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Aus Rasthaus wird Fachklinik für Psychosomatik

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Einst Raststätte, künftig Klinik: Das Unternehmen Freiberger schließt in den nächsten Wochen den Umbau des ehemaligen Rasthauses an der Autobahn in Felden ab.

Bernau - Am 1. September muss in Bernau-Felden alles fertig sein - dann ist das alte Rasthaus eine neue Fachklinik für Psychosomatik. Ihr Name: "Medical Park Chiemseeblick".

Das Alter des Bauwerkes ist überall mit den Augen zu sehen und den Händen zu greifen. Rund einen halben Meter dick sind die Wände, fast schon haushoch die Räume, die wie Säle anmuten. Dutzende von Bauarbeiter hämmern und sägen, bohren und schrauben, legen Fliesen und Teppiche. Auf Hochtouren läuft der Um- und Ausbau. Rund ein Jahr nachdem sie ihre Arbeiten aufgenommen haben, gehen die Handwerker in den Endspurt. Am 1. September muss alles fertig sein - dann ist das alte Rasthaus eine neue Fachklinik für Psychosomatik. Ihr Name: "Medical Park Chiemseeblick".

Eine lange Geschichte hat die Anlage am Ufer des Chiemsees. Gebaut in den 30er-Jahren als Raststation an der damals neuen Autobahn München-Salzburg diente sie nach dem Krieg den Amerikanern als Erholungseinrichtung. Nach dem Abzug der US-Boys fiel das Rasthaus vor einigen Jahren an die Bundesrepublik. Der Staat wiederum verkaufte die Immobilie dann an einen Privatmann, der es später an das Unternehmen Freiberger in Amerang weiterveräußerte. Und der neue Besitzer haucht dem denkmalgeschützten Gebäude jetzt wieder Leben ein. Sein Ziel: An einem der schönsten Plätze am Bayerischen Meer will er künftig Patienten, die an Depressionen und Burnout oder anderen psychosomatischen Erkrankungen leiden, betreuen und neuen Mut geben.

Im früheren Rasthaus richtet das Unternehmen - wie Hartmut Hain, einer der beiden Geschäftsführer der Freiberger Holding in einem Gespräch mit unserer Zeitung ausführte - 160 Zimmer ein. Ihre Größe reicht von 20 bis, in einzelnen Fällen, 120 oder gar 130 Quadratmeter. Dienen sie in der Regel nur dem Patienten als Unterkunft, so kann man in den geräumigeren Zimmern auf Wunsch zusätzlich auch einem Angehörigen ein Bett zum Übernachten anbieten. Und dann die Aussicht: Während der eine auf den See blickt, schaut der andere in die Berge.

Wenn Hain über die Belegung in dieser neuen wie auch in den anderen Freiberger-Kliniken spricht, dann räumt er sogleich mit einem immer wieder zu hörenden Vorurteil auf: Ein guter Teil der Zimmer stehe sehr wohl auch den Pflichtversicherten zur Verfügung. In der neuen Fachklinik für Psychosomatik etwa seien der Zimmer jeweils zur Hälfte für privat und gesetzlich Versicherte vorgesehen. Und außerdem: In der medizinischen Betreuung gäbe es keine Unterschiede, lediglich im Service. "Wir haben keine Zwei-Klassen-Medizin", betonte der Geschäftsführer.

Das Unternehmen greift tief in die Tasche. Nach Angaben von Hain kostet der Umbau des Rasthauses zum "Medical Park Chiemseeblick" rund 30 Millionen Euro. Von Anfang an habe man mit Ausgaben in dieser Größenordnung gerechnet. Unter anderem hätten auch die Auflagen des Brand- und des Denkmalschutzes erfüllt werden müssen. Außerdem habe auch die Statik verbessert werden müssen.

Eine Fülle von einzelnen Baumaßnahmen seien notwendig gewesen, so Hain. Längst hätten nicht nur die Zimmer auf einen modernen Stand gebracht und insbesondere die Bäder komplett erneuert werden müssen. Auch und vor allem habe man ein komplettes Stockwerk auf den Westflügel gesetzt. Und völlig neu gebaut worden sei auf der anderen Seite der Anlage, im Ostflügel, ein "Bewegungsbad". Ebenso seien dort auch viele Therapieräume geschaffen worden.

Die Patienten sollen sich in der Klinik am Bayerischen Meer, so der Anspruch, den Freiberger erhebt, wohlfühlen: So werden im Altbau auch ein Restaurant und eine Caféteria eingerichtet. Einige Tische stehen künftig auch auf der Terrasse - in unmittelbarer Nähe zum Wasser. Und der eine oder andere kann dann womöglich auch einmal zum Segeln gehen. Ein Steg gehört zumindest auch zum "Medical Park Chiemseeblick".

Mit der Aufstockung des Westflügels hat das Unternehmen nicht jedermanns Geschmack getroffen. Doch dass dieser Trakt nun aussehe wie ein "Schuhkarton" kann Hain nicht nachvollziehen. Für ihn ist er "optisch gelungen und funktionell". Am Anfang der Planung seien "unterschiedliche Dachformen" im Gespräch gewesen. Auf Vorschlag der Denkmalschutzbehörde sei der Westflügel so entstanden, wie er sich jetzt präsentiere. "Wir haben uns überzeugen lassen. Wir sind den Weg mitgegangen."

Das frühere Rasthaus habe sich, wie Hain im Rückblick auf den Umbau sagte, "sehr gut" für die Einrichtung einer Klinik geeignet. So verfüge das Gebäude nicht nur über breite Gänge, die man für den Transport von Betten benötige. Ebenso sei in dem Gebäude viel Platz vorhanden gewesen, Aufzüge zu bauen. Und die Zimmer hätten von Haus aus die "richtige Größe" besessen, die für eine Beherbergung der Patienten benötigt würde.

Rund 200 Arbeitsplätze entstehen mit dem "Medical Park Chiemseeblick". Die Keimzelle der Klinik bildet die Fachabteilung Psychosomatik der Klinik "Medical Park Prien Kronprinz". Die Abteilung zieht von Prien nach Bernau ans Chiemseeufer. Über 30 Mitarbeiter gehen mit - 175 Stellen für Ärzte, Therapeuten und Pflegepersonal sind neu zu besetzen. "Wir haben schon über 1000 Bewerbungen erhalten", sagte Hain.

Drei Kliniken unterhält das Unternehmen Freiberger künftig am Chiemsee: den "Medical Park Prien Kronprinz" sowie in Bernau den "Medical Park Chiemsee" und den "Medical Park Chiemseeblick". Und mit dann insgesamt rund 600 Betten ergebe sich für den größten Reha-Betrieb in Bayern ein "zweiter Schwerpunkt" am Bayerischen Meer - neben dem Tegernseer Tal mit dem "Medical Park Bad Wiessee St. Hubertus" und 500 Betten.

Gernot Pültz (Chiemgau-Zeitung)

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