Prienavera-Sanierung "tut schon weh"

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Prien - Die wesentlichen Investitionen in diesem Jahr dienen "der Reanimation unseres Ortes". Wie Bürgermeister Seifert jetzt aber erklärte, tut die Prienervera-Sanierung "schon weh".

Weil "wir uns Transparenz und Offenheit angewöhnt haben", verschwieg Bürgermeister Jürgen Seifert bei der Bürgerversammlung für das Jahr 2010 im großen Kursaal nicht, dass die wesentlichen Investitionen in diesem Jahr "der Reanimation unseres Ortes" dienen.

Hatte er zuvor über mehrere abgeschlossene Großprojekte und einen Jahresüberschuss von 2,3 Millionen Euro aus 2010 berichten können, haben er und der Marktgemeinderat für heuer einstimmig einen Sparhaushalt beschlossen.

Die notwendige Erneuerung des kompletten Daches im Prienavera nach nur gut elf Betriebsjahren sei "nicht nur Pech" und "tut uns schon weh", kommentierte er die voraussichtlich 1,8 Millionen Euro teure Maßnahme, die Ende Februar in Angriff genommen werden soll und eine mehrmonatige Schließung des Bades erfordert. Die Sauna wird nur am Anfang betroffen sein.

Zweitgrößte geplante Einzelmaßnahme ist der Bau einer neuen Halle in der Stippelwerft, mit Lagerflächen, Hafenmeisterbüro und Räumen für den Segelclub Prien Chiemsee (SCPC). Sie ist auf 925.000 Euro veranschlagt. Der SCPC will sich mit 200.000 Euro beteiligen unter der Voraussetzung, dass der Verein einen Zuschuss dafür bekommt.

Derzeit läuft die Detailplanung. Die 60 Jahre alte Vorgängerhalle aus Holz hatte die Gemeinde im Herbst 2009 aus Sicherheitsgründen wegen Einsturzgefahr abreißen müssen.

Auch die Investition in die Erneuerung maroder Wasserleitungen sei angesichts hoher Wasserverluste durch viele undichte Stellen ein Muss, bekräftigte Seifert. Die Neukalkulation der Gebühren, die nach massiven Protesten im Frühjahr 2010 hinsichtlich des Verhältnisses von Grund- und Verbrauchsgebühren noch einmal geändert worden war, verteidigte der Bürgermeister grundsätzlich als Voraussetzung dafür, mit Sanierungen "beginnen zu können".

"Ich werde dafür bezahlt"

Die Kritik an diesen und anderen Beschlüssen und Maßnahmen nahm Seifert zum Anlass, die Marktgemeinderäte in Schutz zu nehmen. Leider komme es immer mehr vor, dass der ein oder andere Marktgemeinderat, der "nächtelang" ehrenamtlich unterwegs gewesen sei, seine Arbeit für sich selbst infrage stelle, wenn er von Bürgern gefragt werde: "Warum habt ihr dies und jenes nicht auch noch gemacht?". Der Ansprechpartner für solche Kritik sei er, denn: "Ich werde dafür bezahlt."

db/Chiemgau-Zeitung

Rubriklistenbild: © re/pa

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