Prienavera bleibt länger geschlossen

Prien - Das Prienavera wird voraussichtlich zwei Wochen länger geschlossen bleiben als geplant. Grund sind Lieferverzögerungen spezieller Dachmaterialien sowie zusätzliche Mängel.

Die Mängel kamen erst während der Maßnahme ans Tageslicht und werden nun beseitigt. Die Gesamtsanierung wird deshalb wohl um 100.000 bis 200.000 Euro teurer als vorgesehen.

Seit Ende Februar ist das Erlebnisbad am Chiemseeufer trockengelegt. Nur die Sauna, die Besucher mit Baustellenrabatten lockt, und seit 1. Mai auch wieder das Strandbad samt Gastronomie sind geöffnet.

„Mängel aus der Bauzeit“, so die Sprachregelung im Rathaus, hatten die Marktgemeinde gezwungen, die Erneuerung des Daches in Angriff zu nehmen. Ein Teil der rund 1500 über zehn Zentimeter langen Schrauben, mit denen die muschelförmige Folienabdeckung verankert ist, hatte Rost angesetzt. In den tragenden Leimbindern aus Holz hatten sich feine Risse gebildet.

Bilder von den Arbeiten am Prienavera

Prienavera-Dachsanierung

Inzwischen sind die Risse abgedichtet und die drei jeweils 1300 Quadratmeter überspannenden, transparenten Folienschichten abmontiert. Nächste Woche soll mit der Montage der neuen begonnen werden. Dann wird eine vierte, zusätzliche Schicht eingebaut, die helfen soll, den jährlich mehrere 100.000 Euro teuren Energieverbrauch des Bades zu senken.

Dieser Tage wurden die Hallen überspannenden, so genannten Leimbinder, oben mit einem Schienensystem versehen, auf dem die Folien dann befestigt und wie Luftkissen aufgeblasen werden.

Für die Schienen wiederum wurden Gewindestangen benötigt, deren Lieferung sich verzögert hatte. Wegen der besonderen klimatischen Verhältnisse im Erlebnisbad sollten es Stangen aus einem speziellen Edelstahl sein, die nur ganz wenige Hersteller liefern können.

Olympia verursacht Wartezeiten

Dass Prien etwas warten musste, lag an den Olympischen Spielen 2012 in London. Für die neuen Sportstätten des Großereignisses waren offenbar so viele Teile aus dieser Legierung geordert worden, dass „der Weltmarkt leergekauft war“, wie es Laurentius Fischer vom Bauamt der Marktgemeinde im Gespräch mit der Chiemgau-Zeitung formulierte.

Den Zeitplan durcheinander gebracht haben auch Mängel an der so genannten Dampfsperre. Sie liegt zwischen Außenhaut und Innenraum, deshalb waren die Schäden erst während der Arbeiten sichtbar geworden. Außerdem wurde festgestellt, dass einige Lampen defekt waren. So entschloss sich der Markt Prien als Bauherr, das Beleuchtungssystem gleich komplett auszutauschen und auf sparsame LED-Technik umzustellen. Die neuen Lampen werden laut Fischer derzeit von einer Spezialfirma produziert.

Weil das Bad ohnehin schon geschlossen ist und ein 70 Meter langes, über 30 Meter breites und mehr als zehn Meter hohes Riesen-Gerüst die Halle ausfüllt, machen die Zusatzmaßnahmen Sinn, weil die Gemeinde dann nicht Gefahr läuft, das Prienavera in ein paar Jahren noch einmal vorübergehend dicht machen zu müssen.

Ursprünglich sollte das Bad am 2. Juli wiedereröffnet werden. Realistisch scheint nun der 15. Juli zu sein. Weil die beteiligten Firmen sehr gut und bestens aufeinander abgestimmt arbeiten, hofft Fischer, dass vielleicht der ein oder andere Tag Verzögerung noch hereingeholt werden kann.

Kosten steigen auf knapp zwei Millionen

Auch der Kostenrahmen wird durch die Zusatzmaßnahmen gesprengt. Ursprünglich waren 1,8 Millionen Euro veranschlagt. Nach neuesten Schätzungen dürften es annähernd zwei Millionen werden.

Dirk Breitfuß (Chiemgau-Zeitung)

 

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