3,9 Millionen Schaden durch Straftaten

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Prien - Knapp 1700 Straftaten hat die Priener Polizeiinspektion im Jahr 2011 bearbeitet, gut 120 mehr als im Jahr zuvor. Zwei Drittel der Fälle konnten die Beamten aufklären.

Während weniger gestohlen wurde, gab es unter anderem mehr Körperverletzungen und Sachbeschädigungen.

Die Zahl der registrierten Diebstähle zwischen Halfing und Sachrang, dem Dienstbereich der Polizeiinspektion (PI), sank 2011 knapp unter die markante Grenze von 500. Damit setzte sich eine Tendenz von 2010 fort. Allerdings gab es mehr schwere Diebstähle.

In fast allen anderen Kategorien der polizeilichen Arbeit verzeichnete die Priener Inspektion leichte Anstiege. Rauschgiftkriminalität wurde 2011 88-mal aktenkundig, 17-mal mehr als im Jahr davor, sogenannte Rohheitsdelikte nahmen um ein Viertel zu, was zum weit überwiegenden Teil auf den gleichhohen Anstieg leichter Körperverletzungen zurückzuführen ist. Sachbeschädigungen wurden 194-mal angezeigt, 47-mal öfter als 2010. Vor allem an Autos sowie auf öffentlichen Straßen und Plätzen ließen Vandalen ihrer Zerstörungswut öfter freien Lauf.

Seit Jahren stetig nach oben zeigt die Kurve der Vermögensdelikte. 342 Fälle 2011 waren ein Fünftel mehr als im Jahr zuvor. Überwiegend handelte es sich um Betrug, wegen dem im vergangenen Jahr allein 270-mal ermittelt wurde. Vermögensdelikte machen zudem den größten Teil der Schadenssumme aus. Für alle Straftaten zusammen bezifferte PI-Chef Rudi Kick sie auf 3,9 Millionen Euro, auf Vermögensdelikte entfallen davon allein 2,75 Millionen Euro. Zum Vergleich: Bei Diebstählen entstand im Vorjahr nach PI-Berechnungen ein Gesamtschaden von 463.000 Euro.

Die Zahl der gemeldeten Ladendiebstähle ist weiter rückläufig - von 94 im Jahr 2009 über 71 in 2010 auf 57 im vergangenen Jahr -, ebenso die der Fahrraddiebstähle. 2008 wurden 132 Radl gestohlen, 2011 noch 81.

Allerdings wies Kick darauf hin, dass rund um den Priener Bahnhof vermehrt abgesperrte Räder entwendet werden. Auch in Frasdorf hatten 2011 auf Zweiräder organisierte Diebe ihr Unwesen getrieben, bis sie an der österreichisch-ungarischen Grenze mit drei Motorrollern aus Frasdorf in ihrem Klein-Lkw erwischt wurden.

Fast ein Drittel aller Straftaten im PI-Bereich mit seinen knapp 50.000 Einwohnern wurde 2011 aus Prien gemeldet, nämlich 542 und damit praktisch genau so viele wie im Jahr davor. Am deutlichsten angestiegen ist die Menge der Delikte in Frasdorf (von 54 auf 110) und in Bernau (von 291 auf 360), was Kick aber im Wesentlichen an der Justizvollzugsanstalt (JVA) festmachte. So schrieb er 40 der registrierten 48 Rauschgiftdelikte dem Gefängnis zu, wobei bereits der Versuch reiche, geringste Mengen in die JVA zu schmuggeln. In der Frasdorfer Bilanz schlägt sich wiederum der Umstand nieder, dass erstmals auch Fälle von Nötigung auf der Autobahn in der Statistik Berücksichtigung fanden. 15 solcher Anzeigen wurden 2001 im Frasdorfer Gemeindebereich aktenkundig.

Prozentual ins Gewicht fallende rückläufige Zahlen konnte der PI-Chef den Bürgermeistern von Rimsting, Breitbrunn und Gstadt vermelden.

Zu Nachfragen aus dem Kreis der Gemeindeoberhäupter, ob die Polizei Kenntnis von rechtsextremen Tendenzen oder gar Personen in ihrem Einsatzgebiet habe, gab Kick Entwarnung. "Ich glaube nicht, dass wir den Rechtsextremismus in unserem PI-Bereich haben." Allerdings räumte er ein, dass "gewisse Tendenzen" aufgrund von Äußerungen einzelner Personen feststellbar seien - mehr aber nicht.

Ein Hauptaugenmerk legte Priens Polizeichef in seinen Ausführungen auf das Problem häuslicher Gewalt. 53 solcher Fälle wurden im vergangenen Jahr im Dienstbereich angezeigt - doppelt so viele wie nur vier Jahre zuvor. Jede zweite Anzeige sei mit Körperverletzungen verbunden. In manchen Gemeinden seien es Wiederholungstäter, die übers Jahr zum Teil vier- oder fünfmal angezeigt würden.

Kick nutzte das Sicherheitsgespräch, um die Bürgermeister über personelle Veränderungen in der PI zu informieren. Sein bisheriger Stellvertreter Stefan Raithel, der kürzlich die Leitung der PI Kiefersfelden übernommen hat, nahm nach viereinhalb Amtsjahren in Prien letztmals an einem solchen Treffen teil. Raithels Nachfolger soll Kick zufolge im Mai seinen Dienst in der Marktgemeinde antreten. Einen Namen nannte er noch nicht.

Der PI-Chef selbst, der heuer eigentlich die Altersgrenze erreicht, will demnächst einen Antrag auf ein zusätzliches Dienstjahr stellen. "Ich fühle mich wohl und gut", sagte Kick.

Dirk Breitfuß (Chiemgau-Zeitung)

Quelle: rosenheim24.de

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