer wurde bei den turnusmäßigen Neuwahlen ebenso einstimmig im Amt bestätigt wie Kassier Anton Schraml und Schriftführerin Gertrud Zacherl. Die Vorsitzende kündigte für die Versammlung 2013 an, den Zusammenschluss mit der BI "Rettet den Chiemsee" offiziell auf die Tagesordnung zu setzen. Holzer ist auch deren Vorsitzende.

th/Chiemgau-Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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