Priener fühlen sich wohl

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Prien - Die wichtigste Erkenntnis vorweg: Die allermeisten Priener fühlen sich wohl in Prien. Das hat die große Mehrheit bei der Passantenbefragung im Februar den Interviewern in den Fragebogen diktiert.

Die Aktion der "PrienPartner" hat in vielen Punkten eine belastbare Bestätigung für Vermutungen erbracht, aber auch einige Überraschungen zutage gefördert.

Die "PrienPartner" wollten es genau wissen. Rund 500 Passanten durften im Februar an verschiedenen Tagen und unterschiedlichen Plätzen zu wechselnden Uhrzeiten Studenten der Fachhochschule ihre Meinung sagen - über den Ort, seine Stärken und Schwächen, seine Einkaufs- und Freizeitqualität. Inzwischen sind die Ergebnisse von der "Akademie für Bürgernähe in der Verwaltung" (ABV) von Professor Dieter Benatzky und seinen Mitarbeitern ausgewertet worden.

Klaus Löhmann, Wirtschafts- und Tourismusreferent, stellte die wichtigsten Erkenntnisse jetzt im Tourismusausschuss sowie beim Kur- und Tourismusverein (KTV) vor. Der KTV gehört wie der Verband Priener Unternehmer (VPU), die Priener Tourimsus GmbH (PTG), die "Wirte Elf" und die Bürgerrunde zu den "PrienPartnern", die durch eine engere Zusammenarbeit künftig mehr bewegen wollen als bisher, wo sie mitunter als Einzelkämpfer begrenztere Möglichkeiten hatten.

Um den Ort voranzubringen braucht es nach Löhmanns Überzeugung einen "Kümmerer", also jemanden, der sich hauptamtlich bestimmter Aufgaben annimmt, zum Beispiel der Organisation von neuen, zusätzlichen Veranstaltungen. Das Ehrenamt stoße hier inzwischen an Grenzen, warb Löhmann für die Professionalisierung.

In der Befragung im Februar hatten vier Fünftel der Passanten positive spontane Assoziationen zu Prien. Wiederum etwa die Hälfte der Befragten waren Einheimische, der große Rest kam fast ausnahmslos aus der Umgebung. Um das Bild abzurunden, soll im Sommer eine zweite Befragungswelle folgen, in der speziell die Touristen angesprochen werden.

Auf einer Notenskala von eins bis fünf bekam Prien von den Einheimischen eine 2,01 für Sympathie. Je älter die Antwortgeber waren, desto sympathischer fanden sie den Ort. Während die Noten für Gastfreundschaft, Kinder- und Familienfreundlichkeit, Sauberkeit und Seniorenfreundlichkeit allesamt eine Zwei vor dem Komma hatten, bekam Prien nur bei "modern und zukunftsorientiert" einen Dreier (3,04), besonders von den 21- bis 50-Jährigen.

Wer interviewt wurde, war in zwei von drei Fällen mit dem Auto nach Prien gekommen, und wenn, hatte er oder sie meistens im Bereich Wendelsteinplatz/Hochriesstraße/Bahnhof geparkt. Nur drei Befragte hatten ihren Wagen am Beilhackparkplatz angestellt - ein deutliches Zeichen, dass dieser Parkplatz schlecht angenommen wird. Die Parksituation gehörte grundsätzlich, ebenso wie die Verkehrslage insgesamt, zu den allgemeinen Kritikpunkten, die am häufigsten genannt wurden.

Ernüchternd fielen die Antworten auf die Frage nach dem "Parkplatz-Faltblatt" aus. Kaum jemand kennt es und noch weniger Befragte, nämlich jeder Zehnte, haben schon einmal von dem Parkgebühren-Rückerstattungssystem gehört, dass es in zahlreichen Geschäfte ab einem bestimmten Einkaufswert gibt.

Einkaufen war ein weiterer Schwerpunkt der Untersuchung. Unterteilt nach zwölf Branchen sollten die Passanten angeben, wo sie bestimmte Waren suchen. Während Lebensmittel, Drogerieartikel sowie Bücher, Zeitschriften und Bürobedarf vorwiegend am Ort eingekauft wird, fahren die Priener meist woanders hin, wenn sie Bekleidung, Möbel und Computer beziehungsweise Software suchen.

Benatzky empfiehlt den "PrienPartnern", aus den Ergebnissen einen "Masterplan Prien 2020" zu entwickeln. Arbeitsgruppen, unter anderem für die Bereiche Einzelhandels-Management, Parken, Grünflächen und Anlagen sowie "Events" sollten Konzepte und Ideen ausarbeiten.

Die "PrienPartner", bisher als lose Interessensgemeinschaft formiert, sollen sich laut Löhmann nun zunächst im Herbst formell gründen, um bis zum Jahresende dann Maßnahmen festzulegen. Für die Umsetzung hofft der Referent auf zusätzliche Mittel aus einem Förderprogramm, die ebenfalls noch heuer beantragt werden sollen.

Dirk Breitfuß (Chiemgau-Zeitung)

Rubriklistenbild: © pa

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