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Kompetenz und Vertrauen als Erfolgsfaktoren

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Prien - Unternehmer Dr. Claus Hipp gab sich am Montagabend beim Neujahrsempfang der CSU in Prien die Ehre. Er sprach dabei über "Ethik im Wirtschaftsleben".

Der CSU-Ortsverband Prien und die CSU Fraktion im Marktgemeinderat hatten am Montagabend, 14. Januar, zum Neujahresempfang in den kleinen Kursaal in Prien geladen. Und rund 130 Besucher wollten sich dabei nicht die Rede des Unternehmers Dr. Claus Hipp und des Rosenheimer CSU-Landtagsabgeordneten Klaus Stöttner entgehen lassen. Hipp sprach bei dieser Gelegenheit zum Thema: "Ethik im Wirtschaftsleben: Wunschdenken oder Erfolgsbedingung.

Moral- und Werteverfall

In seinem Vortrag pochte Hipp auf die beiden Erfolgsfaktoren "Kompetenz" und "Vertrauen". Heutzutage sei überall ein Moral- und Werteverfall bemerkbar, so Hipp. "Nicht alles, was man machen kann, ist ehrbar." Auch die "Nachhaltigkeit" sei ein weiterer wichtiger Faktor: Nachhaltigkeit bedeute, Ressourcen zu schonen. "Warum nicht mit dem Radl fahren, statt das Auto zu nehmen? Warum also nicht zu Fuß die Treppe hoch, statt mit dem Aufzug zu fahren", fragt der Unternehmer in die Runde.

Großprojekte im neuen Jahr

Während Hipp an die Verantwortung der Firmenchefs appellierte, sah die CSU Prien bei sich die Verantwortung gegenüber ihren Wählern. So soll im Laufe des neuen Jahres zum Beispiel die Neugestaltung des Bahnhofsumfeldes als nächstes Projekt "in Angriff" genommen werden. "Glücklicherweise sind wir mittlerweile in das Städtebauförderungsprogramm aufgenommen worden", erklärt der CSU-Franktionsvositzende in Prien, Michael Anner. 

Neujahrsempfang der CSU in Prien

Andere große Ziele seien auch weiterhin die Realisierung der Ortsumgehung Prutdorf und die Fertigstellung und Einweihung des Neubaus des Kindergartens und der Kinderkrippe Marquette.

Katrin Marie Röber

Bericht aus der Chiemgau Zeitung:

Claus Hipp steht nicht nur mit seinem Namen für gute Produkte zu fairen Preisen aus dem gleichnamigen Unternehmen, wie man aus der Werbung weiß.

Der gebürtige Münchener, der dem Chiemgau sehr verbunden ist, steht auch wie kaum ein anderer für "ehrbares Kaufmannstum", wie er seine Philosophie und Überzeugung selbst nennt. Beim Neujahrsempfang der Priener CSU erklärte der 74-Jährige, was er darunter versteht.

Im gut gefüllten kleinen Kursaal beließ es Michael Anner junior, Fraktionsvorsitzender der Christsozialen im Marktgemeinderat, nach seiner Begrüßung bei drei kurzen Stichworten der kommunalpolitischen Arbeit: Die Neugestaltung des Bahnhofsumfelds könne in Angriff genommen werden, der Durchbruch zur Ortsumgehung Prutdorf werde für heuer erhofft und Vorfreude bestehe auf die Einweihung des neuen Haus für Kinder Marquette, das auch ein Wunschprojekt der Priener CSU gewesen sei.

Wie Anner pries auch CSU-Kreisvorsitzender und Landtagsabgeordneter Klaus Stöttner den Festredner als naturverbundenes und Kultur liebendes Vorbild auch für Jüngere - und das Miteinander der Generationen sei eine "Riesenherausforderung". Hipp hat eine Alm im Geigelsteingebiet und unterstützt seit vielen Jahren die Festspiele auf Gut Immling.

Thematisch streifte Stöttner unter anderem kurz die Energiepolitik, indem er die verträgliche "Weiterentwicklung" der Natur einforderte, damit die Energiewende machbar ist. Sein Appell, den Hipp später sinngemäß wiederholte, zielte darauf ab, dass alle zuerst mehr Energie einsparen müssten. Der Unternehmer nannte die eingesparte die "sauberste Energie überhaupt".

