Projekt "ProJu" muss dicht machen

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Ende März kommenden Jahres ist es vorbei: ProJu schließt für immer seine Türen.

Prien/Siggenham - Das Beschäftigungs-& Qualifizierungsprojekt für junge Menschen „ProJu“ unter Trägerschaft des AWO-Kreisverbands muss aus finanziellen Gründen schließen.

Seit 1999 betreibt der AWO-Kreisverband Rosenheim in Prien/Siggenham die Beschäftigungs- und Qualifizierungseinrichtung „ProJu“ für langzeitarbeitslose Jugendliche und junge Erwachsene. Teilnehmerinnen und Teilnehmer erlernen bei ProJu handwerkliche Fähigkeiten in den Bereichen Holzbearbeitung und Gartenarbeiten oder werden zur Arbeitserprobung bei Umzügen, Entrümpelungen sowie im Möbellager beschäftigt. Ende März kommenden Jahres ist es damit vorbei: ProJu schließt für immer seine Türen.

„Dieser Schritt fällt uns nicht leicht“, kommentiert AWO-Kreisvorsitzender Herbert Weißenfels die Entscheidung des Vorstands. „Massive Mittelkürzungen bei der Arbeitsverwaltung, die sogenannte „Instrumentenreform“ des Arbeitsministeriums und drastische Einschnitte in der Kofinanzierung durch den Europäischen Sozialfonds führen dazu, dass das Defizit der ProJu für die AWO nicht mehr tragbar ist. Hinzu kommt die erfreuliche Entwicklung gerade des lokalen Arbeitsmarkts, die unsere Zielgruppe kleiner werden ließ“, so Weißenfels weiter. „Dies darf jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass viele Langzeitarbeitslose auch weiterhin Unterstützung benötigen werden, um auf dem Arbeitsmarkt dauerhaft Fuß fassen zu können. Schade, dass die AWO hierfür nicht mehr helfend zur Seite stehen kann. Mit den zukünftigen finanziellen Bedingungen ist unsere Betreuungsqualität nicht mehr zu finanzieren.“

Gerade diese intensive Betreuung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer war lange Jahre der Garant für die erfolgreiche Arbeit bei ProJu. Die jungen Erwachsenen kommen über Vermittlungsvorschläge durch die Arbeitsagentur oder das Jobcenter in die Einrichtung. Hier werden sie in der Regel ein Jahr in Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen oder in Arbeitsgelegenheiten beschäftigt, qualifiziert und pädagogisch betreut. Denn für alle gilt es, diverse Problemlagen zu bewältigen. Manchmal ist es ein fehlender Schulabschluss, manchmal sind es körperliche, geistige oder seelische Einschränkungen, manchmal ist es jedoch auch eine persönliche Krise, die die zumeist männlichen Teilnehmer aus der Bahn wirft und in die Arbeitslosigkeit führt. Bei ProJu erhalten sie wieder Stabilität, werden sozial- pädagogisch und arbeitstechnisch angeleitet, bekommen in den Schulungsanteilen oder im Bewerbungstraining wertvolle Informationen, werden in Praktika vermittelt und erhalten Unterstützung, um sich erfolgreich wieder oder erstmals um eine Lehr- oder Arbeitsstelle.

Pressemitteilung Klaus Schindler 

Quelle: rosenheim24.de

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