Prien distanziert sich von Ex-Bürgermeister

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Prien - Der Entzug des Ehrenbürgerrechts für den ehemaligen Bürgermeisters Adolf von Bomhard war formal nicht möglich. Doch der Gemeinderat setzte nun trotzdem ein Zeichen.

Am Ende fand sich nach langer Sitzung im Marktgemeinderat ein Kompromiss. Wie zuvor berichtet, forderten rund 200 Priener mit einer Unterschriftenliste die Aberkennung des Ehrenbürgerrechts, weil von Bomhard als Chef der Ordnungspolizei in die Verbrechen des NS-Staates verstrickt war.

Adolf von Bomhard, hier auf einem Foto aus der NS-Zeit.

Da das Ehrenbürgerrecht aber sowieso mit dem Tod eines Menschen erlischt (von Bomhard war 1971 gestorben), war eine Aberkennung formal nicht möglich. Dies erklärte der heutige Bürgermeister Jürgen Seifert vor den Gemeinderäten, berichtet die Chiemgau-Zeitung am Samstag. Die selbe Begründung wurde jüngst im Rosenheimer Stadtrat abgegeben, als die SPD erfolglos die Aberkennung der Ehrenbürgerschaft von Paul von Hindenburg forderte.

Jedoch wollte man in Prien auch nach außen hin ein Zeichen setzen und distanzierte sich mit einer einstimmig angenommenen Erklärung von den "Handlungen und Anordnungen" des späteren Bürgermeisters, die dieser im Dritten Reich vorgenommen hatte. Weiter heißt es in der Erklärung nach Angaben der Heimatzeitung: "Aufgrund der neuen Erkenntnisse würde das Ehrenbürgerrecht aus heutiger Sicht nicht mehr verliehen werden".

mg

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © Bundesarchiv

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