Grünes Licht für Verkehrsgarten

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In die Grünfläche (rechts) neben dem kombinierten Buspark- und Verkehrsübungsplatz soll der neue Verkehrsgarten integriert werden.

Prien - Einen neuen Kreisverkehr bekommt im Sommer die Marktgemeinde. Ein Kreisel ist nämlich Bestandteil des neuen Verkehrsgartens an den Franziska-Hager-Schule.

Ab September können die Kinder aus der Priener und sieben weiteren Grundschulen der Umgebung an den Franziska-Hager-Schulen in der Marktgemeinde üben, wie man sich als Fußgänger und Radler in einem Kreisverkehr richtig verhält. Ein Kreisel ist nämlich Bestandteil des neuen Verkehrsgartens. Für dessen Bau in den Sommerferien hat der Schulverband als letzte Entscheidungsinstanz jetzt grünes Licht gegeben.

Als die Diskussionen über den Neubau vor Monaten begannen, dessen Notwendigkeit grundsätzlich von niemandem bestritten wurde, war noch von einem "Übungsplatz" die Rede. Dass im einstimmigen Beschluss des Schulverbands nun von einem "Verkehrsgarten" die Rede ist, liegt daran, dass die Anlage größtenteils in die Grünfläche zwischen der Parkfläche vor der Schule und dem Pausenhof der Mittelschule eingebettet wird.

Diese Richtungspfeile sprechen Bände über den Zustand des alten Verkehrsübungsplatzes.

Dass die Bürgermeister und weiteren Verbandsräte aus den Schulsprengelgemeinden dem Vorhaben für zirka 120.000 Euro zustimmten, war nicht selbstverständlich. Nachdem der Priener Marktgemeinderat vor Monaten die Entscheidung zunächst vertagt hatte, weil es unterschiedliche Präferenzen für den genauen Standort der Anlage gab, hatten einige Kommunen in ihren Haushalten keine Gelder eingeplant - in der Annahme, dass aus dem Vorhaben heuer nichts mehr wird.

Die Kosten werden anhand der Schülerzahlen auf alle beteiligten Gemeinden des Schulsprengels umgelegt, die ihre Viertklassler zum Üben in die Marktgemeinde schicken. Deshalb wird Prien selbst mit voraussichtlich gut 22.000 Euro den größten Beitrag leisten, Rimsting muss mit gut 16.000, Bernau mit etwas über 15.000 Euro rechnen.

Den Bürgermeistern obliegt es nun, in ihren Kommunalparlamenten die Gründe für den Bau heuer in den Sommerferien darzulegen, um dort positive Beschlüsse zur Bereitstellung der Mittel herbeizuführen.

Weil die Umbaumaßnahmen nach Angaben des Priener Bauamtes sechs Wochen in Anspruch nehmen werden, bleiben nur die großen Ferien, um ungestört baggern und asphaltieren zu können, ohne den Schulbetrieb zu beeinträchtigen.

In Prien waren zwischenzeitlich die Bürgerwerkstatt Verkehr und der Arbeitskreis Ortsentwicklung in die Überlegungen einbezogen worden. So entstand schlussendlich eine "optimale Lösung", wie Bürgermeister Jürgen Seifert den Entstehungsprozess der endgültigen Planung zusammenfasste. Übungsstraßen und -wege werden weitgehend um die vorhandenen Bäume herum angelegt, nur ein schmaler Längsstreifen des 30 Jahre alten Übungsplatzes wird in die neue Anlage integriert.

Quer über den Verkehrsgarten verläuft der Schulweg aus Richtung Jensenstraße zum Haupteingang des Gebäudekomplexes als logische, weil direkte Verbindung. Bisher sollten die Kinder in der Theorie den Gehweg entlang der Franziska-Hager-Straße benutzen. In Wirklichkeit nahmen die meisten die kürzere Verbindung über den Parkplatz.

Als der vor Jahrzehnten entstand, rangierten dort nur morgens und mittags Schulbusse. Heutzutage herrscht dort laufend Verkehr, die Kinder schlängeln sich oft zwischen den Bussen hindurch. Künftig sollen sie zwischen übenden Mitschülern auf dem neuen Weg hindurchgehen, was dem theoretischen Training zu einem Schuss "Lebenswirklichkeit" mit realen Verkehrsteilnehmern verhelfen soll.

In den geschätzten Kosten, die nun umgehend in eine detaillierte Planung einfließen sollen, ist auch die Anschaffung neuer Übungsfahrräder enthalten. Eine mobile Ampelanlage gehört ebenso zum Gesamtpaket wie eben ein Kreisverkehr, der beim Bau des jetzigen Übungsplatzes vor rund drei Jahrzehnten kein Thema war. Damals waren Kreisel nicht in Mode.

db/Chiemgau-Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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