Polizei: Getränk war nicht verstrahlt!

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Prien - Viel wurde spekuliert, ob es sich bei dem Vorfall am Dienstag im Priener RoMed-Klinikum um einen Anschlag handelte. Untersuchungen der Polizei brachten jetzt Klarheit.

Einer Mitarbeiterin des Priener Krankenhauses ist am Dienstagvormittag unter anderem aufgefallen, dass sich nicht alle Geräte der nuklearmedizinischen Abteilung in der üblichen Einstellung befanden und leere Kanülen fehlten. Daraufhin griff sich die Frau einen Geigerzähler und fing and die Getränkeflaschen aus dem Aufenthaltsraum zu untersuchen. Und wirklich: An einer ihrer eigenen Flaschen stellte sie eine Strahlenbelastung über dem üblichen Wert fest.

Pressesprecherin Elisabeth Siebeneicher:

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Sofort rückten Feuerwehr, Polizei und sogar der Gefahrgut und Strahlenspürtrupp des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd an. Doch sie konnten in dem gesichten Klinikbereich keinerlei Auffälligkeiten feststellen. Mittlerweile wurde auch die Getränkeflasche, die bei einer ersten Strahlenmessung in der Klinik erhöhte Werte gezeigt hatte, vom Bayerischen Landesamt für Umwelt untersucht. "Dabei wurde festgestellt, dass die Flasche äußerlich zwar erhöhte Strahlungswerte aufwies, jedoch im Inhalt selbst keinerlei Nachweis über darin enthaltene und leicht strahlende Substanzen geführt werden konnte", so die Polizei jetzt in einer Pressemitteilung. "Somit ist derzeit auch davon auszugehen, dass die betroffene Angestellte keine schädlichen Substanzen zu sich genommen hat. Weiter ergaben die Ermittlungen, dass den Umständen nach eher von einer unbewussten Übertragung und keiner vorsätzlichen Manipulation der untersuchten Getränkeflasche auszugehen ist."

Fotos vom Einsatz am RoMed Klinikum Prien

Medizinischer Bereich besonders gesichert

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In dem betroffenen nuklearmedizinischen Bereich des RoMed-Klinikums wird mit Technetium umgegangen. Bei dem besagten Stoff handelte es sich genauer um das Radionuklid "Technetium 99 m". Dieses Nuklid ist nur schwach radioaktiv mit einer Halbwertszeit von sechs Stunden. Diese Substanz ist eine künstlich hergestellte Substanz für den medizinischen Gebrauch. Die Substanz kommt nur in der Diagnostik zum Einsatz. Die Substanz wird nur auf Bedarf in geringen Mengen in der Klinik verwendet.

Der Bereich der Klinik, in dem mit diesem Stoff gearbeitet wird, ist mit Sicherheitsschlössern besonders gesichert und nur einem begrenzten Personenkreis zugänglich. "Die gestrigen Untersuchungen belegen, dass für Besucher und Patienten keinerlei gesundheitliche Beeinträchtigungen bestanden haben", erklärt die Polizei.

Dies untersteicht auch Pressesprecherin Elisabeth Siebeneicher: "Grundsätzlich ist zu sagen, dass die umfangreichen gesetzlichen Auflagen für das Betreiben einer diagnostischen, nuklearmedizinischen Abteilung zur Gänze erfüllt sind."

ps/red/Polizeipräsidium Oberbayern Süd/Radio Charivari

Video aus dem Archiv

Quelle: rosenheim24.de

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