"Green Hospital" für Jugendliche

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Das neue Haus B der Schön Klinik Roseneck orientiert sich äußerlich an der Gestaltung der Verwaltungszentrale der Schön Gruppe gut einen Kilometer entfernt im sanierten, ehemaligen Hotel "Chiemsee". Die Computeranimation zeigt, wie sich der Neubau von der östlichen, der Seeseite, aus präsentieren wird.

Prien - Die Schön Klinik Roseneck schafft mit einem Neubau mehr Platz für die Jugendstation. Beim Bau spielen auch ökologische Kriterien eine Rolle.

Immer mehr junge Leute haben psychosomatische Krankheiten - vor allem Essstörungen. Die Schön Klinik Roseneck baut deshalb ihr Haus B an der Seestraße für rund 15 Millionen Euro neu, um genug Platz für ihre ständig wachsende Jugendstation zu schaffen. Das Haus wird bundesweit eine der ersten Kliniken sein, die nach energetischen Kriterien als "Green Hospital" eingestuft wird.

Schon im Juli 2011 hatte der Marktgemeinderat mit großer Mehrheit grünes Licht für einen 46 Meter langen und 28 Meter breiten, dreistöckigen Neubau gegeben. Am Dienstagabend erneuerte der Bauausschuss mit nur einer Gegenstimme (Georg Fischer, CSU-Fraktion, parteilos) seine Zustimmung für einen Entwurf, der sich äußerlich kaum von der Planung aus dem Sommer vergangenen Jahres unterscheidet.

Aber im Innern wurde das künftige Haus B nochmal komplett umgestaltet. Statt der damals angedachten gut 70 Einzelzimmer, etwa so viele wie im heutigen Altbau, sollen Doppelzimmer entstehen und mit bis zu 110 Jugendlichen zwischen 14 und 18 Jahren belegt werden.

Seit knapp zwei Jahren hat die Klinik eine eigene Jugendabteilung, die inzwischen stetig auf 60 Plätze erweitert wurde und nach den Worten von Geschäftsführer Hubert Seitz trotzdem die beständig steigende Nachfrage nicht decken kann.

Neben den Patientenzimmern entstehen Personal- und vor allem Therapieräume im Erdgeschoss des Neubaus, sodass künftig ein Großteil der Therapie im Gebäude selbst erfolgen kann. Im Bereich des Innenhofs, dessen Maße wegen der Neukonzeption reduziert werden mussten, werden auf jeder Ebene auch Aufenthaltsräume für die jugendlichen Patienten geschaffen, die intensiver betreut werden müssen als Erwachsene.

Das künftige Haus B soll neue energetische Maßstäbe setzen. Es wird nach den Worten von Michael Bergmann-Militz, Leiter der Bauabteilung der Schön-Gruppe, wohl eine der ersten Kliniken bundesweit, die die Kriterien zur Zertifizierung als ein "Green Hospital" der "Deutschen Gesellschaft für nachhaltiges Bauen" (DGNB) erfüllen wird.

Möglich wird dies durch das Zusammenspiel zahlreicher Faktoren, von ökologischen Baustoffen über moderne Elektrotechnik bis zur Wärmeversorgung. Letztere wird zu einem nicht unerheblichen Teil über die Abwärme eines neuen, zentralen Rechenzentrums der Schön-Gruppe gedeckt, das neben Heizzentrale und Tiefgarage im Untergeschoss entsteht und Seitz zufolge rund 200 Server umfassen wird. Allein 1,5 Millionen der aktuell auf 15 Millionen Euro taxierten Gesamtinvestitionssumme entfallen nach Angaben des Geschäftsführers auf dieses elektronische Herzstück.

Wegen der Neukonzeption hat sich der Zeitplan verschoben. Ursprünglich war daran gedacht, bereits in diesem Herbst mit den Arbeiten zu beginnen. Laut Bergmann-Militz soll der Abriss des Altbaus nun im März 2013 erfolgen, sodass bis zur touristischen Hauptsaison eine "geordnete Baustelle" eingerichtet werden kann. Die Fertigstellung wird für Juli 2014 angestrebt.

Zuvor sind noch Details zu klären, vor allem die farbliche Gestaltung der Fassade und die endgültige Form der vorgesehenen Holzverschalung unter dem zehn Grad flachen Walmdach. Sie soll die Kühlung verdecken. Der Bauherr sehe diese Details "leidenschaftslos", sagte Seitz im Gespräch mit der Chiemgau-Zeitung, und werde Wünschen des Bauausschusses möglichst entgegenkommen.

Die psychosomatische Klinik Roseneck war 1985 der Beginn der Entwicklung der Schön Kliniken, zu denen heute 15 Häuser in ganz Deutschland gehören. Sie gilt als eine der bundesweit führenden Häuser ihres Fachgebiets. Einige Jahre nach der Eröffnung im Neubau südlich der Seestraße übernahm die Klinik das Gebäude jenseits der Seestraße, das als Appartementhaus errichtet worden war, und baute einen erdgeschossigen Pavillon für Therapieräume an. Gut 20 Jahre später entspricht dieses Haus B nicht mehr den heutigen Anforderungen eines Klinikbetriebs. Eine Generalsanierung mit Entkernung wäre Seitz zufolge noch teurer gewesen als ein Neubau.

Der Geschäftsführer und Bergmann-Militz präsentierten auf der Großleinwand im Sitzungssaal nicht nur Computergrafiken mit Ansichten, sondern sogar einen virtuellen Film, in dem die Fahrt auf der Seestraße in beiden Richtungen mit Blick auf den Neubau simuliert wurde.

db/Chiemgau-Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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