Priener werden in London für ihr Projekt in Südafrika ausgezeichnet

Weltweit vorbildhaft

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Jakob Schlichtig und Florian Zech (rechts) freuen sich über den Preis.

London/Kapstadt/Prien - Hohe Auszeichnung für ein großartiges Projekt: Zwei Priener wurde für ihr Fußballprojekt in einem Armenviertel Kapstadts nun große Ehre zuteil. 

Vor einigen Jahren haben Florian Zech und Jakob Schlichtig nach dem Abitur in Prien angefangen, in einem Armenviertel in Kapstadt ein Fußballprojekt mit sozialen Programmen aufzubauen. Jetzt wurden sie in London bei den "Beyond Sport Awards" 2012 als weltweit bestes Projekt in der Kategorie "Sport for Conflict Resolution" ausgezeichnet.

Als Florian Zech 2007 in Kapstadt anfing, mit Kindern und Jugendlichen aus einem "Township" (Armenviertel) zu arbeiten, hätte er sich das wohl auch nicht träumen lassen. Jakob Schlichtig, sein Kumpel aus Priener Schulzeiten, folgte ihm bald nach Südafrika. Was die beiden dort inzwischen aufgebaut haben, wurde nun in London mit einem Preis gewürdigt, der unter anderem mit 10.000 Dollar dotiert ist.

Die Namensliste der Teilnehmer an der Preisverleihung im Rahmen der "Beyond Sport"-Konferenz macht deutlich, welche Bedeutung und welches Renommee diese Auszeichnung hat. Tony Blair, der ehemalige britische Premierminister, war ebenso dabei wie Schwimm-Olympiasieger und Weltmeister Ian Thorpe; Koch-Star Jamie Oliver, Box-Legende Muhammad Ali und Fußballstar David Beckham.

"Beyond Sport", ist eine englische Organisation, die weltweit Entwicklungs- und Bildungsprojekte fördert, die den Sport als Medium für ihre Arbeit benutzen. Als Teil dessen verleiht die Organisation jährlich die "Beyond Sport Awards", um weltweit die besten Projekte in diesem Bereich auszuzeichnen.

"Amandla EduFootball" bekam den Preis für das weltweit beste Projekt in der Kategorie "Sport for Conflict Resolution" (Sport zur Konfliktbewältigung). Francois Pienaar, Kapitän der legendären südafrikanischen Rugby-Nationalmannschaft (dort ist Rugby der Volkssport schlechthin), die 1995 den Weltmeistertitel holte, überreichte den "Beyond Sport Award" für den innovativen Ansatz im Bereich Konfliktlösung und Gewaltprävention. Insbesondere bezieht sich der Preis auf das "Amandla Safe-Hub"-Modell, das ein System aus Sport-Bildungsaktivitäten beinhaltet, wie beispielsweise eine Nacht-Liga. "Diese bietet die Möglichkeit, sich in sozialen Brennpunkten nachts sportlich betätigen zu können, schafft dadurch eine attraktive Alternative zum dort weit verbreiteten Alkohol- und Drogenmissbrauch und bekämpft somit unmittelbar Kriminalität und Gewalt", erläutert Schlichtig den Ansatz.

"Amandla" nutze so die "Faszination Fußball", um Freitag- und Samstagabend regelmäßig bis zu 400 junge Männer zwischen 19 und 24 Uhr für Teamsport und "Workshops" zu begeistern und sie zu ermutigen, positive Entscheidungen im Leben zu treffen.

Nach der Nominierung in der Kategorie "Unicef - Sport for Education" im vergangenen Jahr ist die Auszeichnung in London die größte bisherige Würdigung für die junge, ambitionierte Organisation "Amandla EduFootball".

Die anderen ausgezeichneten Projekte und Organisationen kamen aus den unterschiedlichsten Regionen der Welt. Bildung, Gesundheit und Umwelt waren Themen der elf "Award"-Kategorien für die sich 322 Projekte aus 135 Ländern beworben hatten.

Florian Zech, Gründer und Geschäftsführer von "Amandla EduFootball", betonte: "Das ist ein enormer Erfolg für unsere noch junge Organisation und natürlich für unser gesamtes Team. Der Gewinn des ,Awards' bestätigt uns darin, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Wir wollen in naher Zukunft weitere ,Amandla Safe-Hubs' errichten, die vielen Kindern und Jugendlichen weltweit Zugang zu ganzheitlicher Bildung und Persönlichkeitsentwicklung ermöglichen werden."

"Amandla" kämpft in Khayelitsha, dem größten "Township" in Südafrika, gegen die Gewalt in einer der ärmsten und gefährlichsten Gegenden des Landes. Mit Fußball und anderen Aktivitäten bietet die Organisation jungen Menschen ein sicheres Umfeld, in dem sie sich entwickeln und positive Lebensentscheidungen treffen können. Inzwischen nehmen Woche für Woche etwa 2500 Kinder und Jugendliche an den Projekten dort teil.

Zudem hat "Amandla" das "Shongi-Soccer-Projekt" in Kagiso, Johannesburg, in Zusammenarbeit mit der Philipp-Lahm-Stiftung, auf die Beine gestellt, an dem jede Woche etwa 300 Kinder teilnehmen.

Insgesamt beschäftigt die Organisation von Zech und Schlichtig inzwischen in Südafrika je zehn Vollzeit- und Teilzeitangestellte. Mehr als 50 Trainer wurden bereits ausgebildet, um die Bildungsprogramme umzusetzen, und rund 100 freiwillige Hilfskräfte unterstützen die Arbeit von "Amandla EduFootball".

re/db

Quelle: rosenheim24.de

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