"Teestube" jetzt in Gemeindehand

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Mit dem Kauf der "Teestube" ist die Zukunft des Jugendtreffs gesichert.

Prien - Der Jugendtreff „Teestube“ ist ab sofort in der Hand der Gemeinde. Der Markt Prien hat somit die Entscheidungsgewalt über das Gebäude, in dem der Jugentreff untergebracht ist und kann so das Fortbestehen sichern.

Lesen Sie hier den Originalartikel aus der Chiemgau-Zeitung:

Prien kauft die „Teestube“

Der Markt Prien hat den Jugendtreff "Teestube" gekauft und will 2010 ein weiteres Gebäude und Grundstücke im Umfeld des Bahnhofs erwerben. Damit will die Gemeinde sicherstellen, dass die angestrebte Neugestaltung des Bahnhofsareals in ihrem Sinne erfolgt.

Bürgermeister Jürgen Seifert informierte in der Bürgerversammlung im großen Kursaal (wir berichteten bereits), dass die Gemeinde das Gebäude am Seestraßenkreisel von der Bahn gekauft habe, in dem die "Teestube" untergebracht ist. "Damit haben wir es in der Hand, dass diese Institution bestehen bleibt." Für 2010 sind im Investitionsplan rund 625000 Euro eingeplant, um den Kinderhort "Wirbelwind" und Grundstücke am Bahnhof zu erwerben. "Bahnhofsflächen unterliegen nicht der Planungshoheit der Gemeinden", erläuterte Seifert den Hintergrund. Mit anderen Worten: Prien hätte kein gesichertes Mitspracherecht, wenn Grund und Immobilien der Bahn gehören.

Wie wiederholt berichtet, soll das Areal von Grund auf umgestaltet werden. Im ersten Schritt werde der Bahnhof 2010 für rund eine Million Euro durch den Bau von Aufzügen an den Zugängen zu den Bahnsteigen behindertengerecht ausgebaut. Das habe die Bahn wiederholt versprochen, sagte Seifert.

Neun Monate habe die Gemeinde gebraucht, um endlich im Konzerngeflecht der Bahn einen Ansprechpartner zu finden, damit die Unterführung unter den Gleisen geweißelt wurde. Die Wände des Tunnels waren von Graffiti übersät. Keine zwei Tage habe es gedauert, bis die Unterführung nach den Malerarbeiten wieder fast so ausgesehen habe wie vorher, ärgerte sich der Bürgermeister.

In seinem Bericht begründete er auch, warum der Markt Prien 2010 300000 Euro für den Abriss des "Charivari" ausgeben wird. In das leerstehende Hotel neben dem großen Kursaal waren wiederholt Unbekannte gewaltsam eingedrungen. Sogar Brandspuren waren entdeckt worden. Weil die Starkstromanlage von Hotel und Kursaal gekoppelt sind, kann diese nicht abgeschaltet werden. Deshalb bestehe dort Lebensgefahr. "Wir haben alles versucht, das ,Charivari' einbruchsicher zu machen, aber es gibt nach wie vor absolut unvernünftige Menschen", konstatierte Seifert. Sogar die Wand zum Starkstromraum sei gewaltsam durchbrochen worden. Der Bauhof hatte vor Wochen alle Fenster im Erdgeschoss mit Bretterverschlägen versehen, um zu verhindern, dass Personen gewaltsam ins Gebäude eindringen.

Verkehrsbehinderung von März bis Oktober

Das Gemeindeoberhaupt warb bei den Bürgern bereits jetzt für Verständnis für Verkehrsbehinderungen, wenn von März bis Oktober nächsten Jahres der Kreisel an der Ortseinfahrt gebaut wird (wir berichteten). Eine finanziell herausragende Maßnahme im nächsten Jahr wird auch die Dacherneuerung im Prienavera, für die rund 1,1 Millionen Euro veranschlagt ist.

Der kürzliche Abriss der Halle mit Hafenmeisterbüro und Vereinsheim des Segelclubs Prien Chiemsee (SCPC) in der Stippelwerft sei wegen akuter Einsturzgefahr unumgänglich gewesen. Hafenmeister und SCPC müssen sich nun für ein Jahr mit einem Provisorium arrangieren.

Während die Investitionen in die Werft und ins Prienavera-Dach unumgänglich seien, müsse manches andere warten. Seifert sagte angesichts der Folgen der Wirtschafts- und Finanzkrise zwei "sehr schwierige" Jahre voraus. "Wir werden uns mit dem Notwendigen bescheiden müssen, wenn wir nicht kopflos in die Schuldenfalle rasseln wollen."

db/Chiemgau-Zeitung

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