Der Chef des führenden Babynahrungsherstellers beantwortete die Frage, die ihm im Titel seines Vortrags gestellt wurde, nämlich ob Ethik im Wirtschaftsleben Wunschdenken oder Erfolgsbedingung sei, überzeugend mit dem Begriff vom "ehrbaren Kaufmannstum" als sein Erfolgsgeheimnis. Nur das zu tun, was Ehre macht, und alles andere zu unterlassen, ist für ihn eine Grundvoraussetzung für langfristigen Erfolg, auch weil "der Verbraucher ein Gespür für ehrenhaftes Handeln hat".

Hipp wägt in seinen Urteilen sehr genau ab und stellt Zusammenhänge als Begründungen her. Das Hauptproblem der heutigen Zeit, den um sich greifenden Egoismus, sieht er als Auslöser für den Ruf nach immer mehr Gesetzen. Die daraus folgende Überregulierung als Reaktion der Politik auf Forderungen geht ihm zu weit, macht er an einem Zitat der österreichischen Kaiserin Maria Theresia deutlich: "Ein Gesetz, das nicht der letzte Schweinehirte in Gallizien versteht, gehört abgeschafft." Er komme sich manchmal vor wie ein Schweinehirte, bekannte Hipp.

Überhaupt bediente sich Hipp vieler prägender Aussprüche und Handlungsmaximen berühmter Persönlichkeiten. Johann Heinrich Pestalozzis Merksatz von der Erziehung und Ausbildung mit "Hand, Haupt und Herz" beispielsweise ist ihm ein Vorbild. Der Schweizer Pädagoge gilt als Erfinder und Gründer der ersten Volksschule. In die Neuzeit übersetzt bedeute dies unter anderem, dass heute mehr denn je der gebildete Mensch das Ziel sein müsse, wobei zur Bildung weit mehr gehöre als "nur" Wissen, sondern vor allem auch Kreativität beziehungsweise Denkvermögen.

Auch die vier Haupttugenden, die dem antiken griechischen Philosophen Aristoteles zugeschrieben werden, gelten dem vielfach ausgezeichneten Münchener als Leitlinie für persönliches und unternehmerisches Handeln: Klugheit, Gerechtigkeit, Tapferkeit und Mäßigung.

Mit solchen Vorbildern hat der Babynahrungshersteller eine Ethik-Charta geschaffen, die Mitarbeiter, Lieferanten und Kunden gleichermaßen einbezieht. Darin ist beispielsweise die langfristige Erfolgsorientierung festgeschrieben, aber auch, dass Erfolg letzlich nur auf "anständige Weise" erreichbar sei. Qualitätsmanagement wiederum bedeutet für Hipp "faires und korrektes Handeln, keine Versprechen zu machen, die wir nicht halten können".

Vieles hört sich fast selbstverständlich an, was der promovierte Jurist über Handlungsmuster in seinem Hause berichtet. Weil es das aber heute oft nicht oder nicht mehr ist, verbreitet es Hipp ruhig und trotzdem eindringlich in seinen Vorträgen und Büchern. Wenn er zum Beispiel ausführt, dass inseiner Firma für die Mitarbeiter auf ein vernünftiges Verhältnis von Arbeitszeit und Familie Wert gelegt wird, weil diejenigen besser arbeiten, die in ihrer Familie zufrieden sind, hört sich das fast banal einfach an, ist aber wohl bei weitem nicht in jedem Betrieb so.

Dabei weiß Hipp natürlich auch genau, dass er sich in seinem familiengeführten Unternehmen oftmals leichter tut mit der Umsetzung solcher Vorsätze als eine kapitalgeführte Gesellschaft. Trotzdem kauft man dem "ehrbaren Kaufmannn" als Zuhörer ab, dass Schlagworte wie Loyalität, Fairness und viele andere beileibe keine bloßen Worthülsen sind.

Er denkt über den Rand des Babynahrungsgläschens hinaus und generationsübergreifend. So fordert er ein, dass "Powerpoint-erzogene" junge Leute wieder lernen müssten, frei zu reden, und plädiert auch dafür, Menschen, die über das gesetzliche Rentenalter hinaus noch arbeiten wollen und können, dies zu erleichtern, indem man sie von Abgaben befreit, weil sie schon lange genug in die Sozialsysteme eingezahlt hätten. "Wir werden alle länger arbeiten müssen, anders geht es nicht", ist auch eine Erkenntnis des 74-Jährigen, die bei ihm authentisch und nachhaltigter als bei vielen anderen klingt.

db/Chiemgau Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © CSU-Prien

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