Bis 2015 Spatenstich für Umgehung?

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In einem weiten Bogen (rote Linie) soll der Durchgangsverkehr auf der Staatsstraße zwischen Frasdorf und Prien an der Ortschaft Prutdorf vorbei geführt werden.

Prien - Die Staatsstraße zwischen Prien und Frasdorf ist sanierungsbedürftig. Ein Spatenstich für eine Umgehung könnte in spätestens drei Jahren gesetzt werden.

Besonders die Prutdorfer Ortsdurchfahrt gilt für den Verkehr als Nadelöhr und für die Anwohner als Belastung. Seit Jahren hoffen sie auf eine Umgehungsstraße - jetzt ist die Realisierung greifbar. Spätestens in drei Jahren kann der erste Spatenstich erfolgen, kündigte Bürgermeister Jürgen Seifert in der Teil-Bürgerversammlung für Atzing an.

Die "Ortsumgehung Prutdorf" machte Bürgermeister Seifert zum zentralen Thema der Versammlung im Gasthof "Stocker". Der Ausbau der sanierungsbedürftigen Staatsstraße Frasdorf-Wildenwart ist zwar seit längerem schon im entsprechenden Maßnahmenkatalog des Freistaats Bayern festgeschrieben, wurde aber im Herbst 2011 in der Dringlichkeitsliste um einen Punkt auf Rang zwei zurückgestuft. Das heiße im Klartext, dass erst nach 2020 der Freistaat entscheidet, wann der Ausbau in der folgenden Dekade verwirklicht werden kann, betonte Seifert. Da die bürokratischen Mühlen somit zu lange mahlen werden, will die Marktgemeinde deshalb auf eigene Faust die Ortsumfahrung realisieren - und zwar mit Hilfe des kommunalen Sonderbaulastprogramms. Trotz des "gewaltigen Eigenanteils", der auf den Finanzhaushalt zukommen wird, sei sich der Gemeinderat einig gewesen, "dass die Umgehung sein muss". Unterstützung dazu gebe es vom Staatlichen Bauamt Rosenheim, sagte Seifert.

"Das Sonderbaulastprogramm ermöglicht Kommunen, zur Entlastung von Ortskernen mit Förderung des Freistaates Bayern Ortsumgehungen als Staatsstraßen in eigener Regie zu planen und zu bauen", erläuterte Baudirektor Claus-Peter Olk in der Versammlung das Verfahren. 80 Prozent der Gesamtkosten werden vom Freistaat übernommen, den Rest trägt die Kommune. Die Straßenbaubehörde plane die Maßnahme und stehe der Marktgemeinde sozusagen "als kostenloses Ingenieurbüro zur Verfügung". Rechnungen der bauausführenden Firmen an die Gemeinde werden von dieser zunächst bezahlt, aber zeitnah von der Behörde wieder erstattet, so Olk.

Der Spatenstich könnte unter diesen Umständen spätestens in drei Jahren erfolgen, stellte Bürgermeister Seifert in Aussicht. Die Grundstücksverhandlungen seien jetzt abgeschlossen. "Fast alle betroffenen Anlieger sind bereit, einen Teil ihres Eigentums dafür abzugeben - bis auf einen, der auf die Angebote nicht eingeht und immer weitere Nachbesserungen fordert." Die Erfüllung wesentlicher Wünsche seien in diesem Fall aber bereits in Aussicht gestellt worden, mehr gehe nicht, deutete Seifert an. Jetzt sei ein Schlusspunkt für Verhandlungen gesetzt worden. Er sei sich einig mit Ratsgremium und Straßenbauamt, dass nun ein Planfeststellungsverfahren eingeleitet wird. "Was das heißt, wird jedem klar sein."

Deutlichere Worte wählte Baudirektor Olk: "Wenn der Anlieger, der sich bisher gesperrt hat, nicht noch einlenkt, kann es in diesem Verfahren zur Enteignung kommen, um den fehlenden Grund für die Umgehungstrasse zu sichern."

Es gehe schließlich um das Interesse der Gemeinschaft, das Nadelöhr "Ortsdurchfahrt Prutdorf" aufzuheben und zum Wohl der Anlieger den Verkehr weiträumig an der Ortschaft vorbeizuführen, sagte Seifert abschließend.

ul/Chiemgau-Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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