Priener SkF lebt vom Ehrenamt

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Besonders verdiente Mitarbeiterinnen ehrte der SkF im Priener Pfarrsaal mit Urkunden, kleinen Gratifikationen, Ehrennadeln und Sonnenblumen (von links): Maria Prankl, Renate Braun, Veronika Keßler, Elisabeth Zehnter, Klara Walter und Andrea Mayer.

Prien - Über 66.000 Stunden bürgerschaftliches Engagement haben fast 1300 ehrenamtliche Mitarbeiterinnen seit 1985 für den Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) Südostbayern geleistet.

Dank dieser Unterstützung kann der SkF von seiner Geschäftsstelle in Prien aus fünf Beratungsstellen, zwei Spielstuben und das Frauenhaus in Rosenheim betreiben.

Die Jahreshauptversammlung des Vereins im katholischen Pfarrsaal von Prien stand ganz im Zeichen dieser ehrenamtlichen Arbeit. Geschäftsführerin Iris Hinkel hatte eine Präsentation mit Bildern und Zitaten zusammengestellt, Vorsitzende Christa Sammüller appellierte an die Mitglieder, in ihrem Umfeld nach personeller Verstärkung Ausschau zu halten. "Wir brauchen ganz dringend in allen Bereichen Hilfe", sagte die Vorsitzende.

Wie vielschichtig und umfangreich die Arbeit des SkF ist, ließ sich auch an den Zahlen aus dem Finanzbericht von Zweiter Vorsitzender Margarete Kalteiß erahnen. Die Einnahmen summierten sich 2011 auf mehr als 1,2 Millionen Euro. Knapp zwei Drittel davon bringt die Kirche auf, annähernd neun Prozent schießt der Staat zu, fast 15 Prozent die Kommunen im Einzugsbereich. Nur gut vier Prozent machen Spenden aus.

Die Ausgaben überstiegen im vergangenen Jahr die Einnahmen um rund 100.000 Euro, die aus Rücklagen gedeckt werden mussten. Drei Viertel machten die Personalkosten aus. Zweiter wesentlicher Faktor waren mit gut acht Prozent Anteil die Mieten.

Sammüller ging in ihrem Jahresbericht auf wichtige Projekte und Neuerungen ein. In der Reiffenstuelstraße in Rosenheim konnte in zentraler Lage als Ergänzung zum streng anonymen und abgeschirmten Frauenhaus ein "Frauenbüro" eröffnet werden, wo sich Frauen beraten lassen können. Im Frauenhaus selbst kümmern sich 15 ehrenamtliche Mitarbeiterinnen über 1100 Stunden vor allem um 40 neu aufgenommene Frauen mit 43 Kindern.

Die Spielstube Freilassing betreut 52, die im Priener Pfarrheim sogar 69 Kinder in fünf Vormittags- und zwei Nachmittagsgruppen. Die Zeiten waren 2011 wegen der großen Nachfrage ausgeweitet worden. Für das nächste Schul- und Kindergartenjahr gebe es bereits eine lange Warteliste, schilderte die Vorsitzende den großen Betreuungsbedarf. 33 ehrenamtliche Mitarbeiterinnen kümmern sich in den beiden SkF-Spielstuben 2011 über 1350 Stunden um die Kleinen.

Sammüller bedauerte, dass für das Projekt "Rückenwind", mit dem Familien in Notsituationen unterstützt werden sollen, noch keine Finanzierungsgrundlage gefunden worden sei. Dagegen seien durch eine "glückliche Fügung" in Kolbermoor Räumlichkeiten für eine Außenstelle der Schwangerenberatungsstelle Rosenheim gefunden worden, die bereits großen Zulauf habe. Weitere solche Anlaufstellen des SkF gibt es in Prien, Traunstein, Wasserburg und Freilassing. 1450 Ratsuchende wandten sich im vergangenen Jahr an diese Büros.

Zwei besonders verdiente Mitarbeiterinnen der Beratungsstelle für Schwangerschafts- und Familienfragen in Prien konnten Ehrungen für ihr langjähriges Engagement entgegennehmen. Renate Braun ist schon seit 30 Jahren beim SkF, sie baute auch die Spielstube in der Marktgemeinde mit auf und leitete sie bis 2001. Ihre Nachfolgerin in dieser Funktion war bis 2009 Andrea Mayer, die wie Braun auch in der Beratungsstelle tätig ist und seit 25 Jahren in SkF-Diensten steht.

"Die gute Seele der Geschäftsstelle" ist seit 20 Jahren Maria Prankl. Elisabeth Zehnter ist ebenso lange in der Freilassinger Spielstube tätig. Seit jeweils zehn Jahren beraten Sabine Weiß in Traunstein beziehungsweise Klara Walter in Rosenheim Schwangere und Familien. Genau so lange kümmert sich Veronika Keßler schon im Frauenhaus Rosenheim um Damen, die dort Schutz und Rückhalt suchen.

db/Chiemgau-Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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