Für Regensommer entschädigt

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Bis Mitternacht hielten gutes Wetter und gute Laune auf dem Marktplatz an. 

Prien - Den bislang wohl schönsten Sonnentag im heuer wahrlich recht verregneten Sommer bekamen die Veranstalter und Besucher des 26. Priener Marktfestes als Feriengeschenk.

Ideales Wetter lockte bereits mittags die Priener und ihre Gäste in Strömen an die bewirteten Flächen zwischen MarienApotheke, Kirche, Heimatmuseum, Marktplatz und Schulstraße. Am späten Nachmittag kamen dann noch die tagsüber sich am Wasser erholenden Leute hinzu, so dass es richtig eng wurde. Insgesamt wird die Besucherzahl auf 10000 geschätzt.

Der Feiertag "Mariä Himmelfahrt" begann traditionell mit einem feierlichen Gottesdienst in der Pfarrkirche "Mariä Himmelfahrt" mit Kräuterweihe. Unmittelbar darauf verteilten sich die Gottesdienstbesucher und die Marktfestgäste auf die schattigen Plätze, um sich auf das Angenehmste von den Mitgliedern der "Priener Wirte-Elf" und von den gastgebenden Vereinen, Trachtenverein und Ski-Club, bewirten zu lassen. Vorab mussten aber das Mittagsläuten der Glocken von der Pfarrkirche sowie die Salutschüsse der Priener Böllerschützen abgewartet werden, bevor Bürgermeister Jürgen Seifert bei nur wenigen Schlägen und Spritzern die erste frische Mass des Hofbräuhauses Traunstein anzapfte, das traditionell wieder mit einem sauber herausgeputzten Pferdegespann vor Ort war. Nach dem "O'zapft is!" erklang der "Bayerische Defiliermarsch" der Priener Blaskapelle unter der Leitung von Stefan Reinbrecht. Noch während Bürgermeister Jürgen Seifert den beiden gastgebenden Vereinen mit ihren rund 150 freiwilligen Helferinnen und Helfern für ihren Einsatz dankte, zogen die ersten Servierkräfte mit frischen Bier- und Radler-Massen durch die Gassen.

Die Vorstände des Trachtenvereins und Ski-Clubs, Klaus Löhmann und Richard Fricke, Bürgermeister Seifert und Traunsteins Hofbräu-Chef Dietrich Sailer hatten ihre erste Mass noch nicht einmal halb ausgetrunken, da machte sich Zweiter Trachtenvorstand Sepp Furtner über Mikrofon bemerkbar: "Seit dem Salut fehlt ein kleiner schwarzer Hund, bitte beim Auffinden an der Schenke eins abgeben."

Fortan ging es für Klein und Groß fröhlich weiter. Während sich die Kinder mit einem Karrussell und mit Spielen vergnügten, bevorzugten die Erwachsenen eher die Angebote der Wirte, der Bäckerei oder des Weinstandes am Heimatmuseum. Manche nahmen das Angebot verschiedener Geschicklichkeitsspiele: beim Maßkrugrutschen, bei der Schießbude oder beim Ballwurf auf Priener „Köpfe“ (erstmals ohne Politiker).

Das prima Wetter sorgte allenthalben für Zufriedenheit. Mancher Besucher erinnerte neidvoll daran, dass heue viele Feste buchstäblich ins Wasser gefallen waren, allein die Rimstinger trotz fünfmaliger Anläufe kein Seefest anbieten konnten. Bräu Sailer berichtete: „So einen verregneten Sommer hatten wir schon seit zehn Jahren nicht mehr. Heuer hatten wir ein besonders unruhiges Hin- und Zurücktransportieren unserer Garnituren, ohne dass sie benutzt wurden, während die Masskrüge mit etwas Regenwasser gefüllt zurück kamen.“

Anerkennung wurde neben den Organisatoren auch den Musikanten sowie Trachtengruppen und Goaßlschnalzern gezollt. Die Priener Blasmusik, diesmal mit neuem und überdachtem Standort am stark frequentierten Platz neben dem Maibaum sowie die Kapelle „Blech-Datschi“ unter der Leitung von Martin Kurz und Stoabach-Buam sorgten für Kurzweil.

Die gute Stimmung hielt aufgrund des Sommerwetters bis Mitternacht an. Dann rückten die freiwilligen Aufräumtrupps an, so dass gestern Morgen Marktplatz und Umgebung wieder bestens aufgeräumt waren.

Toni Hötzelsperger/Chiemgau-Zeitung

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