Schramlbad: Gegen Lärmschutzwand

Prien - Auf der Kippe stehen die Pläne der Marktgemeinde, den Parkplatz am Schramlbad zu erweitern. Das Landratsamt fordert den Bau einer zwei Meter hohen und 70 Meter langen Lärmschutzwand.

Die Kommune ist jedoch nicht gewillt, die Auflage zu erfüllen. Im Bauausschuss des Marktgemeinderates hat ein von der Verwaltung vorgelegter Antrag keine Mehrheit gefunden.

Denkbar knapp war die Entscheidung im Gremium. Der Beschlussvorschlag lautete: "Der Bauausschuss erteilt dem Vorhaben das gemeindliche Einvernehmen." Vier Mitglieder stimmten für ihn, ebenso viele dagegen - und mit dem "Patt" war der Bau der Lärmschutzwand abgelehnt.

Die Gemeinde hat an der Harrasser Straße Fahrradstreifen angelegt - mit der Folge, dass sie auf Höhe des Schramlbades Parkplätze verlor. Als Ersatz will sie den dort vorhandenen Parkplatz umgestalten und erweitern. Die Pläne liegen bereits seit rund einem Jahr in der Schublade. Das Ziel der Kommune: Auf der alten Fläche will sie rund 90 Stellplätze darstellen, auf der neuen, die sie hinzunehmen möchte, etwa 25.

In der Nähe des Parkplatzes befindet sich ein Anwesen. Das Landratsamt erteilte die Auflage, dieses Grundstück vor Immissionen zu schützen. Notwendig sei, so die Behörde unter Berufung auf ein erstelltes Gutachten, eine Lärmschutzwand. Und mit dieser Aufforderung befasste sich jetzt der Bauausschuss.

Genau 2,35 Meter hoch und 72,5 Meter lang müsse die geforderte Lärmschutzwand sein, so Laurentius Fischer vom Bauamt. In Betracht kommen seinen Angaben zufolge Fertigbauteile, die zusammengefügt und begrünt werden.

Diese Pläne wandern jedoch zurück in die Schublade. Zwar warb Zweite Bürgermeisterin Renate Hof (CSU) - sie leitete die Ausschusssitzung in Vertretung von Bürgermeister Jürgen Seifert, der im Urlaub weilt - für die Lärmschutzwand. Die Gemeinde brauche die Parkplätze, denn "wir haben die Stellplätze an der Straße weggemacht". Aber für den Bauantrag ergab sich dann im Gremium aber doch keine Mehrheit. "Wenn irgendwo Lärm auftritt, dann nicht auf dem Parkplatz, sondern auf der Harrasser Straße", war unter anderem Günter Stampfl (Mehr Demokratie für Prien) "absolut gegen das Bauvorhaben".

Grünes Licht erhielt die Schön Holding GmbH & Co.KG, die im Rahmen des Umbaus ihres Anwesens an der Seestraße auf Höhe der Einmündung der Hochriesstraße eine gut 20 Meter lange Mauer anders als bislang vorgesehen umgestalten will. Der Bauherr hat sich nunmehr entschlossen, die Mauer insgesamt zurückzuversetzen - womit die Möglichkeit entsteht, den Gehweg zwischen Straße und Mauer um 60 bis 70 Zentimeter zu verbreitern. Bislang hatte er geplant, die vorhandene Mauer an ihrem Standort stehen zu lassen und nur abzustufen.

Die geänderte Planung stieß im Ausschuss auf große Zustimmung. Die Planung sei "ganz toll", sagte Joachim Bensemann (Freie Wähler Prien). Erfreulich sei vor allem auch, dass der Gehweg - den zahlreiche Schüler benutzen - breiter werde.

Die Planung als Einzige im Gremium abgelehnt hat Dr. Claudia Trübsbach (Bürger für Prien). Sie sagte, dass die ursprünglich vom Bauherrn ins Auge gefasste Abstufung der Mauer "weitaus gefälliger" gewesen wäre. Denn in diesem Falle hätte der Fußgänger, der vorbeigeht, neben sich "auf halber Höhe" der Mauer, auf dem Absatz, Blumenrabatte gesehen - dort, wo er jetzt eine Granitwand erblicke.

pü/Chiemgau-Zeitung

Rubriklistenbild: © dpa

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