Rückhaltebecken soll Hochwassergefahr bannen

Platz für 1250 Kubikmeter Wasser

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Südlich des geplanten Neubaugebiets soll auf der gelb dargestellten Fläche das Rückhaltebecken entstehen, mit dem der Regenwasserabfluss kontrolliert werden kann. Höchstens vier Liter pro Sekunde sollen von dort in den Ernsdorfer Graben geleitet werden, der in der Planmitte senkrecht von oben nach unten verläuft.

Prien - Ein Regenrückhaltebecken mit knapp 1250 Kubikmetern Fassungsvermögen soll dafür sorgen, dass der Ernsdorfer Graben bei starkem Regen entlastet wird.

Ein Regenrückhaltebecken mit knapp 1250 Kubikmetern Fassungsvermögen soll dafür sorgen, dass der Ernsdorfer Graben im Unterlauf künftig entlastet wird, wenn es länger und ergiebig regnet. Entstehen soll dieser Zwischenspeicher im Zuge der Bebauung das großen Areals zwischen Ernsdorfer und Rauschbergstraße mit 15 neuen Häusern (wir berichteten wiederholt).

Die Pläne für diesen Bebauungsplan sollen demnächst nochmals ausgelegt werden, um die Möglichkeit zur Stellungnahme zu aktuellen Änderungen einzuräumen. Entgegen der bisherigen Planung sind die notwendigen Ausgleichsflächen nämlich jetzt vom Bauwerber im Ernsdorfer Moos vorgesehen. Ursprünglich war gemeindlicher Grund als Ausgleichsfläche vorgesehen, war in der jüngsten Sitzung des Bau- und Umweltausschusses im Rathaus zu erfahren. "Aufgrund von Einwendungen mehrerer Gemeinderatsmitglieder ist eine Änderung bezüglich des naturschutzrechtlichen Ausgleichs erforderlich", heißt es zur Begründung der aktuellen Änderung in den Unterlagen.

Am Dienstagabend erläuterte Anton Schmuck, Geschäftsführender Gesellschafter des Ingenieurbüros Dippold & Gerold, im Bauausschuss das Konzept für die künftige Entwässerung. Der Ernsdorfer Graben, der vom Herrnberg bis in den Chiemsee verläuft, fließt bisher westlich des Neubaugebiets auf einer Länge von rund 200 Metern unterirdisch durch ein altes, 30 Zentimeter messendes Entwässerungsrohr. Dieses Teilstück soll freigelegt und so deutlich mehr Fassungsvermögen geschaffen werden.

Parallel verlaufend soll eine neue Leitung das Oberflächenwasser von den geplanten und einigen bestehenden Häusern sowie Drainagen von landwirtschaftlichen Flächen aufnehmen und in das vorgesehene Rückhaltebecken am südlichen Rand des Bebauungsplansgebiets nahe der Rauschbergstraße leiten. Von dort soll es mit höchstens vier Litern pro Sekunde kontrolliert wieder in den Ernsdorfer Graben geleitet werden. Vor allem für die sogenannten Hinterlieger, also die Grundstückeigentümer am Unterlauf des Grabens südlich des Neubaugebiets, versprechen sich Planer und Gemeinde dadurch eine Verbesserung.

Die Oberflächenentwässerung der Siedlungsgebiete hangaufwärts, also nördlich der Ernsdorfer Straße erfolgt Schmuck zufolge nur zum Teil durch den Ernsdorfer Graben, zum Teil aber auch durch ein separates System in einem Regenwasserkanal, der unterhalb der Ernsdorfer Straße in Richtung Chiemsee fließt.

Das Rückhaltebecken ist mit einem Fassungsvermögen von genau 1248 Kubikmetern deutlich größer dimensioniert, als rechnerisch erforderlich wäre. Schmuck zufolge wäre eine Kapazität von 980 Kubikmetern notwendig, um für ein 100-jährliches Hochwasser gewappnet zu sein - also ein Ereignis, wie es in diesen Ausmaßen statistisch nur alle 100 Jahre zu erwarten ist.

In Ernsdorf gilt die Entwässerung bei Starkregen vor allem deshalb als problematisch, weil wegen der Beschaffenheit des Untergrunds Wasser nur sehr bedingt und langsam versickern kann.

Die Kosten für die neue Entwässerung sowie die Erschließung des Neubaugebiets mit einer kleinen Ringstraße muss der Bauwerber tragen, bestätigte Hans Bauer von der Bauverwaltung im Rathaus auf Nachfrage der Chiemgau-Zeitung.

Im Bebauungsplanentwurf ist auch festgelegt, dass die sogenannte Kälberwiese am nordwestlichen Rand des Areals, die an die Ernsdorfer Straße grenzt, von jeglicher Bebauung frei bleiben muss, damit sie weiterhin von einem örtlichen Landwirt genutzt werden kann.

Parallel zur nochmaligen Auslegung läuft derzeit noch das notwendige wasserrechtliche Verfahren. Die Planung der Ingenieure für die Entwässerung ist Schmuck zufolge mit dem Wasserwirtschafts- und dem Landratsamt abgestimmt.

Gegen die vorliegende Planung stimmte lediglich Georg Fischer (CSU-Fraktion/parteilos). Er stößt sich vor allem daran, dass im Zuge des Verfahrens nicht mit den Eigentümern gesprochen wurde, die Flächen am Ernsdorfer Graben entlang des Unterlaufs besitzen.

db/Chiemgau-Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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