Investition in Familien-Freundlichkeit

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Bürgermeister Seifert.

Prien - In der künftigen Eingangshalle haben Politiker, Planer, Handwerker und Personal am frühen Montagabend das Richtfest für das neue "Haus für Kinder Marquette" gefeiert.

Spätestens im Sommer nächsten Jahres soll der Komplex mit zwei nahezu baugleichen, quadratischen Gebäuden fast 90 Kindern eine Heimat bieten.

In drei Gruppenräumen werden zusammen 36 Ein- bis Dreijährige in der Krippe, in zwei weiteren je 25 Mädchen und Buben im Kindergartenalter betreut werden können. Zwei Mehrzweck- und Personalräume sowie eine verglaste Eingangshalle als Verbindung zwischen den beiden Trakten komplettieren das Raumkonzept.

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Die Hebfeier stieg just zu einem Zeitpunkt, wo ein heftiger Gewitterregen niederging - ein Wetter, bei dem es durch die Fenster an der Westseite in den mangelhaften Altbau nebenan hineinregnet, wie Bürgermeister Jürgen Seifert ein Beispiel für die dringende Notwendigkeit der 2,4-Millionen-Euro-Investition schilderte. Der Markt Prien kommt damit auch einer gesetzlichen Verpflichtung nach, wonach ab Sommer 2013 jedes Kind Anspruch auf einen Krippenplatz hat.

1,17 Millionen Euro sind an Zuschüssen für den Neubau zugesagt, einen Großteil des Restes will die Gemeinde über den Verkauf von Grundstücken für sechs Doppelhaushälften auf dem östlichen Teil des Areals gegenfinanzieren. Dafür läuft noch das Genehmigungsverfahren.

Bilder vom Spatenstich im Mai:

Spatenstich für Kinderhaus-Neubau

17 Firmen und fünf Architekten sind an dem Projekt beteiligt, dem der Marktgemeinderat in seiner Haushaltsklausur und dann im Etat selbst für heuer und nächstes Jahr oberste Priorität eingeräumt hatte.

Rainer Küblbeck, Inhaber der Baufirma Pumpfer, war es vorbehalten, den zahlreichen Gästen den Richtspruch zu verkünden: "Man braucht ihn doch so dringend jetzt, wie sich die Menschheit heut' so hetzt, dass auch die Frau, die Mutter noch zur Arbeit muss im Alltagsjoch", machte er sich unter anderem einen Reim auf die Veränderungen in der Gesellschaft, die die Nachfrage gerade nach Krippenplätzen in den vergangenen Jahren stetig anwachsen ließen.

"Der Herrgott möge seinen Segen allzeit dem Kindergarten geben und schenken allen Kindern drin stets einen guten, frohen Sinn." Daran, dass dieser Wunsch Küblbecks im Richtspruch in Erfüllung geht, ließ Seifert keinen Zweifel. Er versprach, dass hier eine "zukunftsweisende, moderne und heimelige" Einrichtung für die Kinder entsteht. "Wir investieren direkt in die Zukunft." Das "Haus für Kinder Marquette" solle den Mädchen und Buben Heimat werden, kein bloßer "Aufbewahrungsort".

Wie das Gemeindeoberhaupt brachte auch der evangelische Pfarrer Karl-Friedrich Wackerbarth seine Freude zum Ausdruck über den Beitrag zur Kinder- und Familienfreundlichkeit Priens. Der Geistliche attestierte den ausführenden Firmen "affenartige Schnelligkeit" und machte dies an der gerade vollendeten Montage des Dachstuhls fest.

Just für den Tag des Richtfestes hatte die evangelische Kirche einen bezeichnenden Bibelspruch gewählt: "Denn Gott ist's, der in euch wirkt beides, das Wollen und das Vollbringen, nach seinem Wohlgefallen." Mit diesem Zitat aus dem Brief des Paulus an die Philipper erinnerte Wackerbarth auch an die lange Vorgeschichte, in der besonders Hans-Jürgen Schuster "mit viel Herzblut" (Seifert) im Rathaus und bei seinen Gemeinderatskollegen für den Neubau geworben hatte. "Unsagbarer Fleiß" sei im Hintergrund eingeflossen, wollte Wackerbarth, wie zuvor schon der Bürgermeister, vor allem auch die Planer nicht vergessen wissen.

Seifert nannte zwar keine Zahlen, deutete aber an, dass viel Zeit in die Diskussion über Bau und Ausstattung geflossen war. Dem federführenden Architekten Bernd Püschel, mit dem der Markt Prien zuletzt schon bei der Generalsanierung der Franziska-Hager-Schulen und dem Neubau der Hallen in der Stippelwerft zusammengearbeitet hatte, attestierte Seifert stets ein offenes Ohr und die Bereitschaft zu tragbaren Kompromissen.

Nach der aufwendigen und zeitraubenden, sogenannten Gründung - der Untergrund musste wegen des nachgiebigen Seetons in einem Spezialverfahren gefestigt werden - gehen die Arbeiten mittlerweile zügig und im Zeitplan voran, bestätigte Küblbeck im Gespräch mit der Chiemgau-Zeitung.

Voraussichtlich bis Sommer 2013 müssen sich "Marquette"-Leiterin Karin Loos und ihr Betreuungsteam, das dem Diakonischen Werk als Betreiber untersteht, sowie die Kinder noch mit dem alten Haus für Kinder zufriedengeben. Es soll nach dem Umzug in den Neubau abgerissen werden.

db/Chiemgau-Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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