„Halle verunstaltet Landschaftsbild"

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Prien - Die Fronten zwischen einem Bauwerber und der Marktgemeinde sind mittlerweile verhärtet: Streitobjekt ist der Standort für eine Maschinenhalle.

Wie berichtet, will der Landwirt die Halle auf dem Herrnberg errichten lassen. Die Marktgemeinde ist strikt dagegen wegen der exponierten Lage und schlägt einen Alternativstandort vor. Bei einem Ortstermin mit Bauausschuss, Bürgermeister und dem Bauwerber „prallten“ nun die Ansichten aufeinander, ein Konsens wurde nicht gefunden. Den Antrag lehnte der Bauausschuss in der anschließenden Sitzung ab.

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In den Unterlagen zu diesem Tagesordnungspunkt der Bau- und Umweltausschusssitzung war der Sachverhalt nochmals zusammenfassend erläutert. Zur Unterbringung von landwirtschaftlichen Geräten benötigt der Landwirt eine neue Maschinenhalle. Als gewünschten Standort für das zwölf mal 20 Meter große Gebäude hatte der Landwirt in seinem Bauantrag vom Januar die Südwestecke eines Grundstücks auf dem Herrnberg nördlich von Ernsdorf in Verlängerung der Breitensteinstraße angegeben. Eine Entscheidung stellte der Bauund Umweltausschuss in seiner Januarsitzung aber zurück. Aufgrund der exponierten Lage des Vorhabens auf einer Kuppe im völlig unbebauten Naherholungsgebiet – außerdem im Geltungsbereich der Chiemsee-Schutzverordnung – sollten Alternativstandorte geprüft werden. Dazu hatte auch schon die Untere Naturschutzbehörde im Landratsamt Rosenheim dem Bauwerber geraten.

Im nichtöffentlichen Teil der Aprilsitzung einigten sich die Bauausschussmitglieder darauf, ein Grundstück unmittelbar am Moosweg als zumutbar vorzuschlagen. Dies wurde dem Landwirt mitgeteilt, der daraufhin Anfang Mai eine geänderte Fassung seines Bauantrags vorlegte: Allerdings war der Standort der Halle auf dem gleichen Grundstück am Herrnberg nur an die Nordwestseite des Areals verschoben worden. Die Maße blieben unverändert.

„Wir wissen noch nicht, wie die Untere Naturschutzbehörde den Fall beurteilt“, sagte Bürgermeister Jürgen Seifert vor der Beschlussfassung. Zu berücksichtigen sei aber die Lage des Antragsstellers, der die Maschinenhalle benötige, um seinen Betrieb zu sichern. Dies habe auch das Landwirtschaftsamt Rosenheim in einer Stellungnahme bestätigt.

Nicht unkommentiert lassen wollte Georg Fischer (CSU-Fraktion/parteilos) den Verlauf des Ortstermins: „Es sind Wortgefechte geführt worden, die mit der Sache nichts mehr zu tun haben.“

Mit Fischers Gegenstimme verweigerte der Bauausschuss dem Vorhaben an dem beantragten Standort das gemeindliche Einvernehmen. Er liege im Außenbereich sowie im Geltungsbereich der Chiemsee-Schutzverordnung. Aufgrund der exponierten Lage im Erholungsbereich Herrnberg werde das Landschaftsbild durch die geplante Halle „in nicht mehr zu vertretender Weise verunstaltet“, hieß es in der Begründung.

ul/Chiemgau-Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © pa

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