Fit machen im Eichental

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Fitness-Test zum Wohl der Marktgemeinde: Mitglieder des Hauptausschusses testeten im vergangenen August in Bergheim bei Salzburg einen ähnlichen stationären Bewegungsparcours, wie er im Priener Eichental bald entstehen wird: (von rechts) Alfred Schelhas (SPD), Eleonore Pelz (MfP) und Hans-Jürgen Schuster (CSU) haben ihren Spaß beim Test ihrer Gleichgewichtsfähigkeit auf den Balancierelementen.

Prien - Kraft tanken und sich fit machen unter freiem Himmel - diese Gelegenheit haben in absehbarer Zeit gesundheitsbewusste Einheimische im Eichental.

Der neue stationäre Bewegungsparcours soll als Ersatz für den früheren Trimm-Dich-Pfad in dem Erlebnisareal westlich der Tennisplätze entstehen. An acht Stationen werden die Freizeitsportler durch ein Trainingsprogramm geführt - kostenlos und wenn es sein muss, auch rund um die Uhr.

Kostenlos sind die Geräte allerdings nur für die Benutzer, nicht für den Markt Prien: Der muss für die acht Stationen mitsamt Aufbau exakt 35881,74 Euro berappen. Im Haushalt sind bereits Mittel in Höhe von 35000 Euro vorgesehen. Grünes Licht für die Anschaffung gab der Hauptausschuss in seiner jüngsten Sitzung. Das Gremium erteilte einstimmig der Firma Playparc aus Willebadessen (NRW) den Auftrag für einen "4Fcircle"-Generationenbewegungsparcours" einschließlich Montage.

Auf Vorschlag von Hans-Jürgen Schuster (CSU) soll außerdem geprüft werden, ob drei weitere Geräte - nach Möglichkeit von örtlichen Sponsoren unterstützt - Ortszentrums nah zum Beispiel im Wendelsteinpark aufgestellt werden können.

Acht Geräte werden aufgestellt

Einfach gemacht hatten sich die Ausschussmitglieder die Entscheidung im Vorfeld nicht: Im Gegenteil, vorab floss bei dem einen oder anderen etwas Schweiß, und auch der Muskelkater zwackte hier und da am nächsten Tag. Die Ursache: Das Gremium hatte sich im August des vergangenen Jahres mit Bürgermeister Jürgen Seifert auf den Weg gemacht nach Bergheim bei Salzburg, um die Trimmgeräte zu besichtigen und ausgiebig zu testen.

Die Planung der Anlage sieht acht Geräte vor, die für die "Freiluftanwendung" entsprechend robust und stabil konstruiert wurden. An der ersten Station werden die Nutzer zunächst zu Dehnübungen angeleitet, um die Muskeln aufzuwärmen. Die weiteren Stationen mit Bezeichnungen unter anderem wie "Wellenlaufen", "Hüftschwung", "Stützspringen", "Beinheber" oder "Rückenstrecken" bieten nach Angaben des Herstellers "ein rundes Trainingsprogramm für alle Altersklassen". Durch die enge Zusammenarbeit mit den Entwicklungspartnern Technische Universität (TU) München, Fachbereich Gesundheits- und Fitnesssport, und dem Sportamt München sei "ein völlig neuartiges und sportwissenschaftlich fundiertes Bewegungskonzept" entstanden, heißt es weiter. Diverse Diplomarbeiten würden die Verbesserung der Koordination und der Kraftverhältnisse bei regelmäßigem Training an den Geräten nachweisen.

Nur noch morsche Baumstämme am Boden lassen im Eichental den Verlauf des ehemaligen "Trimm-Dich-Pfads" erahnen. In Erinnerung geraten war er vor knapp drei Jahren, als die Priener Tourismus GmbH (PTG) aus einem Wettbewerb des Deutschen Olympischen Sportbunds (DOSB) als einer der fünf Sieger in Bayern hervorging (wir berichteten). Der Gewinn: Ein Geräte-Parcours im Wert von rund 25000 Euro - gestiftet von der Molkerei "Müller". Den erforderlichen Platz - im Eichental - sollte die Marktgemeinde einrichten. Der Bauausschuss des Marktgemeinderats war mehrheitlich begeistert und gab grünes Licht - gegen die Stimmen von Georg Fischer (CSU/parteilos) und Alfred Schelhas (SPD). Schelhas kündigte damals an, er werde "Müller-Milch politisch nicht unterstützen".

Einige Wochen später kassierte der Marktgemeinderat den Beschluss seines Ausschusses und setzte damit einem Antrag der SPD-Fraktion um, nachdem im Ratsgremium immer mehr kritische Stimmen laut geworden waren. Denn ein Urteil des Bundesgerichtshofes, das deutschlandweit für Schlagzeilen gesorgt hatte, gestattete der Umweltschutzorganisation "Greenpeace", Müllermilchprodukte weiterhin als "Gen-Milch" zu bezeichnen.

Im Juli 2011 beschloss dann das Gremium einstimmig - einem erneuten SPD-Antrag folgend - selbst Geld in die Hand zu nehmen für einen Ersatz des "Trimm-Dich"-Bereichs im Eichental.

un/Chiemgau Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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