Jugendherbege sechs Monate lang geschlossen

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Prien/München - Die Priener Jugendherberge ist bis auf weiteres geschlossen. Der Landesverband Bayern des DJH hat den Betrieb eingestellt. Die Gründe:

Der Hintergrund für die Entscheidung des Landesverbands Bayern des Deutschen Jugendherbergswerks (DJH): In der Einrichtung werden die Bestimmungen des Brandschutzes nicht eingehalten.

Um sie zu erfüllen, ergreift der Träger eine Reihe von Baumaßnahmen. Der DJH-Landesverband mit Sitz in München hofft, wie Anne Jonigkeit, eine Sprecherin, gegenüber der Chiemgau-Zeitung sagte, die Jugendherberge in Prien in sechs Monaten wieder eröffnen zu können.

Im Rahmen einer Routineüberprüfung im Herbst habe der Träger Mängel im Brandschutz festgestellt, so Jonigkeit weiter. Der DJH-Landsverband habe sogleich einen Gutachter eingeschaltet, "da er die Sicherheit der Gäste und Mitarbeiter garantieren möchte".

Der Gutachter habe, so die Sprecherin weiter, Ende Januar seine Ergebnisse präsentiert Er habe die Mängel aufgelistet und Maßnahmen vorgeschlagen, sie zu beheben. Nach der Vorlage des Gutachtens habe sich der DJH-Landesverband an das Landratsamt Rosenheim gewandt und im Einvernehmen mit der Behörde die vorübergehende Schließung der Einrichtung zum vergangenen Freitag verfügt.

"Vorbildlich gehandelt"

Der Landesverband des DJH habe von sich aus ein Gutachten machen lassen und damit "vorbildlich gehandlet", lobt Michael Fischer, der Pressesprecher des Landratsamtes, das Vorgehen. Der Träger der Einrichtung habe sich dann an die Behörde in Rosenheim gewandt, ihr die Untersuchung vorgelegt und sie gebeten, ihre Meinung zu äußern.

Das Brandschutzgutachten sei "perfekt", so Fischer weiter. Enthalten seien nicht nur die Mängel, sondern auch Empfehlungen, sie zu beseitigen. Das Landratsamt sei mit den Maßnahmen, die im Raum stehen, voll und ganz einverstanden. Vor diesem Hintergrund habe die Behörde schließlich angeordnet, den Betrieb in der Jugendherberge einzustellen.

Der Gesetzgeber hat die Bestimmungen für den Brandschutz verschärft - und damit vor allem den Trägern vieler Einrichtungen Sorgen bereitet. Gemeinden müssen ihre Kindergärten und Schulen nachrüsten und auf den geforderten Standard bringen. Und jetzt muss auch der Betreiber der Jugendherberge in Prien nachziehen. Eine Reihe von Mängeln im Sinne der neuen Bestimmungen für den Brandschutz hat der Gutachter laut Jonigkeit festgestellt: Ein Fluchtweg im Haus ist ihren Angaben zufolge zu lang, "Türqualitäten werden nicht eingehalten" - was bedeutet, dass Türen einem Feuer nicht in dem Maße standhalten würden, wie vom Gesetzgeber gefordert wird. Und auch der Fluchtweg im Untergeschoss entspreche nicht den Vorgaben.

Der Gutachter hat ein Bündel einzelner Maßnahmen vorgeschlagen, die der DJH-Landesverband nun Schritt für Schritt ergreifen will. So habe die Untersuchung ergeben, wie die Sprecherin erläutert, dass die Feuerschutztüren im Haus "ertüchtigt" und die Türen im Gastraum ausgetauscht werden müssen. Die Brandmeldeanlage müsse erneuert, die "brandlastigen Materialien" an den Fluchtwegen im Haus entfernt werden.

Wie viel Geld der Träger der Einrichtung in die Hand nehmen muss, um die Auflagen des Brandschutzes zu erfüllen, lässt sich nach Angaben von Jonigkeit noch nicht sagen. Auf jeden Fall jedoch werde die vorübergehende Schließung zu Einbußen im Rahmen der Einnahmen der Jugendherberge in diesem Jahr führen. Sie schätze, dass der Einrichtung heuer rund 9900 Übernachtungen verloren gehen - und damit mehr als die Hälfte, die sie gemeinhin gewohnt ist, im Jahr zu schreiben. 2012 waren ihren Angaben zufolge knapp 14.200 Übernachtungen zu verzeichnen.

Gernot Pültz (Chiemgau-Zeitung)

Quelle: rosenheim24.de

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