Innenstadt: Längere Parkzeit, weniger Stress

Prien - Wer im Stadtzentrum einkaufen und parken will, hat nicht mehr als eine Stunde Zeit. Länger darf in Prien niemand sein Auto stehen lassen - auch nicht mit Parkticket.

Gerade jetzt, im Einkaufstrubel der Vorweihnachtszeit, sind sie am begehrtesten: die Parkplätze im Priener Ortszentrum. Wer einen ergattert hat und in Ruhe länger einkaufen will, steht allerdings unter Zeitstress: Nach einer Stunde ist die Parkzeit abgelaufen, der Einkauf muss abgebrochen werden - sonst droht ein teures Knöllchen.

Mit einer Stunde ist die Parkhöchstzeit auf Plätzen im Priener Ortskern zu kurz bemessen, murren nicht nur Kunden an den Automaten, die ohne Zeitdruck einkaufen wollen. Probleme bekommen zum Beispiel auch Patienten, die zum Arzt müssen, die Parkzeit dafür aber einfach nicht ausreicht. Abgesehen davon, dass nicht alle entsprechende Münzen in ihrem Geldbeutel parat haben - die Automaten wechseln nämlich nicht.

Auch viele Geschäftsinhaber sind der Meinung, dass dieser Zustand geändert werden muss, moderierte Klaus Löhmann, Vorstand des Unternehmensverbands PrienPartner in der jüngsten Hauptausschusssitzung des Marktgemeinderats einen entsprechenden Antrag. Bei einem Treffen der PrienPartner mit rund 40 Einzelhändlern sei der "klare Wunsch" geäußert worden, die Parkzeiten im Zentrum von derzeit einer auf zwei Stunden zu erhöhen (wir berichteten).

Dieser Wunsch ist nicht neu - schon vor drei Jahren hatte der Verband Priener Unternehmer (Vorgängerorganisation der PrienPartner) dem Marktgemeinderat einen ähnlichen Antrag vorgelegt, war aber gescheitert. Einstimmig hatte das Gremium in seiner Dezembersitzung 2009 die Verlängerung der Parkzeit auf drei Stunden abgelehnt mit dem Tenor, das Zentrum sei von jedem der umliegenden bewirtschafteten Parkplätze maximal in fünf Minuten zu Fuß zu erreichen.

Drei Monate zuvor hatte der Markt Prien per Verordnung sieben Parkzonen eingeführt mit unterschiedlichen Parkzeiten und -gebühren. Und dies nach der Maxime: Je zentraler ein Parkplatz gelegen ist, desto höher die Gebühr und kürzer die Höchstparkdauer.

Eingeführt wurde im Dezember 2009 statt dessen die sogenannte "Semmeltaste" an ausgesuchten Parkscheinautomaten. Wer seitdem auf den grünen Knopf drückt, bekommt ein Ticket für 15 Minuten kostenfreies Parken an bestimmten Plätzen (Wendelsteinplatz und -straße, Bahnhofsvorplatz, Hochriesstraße zwischen See- und Wendelsteinstraße, Schulstraße zwischen Höhenbergstraße und Marktplatz, Parkplatz am Heimatmuseum).

Eventuell wird nun an den Geräten erneut geschraubt werden müssen: Die Umrüstung auf eine zweistündige Parkzeit sei technisch mit den vorhandenen Automaten umsetzbar, erklärte Ordnungsamtleiter Andreas Friedrich jetzt in der Sitzung. Dies sei jedoch mit Kosten verbunden, da neue Module beschafft werden müssten. "Rechtlich notwendig wäre außerdem eine Änderung der Parkgebührenverordnung."

Die wird wohl auch aus einem anderem Grund demnächst offensichtlich zu ändern sein: Ab 2013 besteht für Kommunen die Pflicht, bei Parkraum, der nicht an einer öffentlichen Straße liegt, die Mehrwertsteuer auszuweisen. Friedrich weiter: "Dadurch bedingt rechnen wir mit Mindereinnahmen, denn die Steuer muss der Markt ans Finanzamt abführen." Aus Sicht der Verwaltung sollte deshalb der Antrag der PrienPartner zunächst zurück gestellt und das vorhandene Parkraumkonzept überprüft und unter Umständen weiter entwickelt werden.

Löhmann wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass die Staffelung der derzeitigen Parkgebühren für die Mitglieder des Unternehmensverbands wie auch für die Einzelhändler nicht zur Diskussion stehen würde. Um aber ein möglichst geschlossenes Meinungsbild aus der Geschäftswelt zu erhalten, werde vorgeschlagen, dass Ida Brömse, hauptamtliche Mitarbeiterin, eine Umfrage unter den Einzelhändlern startet.

Diesen Vorschlag nahm der Hauptausschuss in seinen Beschluss auf und beauftragte die Verwaltung, Vorschläge zur Weiterentwicklung der Parkraumbewirtschaftung zu machen. Sobald diese vorliegen, will das Gremium darüber vorberaten, der Marktgemeinderat wird dann entscheiden.

ul/Chiemgau-Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © dpa

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