Angebote sollen authentisch sein

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Prien - Die Arbeit seines Vorgängers fortsetzen, aber gleichzeitig neue Akzente setzen: Das steht auf der Agenda von Bertram Vogel. Am 1. April hat er als Geschäftsführer der Priener Tourismus GmbH (PTG) offiziell begonnen.

Eigentlich war es ein fließender Übergang. Schon vor dem Ausscheiden von Vorgänger Ferdinand Reb aus privaten Gründen zum Jahreswechsel war Vogel bei einigen wichtigen Terminen in Prien präsent. Seit Jahresbeginn pendelte er immer häufiger zwischen Regensburg und dem Chiemsee hin und her.

In Regensburg war der 42-Jährige über zehn Jahre lang bis Ende März Geschäftsführer der Stadtmarketing GmbH. Die dortigen Schwerpunkte Tourismus-, Einzelhandels- und Wirtschaftsstandortmarketing will er nun auch in der Marktgemeinde beackern. Vogel bearbeitete in seiner bisherigen beruflichen Laufbahn Kooperationsprojekte zur touristischen, kulturellen und wirtschaftlichen Vernetzung und Vermarktung von Städten und Regionen.

Über seine Ziele als neuer Geschäftsführer sagt der gebürtige Oberfranke: "Ich lege Wert auf einen offenen Dialog und enge Kooperation mit allen Akteuren und Gestaltern des touristischen, wirtschaftlichen und kulturellen Lebens in der Marktgemeinde Prien." Die stetige Kommunikation mit Leistungsträgern, Bürgern und der Politik sei ihm sehr wichtig.

Dabei kann er auf die Vorarbeit von Reb bauen. Dem Ex-PTG-Chef, der wie Vogel in Bayreuth Wirtschaftsgeografie studiert hat, schreibt der Nachfolger den Verdienst zu, die PTG nach zum Teil turbulenten Zeiten wieder in ruhigeres Fahrwasser manövriert und eine Vertrauensbasis mit allen Akteuren aufgebaut zu haben.

Bertram Vogel hat sein Büro im Haus des Gastes bezogen.

Vogel möchte "authentische, ehrliche und maßstabsgerechte" touristische Angebote entwickeln und gestalten. Letzteres meint vor allem auch, Veranstaltungen zu kreieren, die dem Ort gerecht werden. Der "Kabarett- und Comedy-Dschungel" mit zehn namhaften Künstlern im März gilt ihm dabei als Maßstab für Angebote, mit denen die Nebensaison angekurbelt werden kann. Eine Neuauflage der Reihe 2012 scheint wahrscheinlich.

Zunächst gilt es für den PTG-Chef aber schnell, den erwarteten Besucherstrom zur Landesausstellung auf der Herreninsel ab Mitte Mai für die Marktgemeinde zu nutzen. Eine Art Einkaufsführer mit zusätzlichen Hinweisen auf Sehenswürdigkeiten in Prien ist gerade in mehreren Sprachen im Entstehen. Er soll im Idealfall den Ausstellungsbesuchern schon bei der Rückfahrt aufs Festland an die Hand gegeben werden, um ihnen einen Abstecher in den Ort schmackhaft zu machen. Zusätzlich denkt Vogel an ein Gutscheinheft mit Ermäßigungen bei Vorlage der Eintrittskarten von der Landesausstellung.

Vogels Augenmerk gilt nicht nur Urlaubern, sondern auch Tagesausflüglern aus der Region zwischen München und Salzburg. Sie mit attraktiven Veranstaltungen öfter nach Prien zu locken, ist auch das Ziel des neuen Vereins der "PrienPartner", der aus dem Verband Priener Unternehmer (VPU) hervorgegangen ist (wir berichteten) und der einen professionellen "Kümmerer" engagieren will. Der PTG-Chef sieht hier unter anderem die Chance, neue Angebote für jüngere Zielgruppen zu schaffen. Auch die Kultur ist ein Pfund, mit dem der 42-Jährige noch mehr wuchern will, zum Beispiel mit den Chiemseemalern, aber auch mit hiesigem Brauchtum. "Mein Ziel ist es, die Ortsentwicklung aktiv mitzugestalten. Dazu gehört unbedingt die Unterstützung der ,PrienPartner'."

Im Chiemsee-Alpenland-Tourismusverband (CAT) wird Vogel Rebs Schlüsselposition als Themenmanagement "See/Wasser" übernehmen. Dies ist einer von vier Schwerpunktbereichen, für die Fachleute aus der Region Ideen entwickeln.

Ein neues Projekt unter der Leitung von Vogel ist der Priener Antikmarkt, der erstmals mit rund 130 Händlern am Sonntag, 22. Mai, stattfinden wird (eigener Bericht folgt).

In der Tourist-Information im Haus des Gastes sollen künftig wöchentlich die neuen Gäste begrüßt und mit Tipps für den Aufenthalt versorgt werden.

Vogel arbeitet schon auch an der Entwicklung neuer Wege, erfolgversprechende Zielgruppen direkt anzusprechen, beispielsweise mit Informationsständen der PTG in großen Universitätsmensen und Kantinen von Firmen.

Chiemgau-Zeitung

Rubriklistenbild: © Berger

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