Zwölf Häuser und Rückhaltebecken

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Ein Dutzend Wohnhäuser auf mindestens 1200 Quadratmeter großen Einzelgrundstücken soll auf dem bisher nahezu unbebauten Areal entstehen, das nördlich (oben) vom Klausenweg, östlich (rechts) von der Ernsdorfer und Rauschbergstraße sowie südlich vom Laubensteinweg eingerahmt wird. Der Baumbestand soll erhalten bleiben. Im Süden des Baugebiets (rechts unten) ist ein Regenrückhaltebecken mit einem Fassungsvermögen von knapp 1000 Kubikmetern vorgesehen.

Prien - Wenn es nach den Plänen des Eigentümers und seiner Architekten geht, entstehen auf der bisher unbebauten Fläche zwischen Klausenweg, Ernsdorfer und Rauschbergstraße sowie Laubensteinweg zwölf Wohnhäuser.

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Die Initiatoren wollen auf eigene Kosten zudem für die Entwässerung des hochwassergefährdeten Gebiets sorgen und dafür unter anderem ein Regenrückhaltebecken bauen.

Über den nötigen Bebauungsplan will der Bauausschuss des Marktgemeinderats in seiner Februarsitzung endgültig entscheiden. In der jüngsten Sitzung des Gremiums im Rathaus stellte Heiner Sedlmeir für die planenden Architekten die Entwürfe vor.

Die Ausschussmitglieder zeigten sich zwar aufgeschlossen gegenüber dem Vorhaben, vor allem die CSU bat aber darum, die Pläne erst noch fraktionsintern diskutieren zu können, bevor der Bebauungsplan auf den Weg gebracht wird. Deshalb wurde der Beschluss zurückgestellt.

Die Gemeinde würde von der Verwirklichung profitieren, weil die Planung auch eine deutliche Verbesserung des Hochwasserschutzes bedeutet, die über das Neubaugebiet hinaus auch die bereits bebauten Grundstücke am Klausenweg entwässert und auf Kosten des Bauherrn entstehen soll. Beim Jahrhunderthochwasser 2002 hatte es dort durch abfließendes Wasser vom Herrnberg Probleme gegeben.

In Zusammenarbeit mit dem Ingenieurbüro Dippold & Gerold hatten die Planer im Vorfeld errechnet, welche Wassermengen im Falle eines sogenannten 100-jährlichen Hochwassers bewältigt werden müssten.

Die Entwässerung soll vor allem durch ein Regenrückhaltebecken mit einem Fassungsvermögen von knapp 1000 Kubikmetern am südlichen Rand des dorthin abfallenden Geländes gesichert werden. Wie Sedlmeir auf Nachfrage der Chiemgau-Zeitung präzisierte, soll das Rückhaltebecken naturnah und teichähnlich gestaltet werden, wird aber die meiste Zeit trocken liegen. Im nördlichen Bereich ist vorgesehen, einen bisher verrohrten Graben nahe des Klausenwegs freizulegen.

An der Gesamtplanung beteiligt war auch Landschaftsarchitekt Rupert Schelle. Die zwölf Wohnhäuser wurden so im Gelände situiert, dass sie durch eine ringförmige Erweiterung des Klausenwegs erschlossen, alle schützenswerten Bäume erhalten und zusätzliche gepflanzt sowie die nötigen Ausgleichsflächen dargestellt werden können. Letztere sind im Süden und Westen dargestellt. Die dortige Streuwiese bleibt in ihrer bisherigen Größe erhalten, allerdings mit anderem Grundriss, dessen Verlauf noch nicht endgültig feststeht.

Keine Parzelle ist kleiner als 1200 Quadratmeter, die Häuser sind alle mit Erd- und Dachgeschoss vorgesehen. Für keines der Gebäude müsse das abschüssige Gelände mehr als 40 Zentimeter abgetragen oder aufgeschüttet werden, betonte der Architekt.

Bürgermeister Jürgen Seifert würdigte in der Sitzung den "großen finanziellen Aufwand", den der Bauherr und dessen Planer vor allem für den Hochwasserschutz betreiben. Auf Nachfrage erklärte er zudem, dass es der Wunsch des Bauwerbers sei, die entstehenden Gebäude an das geplante Biomasseheizkraftwerk der Gemeinde anzuschließen.

db/Chiemgau-Zeitung

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