Rathaus: Stimmen zum Bürgerentscheid

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Bernau - Am Sonntag entscheiden die Bürger über den Standort des neuen Rathauses - Leserbriefe von Bürgermeister Daiber und BI-Sprecher Hartl:

Pro Rathaus an Chiemseestraße:

"Zukunftschance" für Bernau

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"Am Sonntag entscheiden Sie, ob Bernau eine echte Zukunftschance nutzt. Nach jahrelangen Planungen und Diskussionen hat der Gemeinderat vorgeschlagen, die Ortsentwicklung im Bereich Chiemseestraße voranzutreiben und dort auch das neue Rathaus zu errichten. Die Vorteile liegen auf der Hand. Hier ist der Standort, wo ein Rathaus dem gesamten Ort am meisten nutzt. Die Chiemseestraße wird mit der Gesamtplanung gestärkt, das Rathaus mit Platz rückt ins tatsächliche gesellschaftliche und wirtschaftliche Herz. Es entsteht eine „gute Stube“ zwischen historischem Ortskern an der Kirche und dem Bahnhof, inmitten von viel Grün.

Klaus Daiber

Es geht nicht darum, ein billiges Rathaus zu bauen. Dies hat der Gemeinderat geschlossen (!) verworfen. Denn die günstigsten Architektenvorschläge haben keine Unterstützung bekommen. Es geht darum, mit dem vorliegenden Gesamtkonzept etwas nachhaltig für die nächsten Generationen zu schaffen. Das Ortszentrum rückt näher an die Ortsteile Irschen, Eichet und Felden. Es wird ein attraktives Ensemble aus Rathaus, Platz, der Geschäftsstraße und dem angrenzenden Kurpark entstehen. Das Entwicklungspotenzial ist an der Chiemseestraße am größten.

An der Aschauer Straße ist weder ein Platz verwirklichbar, noch besteht eine Erweiterungsmöglichkeit für ein Rathaus. Das historische Seilerhäusl würde zerstört, der Raiffeisenpark zerschnitten und das alte Schulhaus mit einem lieblosen Anbau seinen besonderen Charakter verlieren. Zudem können laut Denkmalbehörden im Untergrund Reste einer Römersiedlung liegen. Die Risiken für einen Rathausbau sind deshalb hoch.

Die Kosten sind intensiv geprüft. Letztlich würde ein Rathausbau so oder so in etwa gleich viel kosten. Denn gerne wird verschwiegen, dass eine komplette Innensanierung des Haus des Gastes sehr viel Geld verschlingt. Es wird für die Kosten also kaum einen Unterschied machen, wo gebaut wird. Zudem ist der Rathausbau in der Haushaltsplanung voll vorgesehen.

Ernst nehme ich skeptische Rückmeldungen zur Optik der vorliegenden Entwürfe. Ich kann zusagen, dass der Gemeinderat hier deutliche Veränderungen vornehmen wird. Das Rathaus wird sicher nicht so gebaut, wie in den Entwürfen dargestellt. Zur Gründung: Ja, diese wird an der Chiemseestraße vermutlich aufwendiger. Aber der Boden ist detailliert untersucht und begutachtet. Er ist absolut beherrschbar, wie das Ärztezentrum und das Hackl- Haus zeigen.

Bitte nutzen Sie diese wichtige Zukunftschance und stimmen Sie für ein Rathaus mit Platz und Umgriff an der Chiemseestraße."

Klaus Daiber

(Bürgermeister der Gemeinde Bernau)

Pro Rathaus an Aschauer Straße:

„Halber Preis“ und kein Risiko

"Nur noch den Segen der Bürger für den seit Langem favorisierten Standort Chiemseestraße wollte sich die Gemeinde mit ihrem Ratsbegehren einholen. Gott sei Dank haben die Bernauer jetzt eine Alternative – den Standort Aschauer Straße zum halben Preis und auf festem Grund.

Herbert Hartl

Mit viel Marketing und sechs Architektenplänen für die Chiemseestraße wollte man den Bürger beeindrucken. Leider ist dies der schlechteste Baugrund in Gemeindebesitz. An der Widholzerstraße, wo es selbst in 30 Meter Tiefe noch keinen festen Grund gibt, gerät ein 40 Meter langer Bauriegel über kurz oder lang in Schieflage. Ein Keller würde den Bau stabilisieren, gefährdet aber alle Nachbargebäude. Daher will man auf einen Kelleraushub verzichten – und den Bau quasi schwimmend verlegen. Beides ist fatal. Jährliche Nachbesserungen durch Gebäudesetzungen und im Umfeld sind vorprogrammiert.

Noch mehr Steuergeld verschwenden?

Mit einer „Gesamtplanung Chiemseestraße“ will die Gemeinde ihren Favoriten auf Gedeih und Verderb durchboxen – trotz des Bürgerentscheids 1996 und trotz leidvoller Erfahrungen. Beim Kindergarten „Unterm Regenbogen“ zum Beispiel summieren sich wegen des schlechten Baugrunds Reparaturen, Gerichts- und Gutachterkosten auf inzwischen 200 000 Euro. Das Vergleichsverfahren (Streitwert 500 000 Euro) soll bewusst erst nach dem 18. Dezember stattfinden. Ein Totalverlust ist möglich, da die Bodenplatte sich bereits um über 50 Zentimeter geneigt hat und zu brechen droht.

Wenn die Gemeinde die seit 1996 vorliegenden Warnungen der Gutachter totschweigt, vertuscht oder ignoriert, riskiert sie auch noch den Versicherungsschutz und langwierige Gerichtsprozesse ohne Aussicht auf Erfolg. Ein großes, für Generationen geplantes öffentliches Gebäude darf man dort nicht hinstellen – schließlich haften wir alle für dieses Risiko und die damit verbundenen Kosten.

Gehen Sie zur Wahl: Ja zur Aschauer Straße!

Beim Standort Aschauer Straße sind wir auf der sicheren Seite. Bei halbem Neubauvolumen sparen wir über zwei Millionen Euro: Mittel, die für eine zügige Aufwertung von Kurpark und Chiemseestraße frei werden. Ohne großen Rathausbau lassen sich unser Kurpark und ein Teil der vorhandenen Gebäude endlich ansprechend gestalten (Veranstaltungspavillon, Bücherei, Medienraum), Grünfläche und wichtige Sichtachsen bleiben erhalten. Aus all diesen Gründen sagt auch der „Bayerische Landesverein für Heimatpflege“: Die Aschauer Straße ist eindeutig der bessere, sinnvollere und nachhaltigere Rathausstandort!"

Herbert Hartl

(Sprecher der BI „Neues Rathaus zum halben Preis“)

re/Chiemgau-Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © re

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