Baden wird deutlich teurer

Prien - Wer heute ins Hallenbad Prienavera geht, muss an der Kasse mehr bezahlen als früher. Die Preissteigerung fällt recht deutlich aus:

Die Marktgemeinde hat die Eintrittspreise in ihrer Freizeiteinrichtung im Durchschnitt um über zehn Prozent erhöht. Ein Erwachsener, der sich zwei Stunden im Hallenbad vergnügen will, muss zum Beispiel statt bislang 7,90 Euro nun neun Euro bezahlen, ein Kind statt 3,50 Euro jetzt vier Euro. Als Grund für die Anhebung, die vor wenigen Tagen in Kraft getreten ist, nannte Betriebsleiterin Ute Lichtmannegger in einem Gespräch mit der Chiemgau-Zeitung die „massiv angestiegenen Energiekosten“.

Zwei Stunden Badespaß sind jetzt für Erwachsene und Kinder rund 14 Prozent teurer. Und wer doppelt so lange im Prienavera bleiben will, der muss nun auch tiefer in den Geldbeutel greifen: Vier Stunden kosten für einen Erwachsenen statt 9,90 Euro nun 11,50 Euro (plus 16 Prozent), für ein Kind statt 5,50 jetzt sechs Euro (plus neun Prozent). Die Leitung des Bades hatte vorgeschlagen, die Eintrittspreise zu erhöhen, und bekam dann auch im Rathaus grünes Licht. In nicht-öffentlicher Sitzung habe der Marktgemeinderat Ende Juli das neue Preisblatt – wie Bertram Vogel, der Geschäftsführer der Priener Tourismusgesellschaft (PTG), die das Bad im Auftrag der Kommune betreibt, und Lichtmanegger bestätigten – abgesegnet. Die neuen Eintrittspreise gelten seit Freitag, 3. August. Sieben Jahre lang sei keine einzige Preiserhöhung erfolgt, sagte Lichtmannegger. In diesem Zeitraum seien jedoch die Betriebskosten „enorm gestiegen“, so dass nun eine „moderate Anhe- bung“ der Eintrittspreise unumgänglich gewesen sei. Die Sanierung des Daches habe in diesem Zusammenhang, wie die Betriebsleiterin betonte, „keine Rolle“ gespielt.

Raumkosten haben sich stark erhöht

Die „Raumkosten“ – betriebswirtschaftlich gesprochen – haben sich laut Lichtmannegger in den vergangenen Jahren stark erhöht. Insbesondere noch oben geschnellt seien die Ausgaben für die Energie. Gas und Strom – große Mengen Energie braucht das Hallenbad vor allem für das Heizen – sind ihren Angaben zufolge deutlich teurer geworden. Wie sich diese Preissteigerungen auf die jährlichen Energiekosten im Hallenbad ausgewirkt haben, bleibt offen. Aus betrieblichen Gründen wollten PTG und Badleitung, wie Vogel und Lichtmannegger sagten, keine Zahlen nennen. Nur so viel gaben sie bekannt: Im Rahmen der Gasbezugskosten habe die Steigerungsrate allein vom ersten Quartal 2010 bis zum Ende des zweiten Quartals 2012 „mehr als 60 Prozent“ betragen.

Auch Besuch von Strandbad teurer

Um Energiekosten einzusparen, ergriffen und ergreifen die Badleitung und die PTG Maßnahmen der energetischen Sanierung. „Wir haben das neue Dach des Erlebnisbades 2011 mit einer zusätzlichen vierten Folienschicht versehen“, erinnerte Vogel an die aufwändige Sanierung. Und weiter: „Im Herbst 2012 wird die bessere Isolierung der Rutsche erfolgen.“ Geplant sei auch die Erneuerung der Abdeckung des Außenbeckens. „Dennoch ist leider eine teilweise Umlegung der gestiegenen Betriebskosten auf die Eintrittspreise unvermeidlich“, so der Geschäftsführer der PTG. Nicht nur im Hallen-, auch im Strandbad sind die Preise gestiegen: Statt einem Euro müssen Kinder und Erwachsene nun 1,50 Euro bezahlen. PTG- und Prienavera-Leitung haben, wie sie mitteilen, im Strandbad, mit dem „Slackline-Parcours“ – „Slacklinen“ ist der neue Trendsport, bei dem man auf dünnen Bändern balanciert – eine neue Attraktion erhalten. Geplant sei, so Vogel weiter, noch in diesem Jahr ein neues Sonnensegel zum Schutz der Kleinen vor schädlichen UV-Strahlen zu spannen. Und im nächsten Jahr stehe die Sanierung und Erweiterung des Kinderspielbereichs an. Die Preissteigerung sollte so verträglich wie möglich erfolgen. Die Badleitung hat in Zusammenarbeit mit der PTG deshalb nach eigenen Angaben attraktive neue Angebote für Vielnutzer, Familien und Schüler geschaffen.

Neue Angebote für Vielnutzer

So gibt es für Schüler und Studenten eine neue Jahreskarte für das Hallenbad zum Preis von 195 Euro und eine neue Saisonkarte für das Strandbad für 25 Euro. Familien zahlen für ein Jahr lang unbegrenzten Badespaß 495 Euro beziehungsweise 55 Euro. Priener Bürger sowie alle Schüler und Studenten (auf Nachweis) erhalten zehn Prozent Ermäßigung auf die Bad-Grundeintrittspreise.

pü/Chiemgau-Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © dpa

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