Energie bleibt oben auf der Liste

Prien - Neue Modelle zur kommunalen alternativen Energieversorgung sind durch die Ablehnung des Holzheizkraftwerks (HHKW) im Bürgerentscheid am Sonntag gefragt.

Der Gemeinderat wird sich in einer seiner nächsten Sitzungen damit beschäftigen.

"Prien hat sich eine Riesenchance verbaut, den Schritt zu einer Energiewende vor anderen Kommunen zu tun." Auch nach dem Aus für das HHKW zeigte sich Bürgermeister Jürgen Seifert im Gespräch mit der Chiemgau-Zeitung überzeugt, dass dies der richtige Schritt gewesen wäre. Auch die Gegner hätten keine Alternative oder Problemlösung aufgezeigt.

"Ob die Entscheidung immer rational gefallen ist, kann ich nicht beurteilen", antwortete er auf die Frage nach möglichen Gründen, warum die Mehrheit der Bevölkerung ein Projekt abgelehnt hat, das der 24-köpfige Marktgemeinderat einstimmig befürwortet hatte. "Keine unsere Aussagen war falsch. Aus meiner Sicht sind auch Ängste geschürt und Falschinformationen verbreitet worden."

Jürgen Schuster (CSU), der den Bürgerentscheid mit seinem Antrag für ein Ratsbegehren angestoßen hatte, sah gestern als Konsequenz des Ergebnisses, dass Bürger künftig noch früher und intensiver in wichtige Themen und große Projekte einbezogen und informiert werden müssten.

Eine Gefahr, dass sich die Niederlage negativ auf das Engagement von einzelnen Gemeinderäten und die weitere Arbeit im Gremium auswirken kann, sieht Seifert "auf keinen Fall. Es gibt keinerlei Anlass, dass ein einziger Gemeinderat nachlassen sollte. Wir werden uns von unserem Weg nicht abbringen lassen." Auch Transparenz sei nach wie vor eines der wichtigsten Kriterien für die kommunalpolitische Arbeit.

Der Bürgermeister kündigte an, dass das Thema Energie in einer der nächsten Sitzungen des Marktgemeinderates auf die Tagesordnung kommen soll. Ein großer Teil der Kosten, die zur Planung des HHKW-Projekts bisher vor allem in Ingenieurleistungen investiert worden waren, sei für "wertvolle Informationen für unsere künftige Arbeit" entstanden. Als Beispiele nannte er eine "Verbrauchsstellenermittlung" und die Planung für ein Leitungsnetz.

Die Frage einer möglichst autarken Energieversorgung, unabhängig vom Preisdiktat großer Konzerne, sei unter anderem auch für die Konkurrenzfähigkeit des Wirtschaftsstandorts Prien wichtig.

db/Chiemgau-Zeitung

Rubriklistenbild: © dpa

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